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Rudern: Nationalteams

In besten Händen bei den Docs Serrano und Schneider aus Münster

Münster

Es sind nicht nur die Athleten, die Münster aus Sicht des Deutschen Ruder-Verbands attraktiv machen. Auch die medizinische Betreuung aus Westfalen kommt an. Mit Dr. Daniela Serrano und Dr. Kristian Schneider waren 2021 zwei Ärzte aus der Stadt im Dauereinsatz.

Von Ansgar Griebel

Auch Teil des Jobs: Teamärztin Dr. Daniela Serrano verabreicht Junioren-Europameister Fabio Kress eine Abkühlung und behält den Athleten nach dem Rennen im Auge. Foto: privat

Wenn der Deutsche Ruder-Verband seine Teams auf Reisen schickt, dann sind meist auch Athleten und Athletinnen aus Münster am Start. Im Jahr 2021 war vor allem der Nachwuchs des RV Münster eine sichere (Medaillen-)Bank. Gerne greift der DRV auch auf die Trainer des RV Münster zurück, ab und an reisen und siegen sogar Vereinsboote aus Münster unter der Flagge des Dachverbands – und in diesem Jahr 2021 stammte auch das bestens geschulte medizinisches Geleit aus der Universitätsstadt.

So war bei den U-23-Europameisterschaften im tschechischen Racice Dr. Daniela Serrano mit an Bord, die für die medizinische Betreuung der Aktiven verantwortlich zeichnete. Dr. Kristian Schneider begleitete wenige Wochen später die jüngeren Jahrgänge zur U-19-Weltmeisterschaft nach Plovdiv in Bulgarien.

Beide sind sie bestens vertraut mit dem Rudersport: Serrano, die nach der Weiterbildung an der Universitätsklinik Münster (UKM) als konservative Orthopädin bei der Praxis Orthopädie Salzstraße angeheuert hat, ist als Ehefrau von RVM-Chefcoach Thorsten Kortmann manchmal näher dran am Rudergeschehen, als ihr eigentlich lieb ist. Schneider, der am UKM in der Orthopädie arbeitet, hat selbst in und für Mülheim gerudert – und weiß um die Befindlichkeiten und Probleme der Ruderer und Ruderinnen aus eigener Erfahrung. „So erfülle ich vielleicht meine Träume, die ich als Aktiver nicht erreicht habe“, sagt Schneider lachend.

Nicht alle haben Ärzte dabei

Tatsächlich sind die Mediziner bei den Internationalen Titelkämpfen ebenso gefragt wie selten. „Es ist nicht verpflichtend, dass Ärzte mitfahren“, erzählt Schneider, „in Bulgarien hatten neben dem DRV nur die Amerikaner einen Arzt im Team.“ Entsprechend begehrt waren die beiden Experten. „Der Kollege eher bei den englischsprachigen Athleten, ich im deutschsprachigen Raum. Bei mir rief der Schweizer Verband an, weil es Probleme bei einer Athletin gab. Natürlich hilft man dann, wenn man kann.“

Vor Ort sind die Orthopäden Schneider und Serrano dann nur zum Teil in ihren Spezialdisziplinen, oft vor allem als Allgemeinmediziner gefragt. „Aus orthopädischen Gesichtspunkten ist Rudern eher ungefährlich. Wir sind da eher die Hausärzte“, so Schneider. „Auch, wenn Schulterbereich und Gelenke immer wieder Thema sind, so sind wir natürlich auch als Internisten im Einsatz“, ergänzt Serrano. Erkältungen, Infekte und der Kreislauf sind Dauerbrenner – und dann kam aber auch ein umgeknickter Knöchel bei der WM in Plovdiv. „Aber nicht im Boot, sondern im Treppenhaus. Auch da musste schnell reagiert werden. Ich bin mit dem Athleten ins Krankenhaus gefahren – und war froh, dass wir da nicht alleine waren. Das war schon chaotisch.“ Gerade rechtzeitig wurde der Sportler wieder fit – und holte im Vierer Bronze. „Das ist unser Hauptjob – und auch das, was es von unserem Mediziner-Alltag unterscheidet“, sagt Serrano. „Es ist immer akut. Die, die Probleme haben, müssen schnell wieder zurück ins Boot. Dafür sind die Athleten hier, wir sind da, damit das funktioniert.“

Dr. Kristian Schneider

Schneider erklärt: „So können wir einen wichtigen Teil zur Nachwuchsförderung beisteuern.“ Für seinen Einsatz gibt es nur eine symbolische Aufwandsentschädigung, „die ich dann aber für die Nachwuchsarbeit gespendet habe“. Allerdings geht das Wirken auch zu Lasten des Erholungsurlaubs. „Das schränkt den Rahmen natürlich ein“, sagt Schneider. „Alles in unserer Freizeit“, bestätigt Serrano, „das muss man gut planen und sich genau überlegen, aber wir machen das gerne.“

Dr. Kristian Schneider betreute das deutsche U-19-Team beim Trainingslager in Berlin und begleitete Kieran Holthues (r.) und seine Kollegen auch bei der WM in Bulgarien. Foto: privat

Darum haben beide schon ihre Bereitschaft für das kommende Jahr bei DRV-Verbandsarzt Ulrich Kau hinterlegt. 2022 stünden die Weltmeisterschaften in Varese/Italien an. Schmitt würde gerne wieder das U-19-Team betreuen, Serrano die ältesten Nachwuchsjahrgänge.

Kortmann ist stolz

RVM-Trainer Kortmann selbst ist natürlich froh und auch ein bisschen stolz, in Münster das komplette Paket liefern und damit auch im Nationalverband einer der ersten Ansprechpartner sein zu können. „Wir haben, gemeinsam mit der Sportmedizin (Prof. Dr. Brand) und der Orthopädie des UKM sowie den niedergelassenen Ärzten ein hervorragendes medizinisches Netzwerk zur Betreuung der Athleten vor Ort“, so Kortmann, der selber häufig mit dem Team unterwegs ist. „Allerdings haben wir bislang noch keine gemeinsamen Einsätze gehabt“, sagt Gattin Serrano, „komisch eigentlich.“ Alleine dafür müssen doch noch einige Urlaubstage aufbewahrt werden.

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