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Schach: SK-Teams nach Verbandsentscheidung unter Druck

Hängepartie endet nach 16 Monaten

Münster

Endlich wieder Schach im Ligabetrieb – in diese sehr gute Nachricht mischt sich für den SK Münster 32 auch die Komplikation der kurzfristigen Terminierung. Denn die alte Saison (die schon 2019) soll jetzt kurzfristig zu Ende gespielt werden.

Von und

Die Vorfreude auf den Wiedereinstieg ist beim SK 32 groß – auch wenn die Termine kompliziert sind.

Schach – und matt: Im März 2020 wurden die Ligapartien auf allen Ebenen des bundesweiten Spielbetriebs unterbrochen – niemand ahnte damals, dass den Denksportlern eine Hängepartie mit pandemischen Ausmaßen von mehr als 16 Monaten bevorstehen sollte. In der Zwischenzeit wurde die Spielzeit vorsorglich umgetauft, firmiert aktuell unter der Ordnungszahl 2019/2021 und war bis zum vergangenen Samstag krisenfest eingefroren.

Doch jetzt sind – im Schach eher unüblich – die Würfel gefallen: Auf Bezirks- und Verbandsebene sind alle Ligen verspätet, aber jetzt verbindlich ohne Wertung abgebrochen worden. Die betroffenen Teams unternehmen im Herbst in ihren alten Ligen einen Neustart. „Gut so“, sagt Thomas Schlagheck, Vorsitzender des Schachklubs Münster von 1932. Ausreichend Zeit für alle betroffenen Clubs zur Bestandsaufnahme: Wer steht nach der Mammut-Pause überhaupt noch zur Verfügung, wer hat das Brett an den Nagel gehängt, welche Mannschaft kann in welcher Besetzung besetzt werden, wie geht es weiter?

Fragen, die sich naturgemäß auch in den höheren Ligen stellen – allerdings bleibt hier keine Zeit, die passenden Antworten zu finden. Der Schachbund NRW hat am Samstag beschlossen, die noch ausstehenden zwei Runden der vor zwei Jahren gestarteten Ligen auf Landesebene zum Abschluss zu bringen – an den kommenden beiden Wochenenden.

„Das wird sehr, sehr eng“

Betroffen sind beim SK 32 gleich drei Teams, die erste Mannschaft in der Oberliga sowie Zweit- und Drittvertretung in der NRW-Klasse. „Das wird sehr, sehr eng“, befürchtet Schlagheck jetzt, dass diese außerplanmäßige Blitz-Schacheinlage nicht nur in Münster für Probleme sorgen könnte. „Wir wissen doch gar nicht, mit wem wir nach dieser langen Zeit noch planen können. Zudem sind einige dabei, die berufstätig und samstags verhindert sind. Dass das zweite Spielwochenende auf den Sommerferienstart fällt, macht es nicht einfacher.“

Immerhin bietet das Reglement die Möglichkeit, einzelne Bretter oder das ganze Team bis Mittwoch vor dem Spiel am Samstag oder Sonntag offiziell abzumelden. Das entlastet die Mannschaftskasse, spült allerdings auch keine Punkte aufs Tabellenkonto. „Für unsere Reserve ist das kein Problem, die steht im sicheren Tabellenmittelfeld.“ Und weil die SK-Nachwuchstruppe ohnehin am übernächsten Wochenende nahezu in Mannschaftsstärke bei den Nachwuchsmeisterschaften gefordert ist, kann der Ligabetrieb guten Gewissens hinten angestellt werden.

Ein Sieg muss noch her

Bei den anderen beiden Teams sieht es anders aus: Beide bräuchten noch je einen Sieg, um die Klasse sicher zu halten. Ob und wie das gelingen soll, ist wohl das aktuell größte Schachproblem, das es im Vereinslokal in der Hiltruper Stadthalle zu lösen gilt.

„Das ist eine schwierige Situation für alle, auch für den Verband“, räumt Schlagheck ein, „und jede Möglichkeit, die Liga zu beenden, hat ihre Vor- und Nachteile. Aber für uns ist diese Lösung sicher nicht die beste.“

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