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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Geänderte Abwehrtaktik der WWU Baskets geht gegen RheinStars auf

Münster

Zweites Spiel, zweiter Sieg – der Saisonauftakt der WWU Baskets Münster ist geglückt, ebenso der Einstand von Trainer Björn Harmsen. Beim 93:68 gegen die RheinStars Köln waren auch erstmals wieder Zuschauer in der Halle Berg Fidel.

Von Thomas Austermann

Ryan Richmond (l.) und die WWU Baskets animierten mit ihrem Spiel die Fans am Berg Fidel zur La-Ola-Welle. Foto: Jürgen Peperhowe

Bestens im Griff hatten die WWU Baskets Münster das aktuell notwendige Einlassprozedere in Berg Fidel. 1550 von 2000 möglichen Plätzen waren bei der ersehnten Rückkehr der Fans besetzt im ersten Heimspiel der 2. Liga Pro B, in dem die Aktiven im weißen Dress die RheinStars Köln ab dem dritten Viertel ebenfalls unter Kontrolle hatten. Und zwar am Ende deutlich mit 93:68 (42:40). Sieg Nummer zwei ist eingebucht.

Auf der Ehrenrunde genossen die Gewinner den Applaus als Geräusch der Belohnung, die es seit März 2020 nicht mehr gab. Spieler wie Cosmo Grühn kamen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. „Das war großartig. Hier herrscht eine echt positive Stimmung“, sagte Neu-Trainer Björn Harmsen, der bei seiner Heimpremiere oft eingreifen musste, um die passende Besetzung des Abends zu finden.

Björn Harmsen

Ohne Jasper Günther (Bandverletzung am Fuß) und weiterhin Kai Hänig (Fraktur am Fuß) fehlten der Hauptverantwortliche für die Position eins und ein Powerathlet für die „Fünf“. Ein Problem löste Andrew Onwuegbuzie als Aufbauspieler, ein anderes eine geänderte Abwehrtaktik. „Es brauchte Zeit, bis jeder den Rhythmus gefunden hatte. Dann lief es, weil jeder weniger an sich selbst zweifelte“, bewertete Harmsen. Mit der Zeit bestach das deutlich stärkere Kollektiv mit fünf jeweils zweistellig treffenden Akteuren durch ausgeprägten Willen. Köln wurden Spirit und dWurfmöglichkeiten genommen. RheinStars-Manager Stephan Baeck sagte: „Wir haben komplett den Faden verloren, sind in puncto Defense und Rebounding auf keinem Niveau, das uns nach vorne bringen kann. Das geht nur über Einsatz und Willen. Den habe ich am Ende vermisst.“

Der 56-jährige Ex-Nationalspieler dürfte zunächst Gefallen daran gehabt haben, wie zügig die Seinen auf Temperatur kamen bis zur 19:10-Führung. Die Aufbauspieler Vincent Golson jr. und „JJ“ Saigge führten Regie und trafen. Münster nagte an der Fehlerquote und nutzte von 22 Würfen nur fünf. Jeder wollte, keiner konnte. Immerhin zeigten acht Offensivrebounds an, wohin die Reise gehen kann. Nach dem 15:19-Viertel traten im offensiv besseren zweiten (27:21), als Stefan Weß und Thomas Reuter trafen, Abwehrmängel auf. Köln kam noch zu leicht zu den Würfen.

Mehr Größe, weniger Aggressivität

Harmsen setzte in der Folge auf mehr Größe in der Defense und weniger forsche Aggressivität. Das funktionierte. Adam Touray griff sich neun Rebounds, auch Grühn war hellwach. Weß ackerte auch offensiv beispielhaft und traf zum 57:49, dann rückte der feine Techniker Onwuegbuzie in den Aufbau. Oliver Pahnke hatte sich eine Woche nach seinem starken Auftritt wohl zu viel aufgeladen und verwarf fünfmal. „Er ist vor allem ein guter Verteidiger, aber jetzt hat er sich selbst Druck gemacht“, sagte Harmsen. Pahnke kam in Halbzeit eins auf zwölf Minuten und im zweiten Durchgang nur noch auf insgesamt drei. Draußen auf seinem Sitzplatz musste er sich ein dickes Fell zulegen ob der harschen Kritik des Trainers.

Youngster kommen zum Einsatz

Onwuegbuzie setzte am Ende des dritten Viertels drei glänzende Anspiele nacheinander und kam auf sieben Assists wie Ryan Richmond, der seinem kraftraubenden Stil Tribut zollte – wie Onwuegbuzie stand er ja praktisch mehr als ein Jahr außen vor im Wettbewerb. Mit dem 10:0-Lauf zum 78:54 eilten die Baskets davon. Kapitän Reuter streute auch schwer zu werfende Dreier ein. Die Kölner ließen das alles mehr und mehr geschehen. Harmsen beorderte die beiden 16 Jahre jungen Joshua Sievers und Paul Viefhues, der einen Freiwurf verwandelte, noch aufs Parkett – Sievers stand sogar in der Starting Five für zwei Minuten. Die Youngsters trainieren engagiert und hatten sich den Einsatz vor der größeren Kulisse verdient.

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