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Schwimmen: Deutsche Freiwasser-Meisterschaften in Münster

Hautevolee auf den langen Strecken

Münster

Die Deutschen Freiwasser-Meisterschaften finden statt – und sie locken prominente Schwimmer ins Hafenbecken von Münster. Die Bundestrainer haben sehr gezielte Pläne, wer wie den Wiedereinstieg aufbaut. Die Situation in diesem Jahr ist schließlich außergewöhnlich.

Jürgen Beckgerd

In Münster mit von der Partie: Leonie Beck (SV Würzburg 05), Foto: Imago/Andrea Masini

Und dann geht alles ganz schnell: Kaum war die Genehmigung der Ordnungsbehörden für die Deutschen Freiwasser-Meisterschaften im münsterischen Hafen (24. bis 26. Juni) Ende vergangener Woche offiziell, gingen die Verantwortlichen der SGS Münster als Ausrichter der nationalen Titelkämpfe ins Detail. Hunderte von Badekappen für die Teilnehmer mussten bedruckt, Zuschauer-„Separees“ auf der B-Side eingerichtet, Zeitpläne koordiniert und Zufahrtswege ausgeschildert werden.

Rund 500 Aktive werden von Donnerstag bis Samstag erwartet, wobei durchaus die Hautevolee in Münster aufkreuzt. Die Weltmeister Florian Wellbrock (Magdeburg) oder Sarah Köhler (Frankfurt) allerdings waren am Wochenende noch in Spanien beziehungsweise Italien mit Bundestrainer Bernd Berkhan bei Olympia-Generalproben unterwegs. Dennoch erwartet Team­coach und Bundestrainer Hannes Vitense ein erlesenes Teilnehmerfeld in Münster. Olympia-Teilnehmerin Leonie Beck (Würzburg), EM-Starter Niklas Frach (Gelnhausen), die Staffel-Weltmeisterin (Gwangju 2019) und Europameisterin (25 Kilometer) Lea Boy aus Würzburg sowie Oliver Klemet, der 19-jährige EM-Zweite in Budapest, sollen an den Start gehen. „Die Deutschen Meisterschaften sind in dieser schwierigen Zeit natürlich etwas Besonderes“, so Vitense. „Sie gelten auch als Wiedereinstieg für zahlreiche junge Sportler in die internationale Spitze. Die DM ist die Vorbereitung auf kommende Aufgaben auf internationalem Niveau.“ Auf dem sich die deutschen Freiwasserschwimmer seit Jahren bewegen und das auch und vor allem am Wochenende sichtbar werden soll.

Mitten in den Vorbereitungen

Vitense ordnet die „Deutschen“ natürlich auch ein in die Zeit zwischen den „Finals“ Anfang Juni in Berlin und den Olympischen Spielen in Tokio. „Da stecken wir mitten in den Vorbereitungen“, sagt der Coach und richtet den Blick ebenso in die Zukunft. Soll heißen: „Ja, wir befinden uns in einem Olympia-Jahr, aber gleichzeitig auch schon im Jahr eins nach den Spielen. In Münster sollen und können sich wahrscheinlich junge Sportler in den Vordergrund schwimmen für den olympischen Zyklus 2024 bis 2028.“

Überhaupt hegt Vitense große Sympathien für den Sportstandort Münster. „Mir gefallen die Ambitionen, mit denen zu Werke gegangen wird, um den Schwimmsport weiter entwickeln zu können. Darüber können wir nur glücklich sein.“

Ob der Teamcoach selbst nach Westfalen reist, ist angesichts der Olympia-Vorbereitungen offen. Der Nachwuchs-Bundestrainer Constantin Deppmeier und zahlreiche Bundesstützpunkttrainer werden jedenfalls ihre jeweiligen Schützlinge in Münsters Hafen begleiten.

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