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Fußball: 3. Liga

Große, traditionsreiche Namen und kleinere Nachrücker ohne Stadion

Münster

Spannung ist in der 3. Liga mit zwei oder drei Auf- und vier Absteigern fast immer garantiert. Lange tummelten sich vor allem Traditionsclubs mit großer Fanbasis. Das ist spätestens seit diesem Jahr nicht mehr flächendeckend so. Am Freitag geht es zwischen Osnabrück und Duisburg los.

Es gab Zeiten, da triefte die 3. Liga vor Tradition. Namhafte Clubs mit großer Geschichte bildeten den Kern dieser bundesweiten Klasse. Das ist gar nicht so lange her. Drei, vier Jahre höchstens. Auch heute schnalzen Freunde emotionaler Fußballvereine mit der Zunge, wenn sie TSV 1860 München, 1. FC Kaiserslautern, MSV Duisburg, Eintracht Braunschweig oder 1. FC Magdeburg hören.

Trotzdem hat sich etwas verändert. Die Zusammensetzung des 20er-Felds prägen gleichsam Teilnehmer, die Schwierigkeiten haben, die DFB-Vorgaben zu erfüllen und teils auf umstrittene Weise aus der Regionalliga gekommen sind.

Bester Beleg: Nachdem der KFC Uerdingen sich nach drei Jahren in drei fremden Stadien in diesem Sommer keine Lizenz mehr erhielt, sind dennoch gleich vier Mannschaften außerhalb der eigenen Heimstätte aktiv. Türkgücü München, 2020 Aufsteiger der Abbruchsaison aus Bayern, weicht schon im zweiten Jahr ins Olympiastadion oder an die Grünwalder Straße aus. Der SC Verl, der im Vorjahr als West-Vize die Relegation gegen Ost-Meister Lok Leipzig gewann, zieht nach der Sondererlaubnis für eine Serie von der Poststraße nach Lotte. Außerdem weichen auch die beiden nach extrem früh gestoppter Spielzeit hoch gerückten Neulinge Viktoria Berlin (Jahn-Sportpark) und TSV Havelse (HDI-Arena Hannover) aus. Die zweiten Mannschaften von Borussia Dortmund und SC Freiburg sind auch keine Zuschauermagneten. Einst waren die vielen Ostvereine mit großer Fanbasis stilbildend. Aktuell aber sind nur drei alte DDR-Vereine übrig.

Gefeierte Struktur der 3. Liga

Die grundsätzliche Drittliga-Struktur feierte der Verband erst Anfang dieser Woche als zukunftsfähiges Modell, und daran ist grundsätzlich wenig auszusetzen. Keine deutsche Spielklasse bot in der Vergangenheit oben wie unten so viel Spannung. Ein Mittelfeld gab es oftmals gar nicht.

Auch jetzt scheint wieder alles offen. Klar, die logischen Anwärter in den Umfragen sind zwei der großen Namen, die Löwen aus München als Vorjahresvierte und die aus Braunschweig als Rückkehrer aus der 2. Liga. Mit dem SV Wehen Wiesbaden ist immer zu rechnen. Dem VfL Osnabrück, der am Freitag gegen Duisburg eröffnet (19 Uhr), ist wie den Zebras vieles zuzutrauen. Der 1. FC Saarbrücken hat sich mit einer guten ersten Saison auch in eine der Favoritenrollen gespielt, Türkgücü hat sich weiter verstärkt. FCK und FCM bangten zuletzt lange und können nach starker Aufholjagd ebenfalls nach vorn schauen. Am Ende aber kommt vermutlich doch wieder vieles anders als prognostiziert in dieser verrückten Liga.

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