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Badminton: Bundesliga

Irre. Wahnsinn. Union – Lüdinghausen siegt 4:3

Lüdinghausen

Was für ein Spektakel: Vor großer Kulisse bezwang Union Lüdinghausen den TV Refrath nach grandioser Aufholjagd und ziemlich genau drei Stunden mit 4:3. Beinahe jede der sieben Begegnungen war ein Drama für sich.

Von Florian Levenig

Auch Josche Zurwonne (r.) und Nick Fransman boten den vielen Fans in der Drei-Burgen-Arena am Sonntagabend großen Sport. Foto: flo

Michael Schnaase, Teammanager des Badminton-Bundesligisten Union Lüdinghausen, hatte im Vorgespräch der Partie gegen den TV Refrath ein 4:3 prognostiziert. Und da der Mann unbestritten vom Fach ist, endete dieser Krimi mit Überlänge – natürlich – 4:3. Schnaase mochte sich halt nur nicht so genau festlegen, wer den Sieg davonträgt und zwei Zähler holt, und wer sich, wie bei einem 3:4 üblich, mit einem Punkt begnügen muss. Nun, es waren die Unionisten, die nach einer grandiosen Aufholjagd und ziemlich genau drei Stunden triumphierten – vor beeindruckender Kulisse, Rekordbesuch seit dem Umzug vom Anton in die Drei-Burgen-Arena.

Und es war ja nicht nur das knappestmögliche Endergebnis, das diesem durchaus denkwürdigen Match die Spannung verlieh. Beinahe jede der sieben Begegnungen war ein Drama für sich. Schon die ersten Doppel waren umkämpfter, als man sich das von Union-Seite her vielleicht vorgestellt hatte. Ties van der Lecq und Robin Tabeling spielten fürwahr nicht schlecht, mussten sich aber der bärenstarken TVR-Paarung Adam Hall/Jan Colin Völker mit 1:3 geschlagen (12:10, 9:11, 6:11, 9:11).

Janssens springt kurzfristig ein

Ebenfalls über vier Sätze gingen auf Court 2 Selena Piek und Johanna Goliszewski, ehe der Sieg über Debora Jille und Eva Janssens fix war. Letztere hatte erst zwei Stunden vor der Abfahrt erfahren, dass sie für die erkrankte Leona Michalski einspringen soll. „Dafür, dass Selena zu den besten Doppelspielerinnen in Europa zählt, haben wir uns, denke ich, ganz gut geschlagen“, so die Ex-Unionistin.

Läuteten die Aufholjagd ein: Selena Piek und Robin Tabeling. Foto: flo

Kritisch wurde es, nachdem erst Josche Zurwonne mit Nick Fransman das zweite Doppel verloren hatten und sich dann Rachel Sugden – trotz einer 7:3-Führung im Entscheidungsdurchgang – Ann-Kathrin Spöri beugen musste. 1:3, so der leicht beunruhigende Rückstand aus Sicht der Nullachter. „Wird schwer, jetzt überhaupt zu punkten“, so Schnaases Zwischenfazit“. „Wieso?“, fand dagegen der in ungezählten Bundesliga-Fights gestählte Zurwonne, „ist ja noch nichts verloren“.

Carraggi und Roth treiben es auf die Spitze

Tatsächlich drehten die Lüdinghauser jetzt so richtig auf. Aram Mahmoud bezwang David Kim zwar mit 3:0, aber selbst dieses Duell war umkämpft, vor allem der erste Abschnitt (15:14). Anschließend rang das 08-Mixed Tabeling/Piek das Refrather Duo Hall/Jille mit 3:1 nieder. 3:3 – ging da plötzlich doch noch was in Sachen Heimsieg? Und ob. Und wie. Selbstverständlich trieben es Julien Carraggi, die Nummer eins der Steverstädter, und Roth im abschließenden Top-Einzel auf die Spitze. Der Belgier verlor den ersten Satz deutlich, gewann dafür die Durchgänge zwei und drei. Roth konterte. Der Ausgang dieses Marathonmatches hing also tatsächlich an einem einzigen Satz – und den gewann Carraggi mit 11:9. Irre. Wahnsinn. Union.

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