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Fußball: Tribünengespräch

Gievenbeck verteidigt, Roxel rettet und Gelmer verpasst Platz eins

Münster

Nicht nur wegen des Fünffachtorschützen Christian Keil war das 7:4 des 1. FC Gievenbeck beim SuS Neuenkirchen ein wildes Spiel. Dem BSV Roxel machte dagegen die Personalnot zu schaffen. Und GW Gelmer haderte mit einem verweigerten Elfmeter und dem späten Ausgleich im Top-Spiel.

Von Thomas Rellmann und Kai Lübbers

Routiniers unter sich: Keeper Nico Eschhaus (2.v.l.) herzt den Fünffachtorschützen Christian Keil (l.). Foto: Kai Lübbers

Drei Spielklassen, drei Clubs aus Münster – und dreimal ging es irgendwie um Rang eins. Der 1. FC Gievenbeck verteidigte die Spitze dank eines überragenden Christian Keil, der BSV Roxel kassierte eine herbe Niederlage und blieb doch vorn, und GW Gelmer glitt der Platz an der Sonne erst in allerletzter Sekunde aus den Händen.

Keil mit 31 auf dem Zenit

Das erste Wort gehört aber natürlich dem FCG-Goalgetter. Wahnsinn, dieser Keil! Mit 31 scheint er auf dem Zenit seines Schaffens. Elf Treffer hat der Stürmer angehäuft, fünf allein beim völlig wilden 7:4 in Neuenkirchen. „Ein Doppelpack war bisher das höchste der Gefühle“, sagte er nach Abpfiff. „Robert Lewandowski hat mal fünf Treffer in neun Minuten erzielt, das wäre jetzt noch ein Ziel“, so der Routinier augenzwinkernd. „Gerade in der ersten Hälfte sind sie alle irgendwie reingefallen. Erst der Freistoß, dann eine Volleyabnahme – was für ein Spiel. Zwischendurch wusste keiner mehr genau, wie es steht. Aber wir sind immer wieder zurückgekommen, auch nach Rückschlägen. Es war von beiden Teams ein echtes Highlight.“ Zugleich manifestierte der Westfalenligist die Tabellenführung eindrucksvoll. 20 Tore sind eine beachtliche Quote. Nebenbei beträgt der Vorsprung auf Top-Favorit Preußen Espelkamp acht Zähler.

Viele Verletzte beim BSV Roxel

Vergleichsweise schmal ist das Polster von Landesligist BSV Roxel. Trotz der 1:5-Packung bei der SG Bockum-Hövel überholte überraschend keiner der Verfolger die Kleeblätter. „Wir können das alles einordnen“, sagte Trainer Oliver Logermann. „Alarm gibt es bei uns in keiner Weise.“ Hintergrund ist nicht nur der bis dato glänzende Saisonstart, sondern auch die Flut an Ausfällen. Richtig heftig erwischt hat es Max Mümken (Arthrose am Hüftgelenk, Rückkehr völlig ungewiss) und Leon Willich, der sich nach Komplikationen einem kurzfristigen Eingriff am Rücken unterziehen musste, aber auf dem Weg der Besserung ist. Christoph Lübke (Muskelbündelriss) und Steffen Hunnewinkel (Knorpelschaden) fehlen als Leistungsträger länger. Daniel Ziegner weilte im Urlaub, Kai Kleine-Wilke lief nur dank einer Spritze auf. Diogo Castro wiederum sagte aus erfreulichen Gründen ab, er wurde Vater. „Nächsten Sonntag haben wir spielfrei, das ist der perfekte Zeitpunkt“, sagt Logermann, der nur eine Einheit in dieser Woche plant.

Foul an Abdel Ghany?

Beeindruckend ist weiterhin die Form von GW Gelmer, auch wenn es zum Sprung nach oben doch nicht langte. Der Aufsteiger der Vorsaison hatte Spitzenreiter Borghorster FC am Rande einer Niederlage. Erst in der Nachspielzeit rettete Jan Markfort dem Titelanwärter das 3:3. Die Hausherren hatten zuvor einige starke Konter gefahren – und in einer Szene kurz vor dem Ausgleich Pech, als Rami Abdel Ghany im Strafraum-Zweikampf mit Ricardo Bredeck zu Fall kam, aber der Pfiff ausblieb. Coach Gerrit Göcking, der vehement Elfmeter forderte, meinte: „Es hätte keinen Sinn gemacht, sich in der Situation einfach fallen zu lassen.“ Die Enttäuschung der Grün-Weißen war nicht nur wegen dieser Entscheidung groß. Nach der Siegesserie zuvor ist das Selbstvertrauen des Bezirksligisten gewachsen – und die Ansprüche gleich mit.

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