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Boxen: Europameisterschaften der Elite in Jerewan

Ibrahim auf großer Gold-Mission

Münster

Salah Ibrahim boxt inzwischen in der Klasse bis 54 Kilogramm und startet einmal mehr bei einer Europameisterschaft. Der Münsteraner steht ab Dienstag in Jerewan (Armenien) im Ring und träumt von Gold.

Von André Fischer

Mit neuer Frisur in Jerewan im Ring: Salah Ibrahim Foto: Privat

Die Treppenstufen der Kaskaden sind ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, um sich direkt einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Jerewan ist die Hauptstadt Armeniens – und eine der ältesten der Welt. Das Gebiet soll seit dem 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt sein. Salah Ibrahim ist kulturell sehr interessiert, aktuell bleibt nur wenig Zeit, auf Erkundungstour durch die geschichtsträchtige Metropole zu gehen, die sich durch ­Monumentalbauten aus der Sowjet-Ära auszeichnet. Der 24-jährige Münsteraner, aktuell für die Faustkämpfer Köln-Kalk im Ring, strebt bei den Europameisterschaften der Elite noch bis Sonntag nach einer Medaille. „Ich bin motiviert und freue mich auf die Kämpfe“, sagt das einstige „Fliegengewicht“, inzwischen in der Gewichtsklasse bis 54 Kilogramm (Bantam) unterwegs.

Die Leitung in die Welt da draußen steht, das Bild ist gut. Ein Hoch auf die Videotelefonie. Ibrahim sitzt entspannt im Foyer des Hotels der deutschen Delegation, die Air-Pods in beiden Ohren. Was auffällt: Er hat schon wieder eine neue Frisur. Eine alte Tradition vor großen Meisterschaften. Diesmal angesagt: Braids. Ex-Schwergewichtschamp Lennox Lewis hat die Flechtfrisur bei der Arbeit gerne getragen. Wie überhaupt viele Boxerinnen und Boxer. „Ich wollte was anderes ausprobieren“, gibt Ibrahim zu verstehen, dass er schon ein wenig eitel ist. Ganz nebenbei: Stars wie die Models Olivia Munn oder Kim Kardashian machen den Haarschnitt salonfähig.

„Ich möchte das bestmögliche Ergebnis“

Gold, das ist die Farbe des Edelmetalls, nach der alle streben – auch Ibrahim. „Ich möchte das bestmögliche Ergebnis“, sagt der Student (Wirtschaftsingenieur). Er ist vorbereitet, auf den Sparringslehrgang in Sheffield (Großbritannien) folgte der Abflug gen Armenien. „Hier haben wir täglich zwei Einheiten absolviert, das war anstrengend, aber gut.“

Spätfolgen seiner Corona-Erkrankung während der Weltmeisterschaften 2021 in Belgrad merkt er keine. Ende Oktober musste er unverrichteter Dinge aus der serbischen Hauptstadt abreisen. Am Tag vor der offiziellen Auslosung. Lag eine Woche daheim flach. Jetzt will er beim nächsten internationalen Akt voll angreifen. Bislang ist die Bronzemedaille bei der U-22-EM in Târgu Jiu (Rumänien) sein größter Erfolg in der noch jungen Karriere seines Boxdaseins.

Täglich hat er Kontakt zur Familie in Münster und seinem ehemaligen Coach ­Stipan Prcic. In Köln trainiert Ibrahim inzwischen unter Lukas Wilaschek, 2004 Olympiateilnehmer in Athen. Sie alle drücken ihrem Jungen die Daumen. Nur im Falle eines vorzeitigen Scheiterns würde Luft bleiben für einen Ausflug in die City. Aber das ist nicht das, was Ibrahim will. Seine Mission ist eine Medaille. Erster Gegner ist am Dienstag der Serbe Tamir Galanov, das ergab die Auslosung am Sonntag.

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