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Fußball: Oberliga

Gievenbeck hält in Gütersloh dem Druck nur eine Hälfte stand

Gütersloh

Die Überraschung lag vielleicht nicht auf dem Silbertablett, aber sie war möglich. Deshalb hielt sich der Ärger beim 1. FC Gievenbeck nach dem 1:3 bei Top-Favorit FC Gütersloh auch nicht bei jedem in Grenzen. Binnen weniger Momente entschied sich die Partie.

Der Frust auf der FCG-Bank war nach Abpfiff spürbar.  Foto: Thomas Rellmann

An der Rechtmäßigkeit der Niederlage hatte niemand Zweifel. Gegen das hochklassig besetzte Ensemble des FC Gütersloh stand der 1. FC Gievenbeck unter Dauerdruck. Und doch war beim 1:3 (1:0) was drin. Nach der Pause fiel zu früh der Ausgleich, direkt vor dem Rückstand hatte sich für den Underdog die dickste Chance ergeben. „Es war eine richtig gute erste Hälfte, wenn auch mit guten Chancen für den Gegner“, so Coach Florian Reckels. „Wir haben uns ordentlich verkauft, die Jungs haben sich an alle Vorgaben gehalten. Am Ende hätten wir nur besser verteidigen müssen, die Tore fielen zu leicht.“

Eschhaus unter Druck

Von der ersten Sekunde an stand der Gäste-Kasten unter Beschuss. Keeper Nico Eschhaus sog die Stadionatmosphäre wie gewohnt auf und war immer wieder zur Stelle. Beim Schuss von Jannik Enning (3.), vor allem beim Kopfball von Ex-Profi Kevin Freiberger (12.), mal hatte er das Auge bei Markus Eskos Schuss ans Außennetz (7.) und auch etwas Glück, als sein Fehlgriff nach Lars Beuckmanns Kopfball am Pfosten endete (17.) und Freiberger freistehend nach einem Abpraller das leere Tor verfehlte (24.).

Gievenbecks Niklas Beil (M.) wird eingekesselt von den Güterslohern Pascal Widdeckke und Markus Esko. Foto: Thomas Rellmann

Zu diesem Zeitpunkt führten die Münsteraner aber schon, weil der eine Konter gleich saß. Eschhaus hatte ihn mit einem langen Abschlag gegen schläfrige Gütersloher eingeleitet, Asmar Paendas Flanke von rechts erreichte Christian Keil – und der Routinier stach eiskalt zu (16.).

Ab Mitte der ersten Hälfte hielt der Aufsteiger den Favoriten zumindest aus dem Strafraum fern, mit der Entlastung klappte es aber nur bedingt. Die Hausherren haderten vermehrt mit Referee Timo Gansloweit, etwa bei einem Klammern von Niklas Beil gegen Esko (42.), das ungeahndet blieb.

Florian Reckels zum 1:1

Das Glück der gleichwohl disziplinierten wie leidenschaftlichen Gievenbecker war damit aufgebraucht. Kurz nach Wiederanpfiff hatte Allan Dantas links zu viel Platz, seine Hereingabe nutzte Freiberger zum Ausgleich (51.). „Zu einfach. Genau diese tiefen Bälle auf die Außen hatten wir angesprochen“, ärgerte sich Reckels. Natürlich ging’s in eine Richtung weiter, Eschhaus fuhr seine Pranke beim Knaller von Pascal Widdecke aus (62.), sah Freibergers Abschluss knapp neben dem Tor (68.) sowie den völlig blanken Illias Illig viel zu überhastet, nachdem sich Johan Scherr verschätzt hatte (74.). Die Vorderleute des Torwarts befreiten sich im zweiten Abschnitt häufiger und waren über Keil und den zu zögerlichen Geisler nah dran am Lucky Punch (77.). „Das war eine 100-prozentige Situation. Machen wir den, holen wir wenigstens den Punkt“, so Reckels.

Drei Fragen an Christian Keil

Stattdessen im Gegenzug der Knockout: Den Abschlag von Keeper Jarno Peters verlängerte Esko ungestört in Freibergers Lauf, der die Gievenbecker Innenverteidiger abschüttelte und Eschhaus überwand (78.). Die Entscheidung, der Alexander Bannink noch abgebrüht das 3:1 (83.) folgen ließ. Die schönste Oberliga-Kulisse vor 771 Zuschauern im Heidewald konnte spätestens in dem Moment kein Gievenbecker mehr genießen.

FCG: Eschhaus – Scherr (87. Scherr), Fraundörfer (70. Scheele), Brodner – Paenda, Rüschenschmidt, Geisler (89. Egbers), Beil – Maddente, Martin (84. Wiethölter), Keil

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