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Fußball: Regionalliga

Jan Holldack „hat Bock“ auf Rot-Weiß Ahlen

Ahlen

Gefühlt war Jan Holldack gar nicht weg. Knappe sechs Wochen gerade einmal. Und bevor sich die Fans von Rot-Weiß Ahlen an die Lücke gewöhnt hatten, die der offensive Mittelfeldspieler hinterlassen hatte, war sie auch schon geschlossen. Durch eben die überraschende wie unerwartete Rückkehr des 25-Jährigen. Und der spielt in den Überlegungen von Trainer Andreas Zimmermann sofort wieder eine große Rolle.

Von Uwe Niemeyer

Hoffnungs- und Leistungsträger sowie Schlüsselspieler: Auf den Schultern von Jan Holldack lastet einiges. Sorgen macht sich der 25-Jährige aber dennoch keine. Foto: Marc Kreisel

Er kam als (vorerst) letzter Neuzugang. Wobei – eigentlich war Jan Holldack gar nicht weg. Nicht wirklich! Der Angreifer gönnte sich gefühlt lediglich eine längere Sommerpause. Ob er zum Start in die Regionalliga-Saison am Samstag beim SV Straelen rechtzeitig spielberechtigt ist, wird sich kurzfristig zeigen. Seinen Wert für Rot-Weiß Ahlen wird der 25-Jährige nach seiner überraschenden – aber nicht minder erwartungsvollen – Rückkehr noch früh und lange genug unter Beweis stellen können.

Die Erwartungen im Umfeld sind groß. „Damit habe ich keine Probleme. Dafür bin ich ja auch da“, sagt Holldack. Er weiß, was ihn erwartet. Schließlich spielte er von Herbst 2020 und bis Juni dieses Jahres für die Rot-Weißen, erzielte dabei fünf Treffer in 28 Spielen. Die zweitmeisten. Sieben Assists kamen hinzu. „Das war eine kurze aber intensive Zeit in Ahlen“, ordnet er sein erstes Gastspiel ein. Eins, das ihm gefallen und das er nicht vergessen hat. Denn, so der in der Nähe Hennefs geborene und mit 14 Jahren in Köln aufgewachsene Fußballer, eine Alternative zu Ahlen kam für ihn nicht in Frage.

Kurzgastspiel in der vierten französischen Liga

Wozu auch das Tempo passte. Denn die Rückkehr ging schon im Eiltempo über die Bühne. Er war erst zwei Tage vor seiner Präsentation im Wersestadion zurück nach Deutschland gekommen. Schließlich hatte er sich verabschiedet, um in Frankreich eine Dependance der elterlichen Firma, die Luxus-Jachten aufbereitet, aufzubauen. Holldack hatte sich auch bereits dem Racing Club de Grasse, ebenfalls ein Viertligist übrigens, angeschlossen. Auch drei Testspiele samt kompletter Vorbereitung seit Mitte Juli liegen hinter ihm. Doch die organisatorischen und bürokratischen Hindernisse führten zum Umdenken. „Das hätte schnell vier oder fünf Monate in Anspruch genommen“, klärt Holldack auf. Also Kommando und Wechsel zurück. Gearbeitet wird aus Deutschland.

Jan Holldack zu seiner Rückkehr zu RW Ahlen

Nicht aber ohne Fußball. Und da kam Ahlen zurück ins Spiel. Der Kontakt war nie abgerissen. Insbesondere nicht zu Co-Trainer Christopher Nilius und Kevin Kahlert. Intensiviert wurde er schnell – und zum Abschluss gebracht. „Jeder wusste ja, was er vom anderen zu halten hat. Besser kann es nicht sein. Ich kenne die Abläufe. Am Ende gaben viele unterschiedliche Gründe den Ausschlag. Ich habe einfach Bock drauf. Wir haben uns im Vorjahr etwas aufgebaut. Das schweißt zusammen“, gesteht er.

Station für die nächsten zwei Jahre

Das Comeback war perfekt. Für die nächsten zwei Jahre wieder Ahlen – durchaus nach einigen Stationen im Seniorenbereich. Die bescherten ihm auch 76 Regionaliga-Einsätze und 13 Treffer. Vom 1. FC Köln aus, wo er zum Profikader, aber nicht zu den Planungen vom damaligen Coach Peter Stöger zählte, ging es nach England. Bonner SC, VfR Aalen, KFC Uerdingen und Wuppertaler SV folgten. Die zunächst letzte und für mindestens zwei Jahre soll Ahlen sein. Auch deshalb befindet sich Jan Holldack gerade auf Wohnungssuche. Er wohnt und arbeitet im Hotel.

Jan Holldack denkt auch an die Zeit nach dem Fußball

Gleichzeitig hat er auch die Zukunft im Blick: „Ich werde nicht mit dem Fußball aussorgen. Den Fehler vieler junger Kollegen werde ich nicht machen. Ich möchte auch beruflich die Weichen stellen.“ Ahlen biete ihm den Doppelpass von Fußball und Familien-Betrieb, in den er nach und nach hineinwachsen möchte.

Zunächst aber auch wieder ins Team von Andreas Zimmermann, mit dem er am Dienstag erstmals wieder auf dem Trainingsplatz stand. Wie groß im Umfeld die Freude über die Verpflichtung war, machte die Reaktion der Fans schon am Samstag deutlich, als ihn Heinz-Jürgen Gosda bei der Mannschaftsvorstellung aus dem Hut zauberte. Der 25-jährige Mittelfeldspieler war schließlich einer der Leistungsträger, dessen Abschied eine Riesenlücke im Mannschaftsgefüge hinterlassen hatte. Nun wird sie wieder geschlossen.

Trainer Andreas Zimmermann zum Rückkehrer

„Er ist für uns ein Schlüsselspieler, soll die jungen Spieler führen. Es war ja gleich meine Idee, Arbeit und Fußball zu kombinieren. Jetzt haben wir Glück gehabt“, so Zimmermann. Ob er bis Samstag spielberechtigt sein wird, ist offen. Ungeachtet dessen versichert der Trainer: „Wichtig ist, dass er wieder da ist.“ Gefühlt war Holldack ohnehin nicht weg.

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