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Boxen: U-22-Europameisterschaft

Gold soll es werden für Dariusz Lassotta und Salah Ibrahim aus Münster

Münster

Der Sport kehrt langsam aber sicher zurück ins Leben. In Roseto degli Abruzzi (Italien) findet in diesen Tagen die U-22-Europameisterschaft der Boxer statt – mit münsterischer Note. Dariusz Lassotta und Salah Ibrahim gehören zur Delegation des deutschen Verbandes.

Von André Fischer

Vier Fäuste aus Münster wollen bei der U-22-EM in Roseto degli Abruzzi nach Gold greifen: Dariusz Lassotta (links) und Salah Ibrahim Foto: Privat

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft sucht während der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die Abgeschiedenheit eines pittoresken Fischerdörfchens. Unweit der schmucken Bungalows im Quartier „Campo Bahia“ locken Palmen und ein weißer Sandstrand. Traumhaft – und die perfekte Oase, um Kraft zu tanken für den Titel.

Die Kulisse im italienischen Roseto degli Abruzzi in der Provinz Teramo ist nicht weniger märchenhaft. Hier an der Adriaküste tummeln sich wieder vermehrt Feriengäste, die in diesen Tagen bei sommerlichen 30 Grad am Meer ihr Lager aufschlagen. Das Plätzchen am Wasser bleibt der deutschen Box-Delegation verwehrt. In Sichtweite zu den Badenden müssen sie bei der U-22-EM in den Ring. Unter freiem Himmel. „Wir sind nicht zum Faulenzen hier“, sagt Dariusz Lassotta. Das Schwergewicht (Klasse bis 91 Kilogramm) aus dem heimischen Boxzentrum hat sich ebenso das goldene Ziel gesetzt wie Salah Ibrahim vom BC 23 (bis 52 Kilogramm). Vier Fäuste aus Münster wollen ganz hoch hinaus.

Dreimal im Trainingslager

Es sind ereignisreiche Wochen und Monate mit einem straffen Programm. Gleich dreimal geht es im Vorfeld ins Trainingslager. In den Stützpunkten Schwerin, Kienbaum und jüngst in Heidelberg fließt der Schweiß. „Ich fühle mich richtig gut“ – für Ibrahim, das 23-jährige Leichtgewicht, ist das Kräftemessen mit der europäischen Konkurrenz ein fast schon alter, aber nie ungenießbarer Schinken. Vier EM-Teilnahmen stehen in seiner Vita. Und einmal bronzenes Edelmetall. 2018 im rumänischen Târgu Jiu schrieb er sein ganz eigenes Stück Boxgeschichte.

Lassotta, 22 Jahre jung, hört gut zu, wenn Ibrahim von seinen großen Fights erzählt. Die beiden hängen in der Anlage des Hotels mit seinen zahlreichen kleinen Häuschen viel zusammen ab. Gehen spazieren, um den Kopf freizubekommen. Ein probates Mittel, um den Fokus auf das Wesentliche zu richten: die EM. Für Lassotta ist es eine Premiere. Und die letzte Chance, einen großen Nachwuchstitel zu holen. Auch dieser junge Mann wird älter. Will sich in naher Zukunft mit den richtig schweren und erfahrenen Kraftpaketen messen. Sein Heimtrainer Engin Bereketoglu bereitet ihn langsam darauf vor.

Samstag geht es in den Ring

Getan hat er das in der Vergangenheit schon mal zur Probe. 2019 – sein Gegner: Clemente Russo, Silbermedaillengewinner bei Olympia 2008 in Peking und 2012 in London. Ein großer Name. Bei der Open-Air-Veranstaltung unterliegt Lassotta knapp nach Punkten.

Die Gegner in Italien sind wesentlich jünger – aber nicht minder motiviert. Dank eines Freiloses müssen beide münsterischen Boxer erst am Samstag in den Ring. Lassotta, wohnhaft in Oberaden, nimmt es im Achtelfinale mit dem Iren Jack Michael Marley auf, Ibrahim hat es mit dem Georgier Alik Aloyan zu tun. „Wir wollen Gold holen“, sagen die zwei selbstbewusst. Drei Siege bis zum Finale. Dann geht es um alles. Träume.

Bis dahin werden sie noch etliche Runden auf der Anlage an der Adria drehen. Wohl wissend, dass nur eine Unachtsamkeit das Aus bedeuten kann. Freie Tage haben beide nicht eingeplant. Auch wenn Urlaub machen in Italien wieder absolut im Trend liegt.

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