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Fußball: Oberliga

Kein Tore, aber ein echtes Spitzenspiel zwischen Preußen II und Bövinghausen

Münster

Tore fielen nicht, und doch konnten sich die Zuschauer die Partie zwischen Preußen Münster II und dem starken wie ambitionierten Aufsteiger TuS Bövinghausen gut ansehen. Ein Treffer für die Gastgeber wäre am Ende nicht unverdient gewesen.

Kevin Schacht aus dem Profi-Kader durfte diesmal in der Offensive ran. Hier behauptet er den Ball vor Bövinghausens Nico Thier (r.). Foto: Wilfried Hiegemann

Spitzenspiel stand drüber, Spitzenspiel war drin. In der Oberliga war das 0:0 der Zweiten von Preußen Münster gegen den zum Überflug ansetzenden Aufsteiger TuS Bövinghausen aus Dortmund zu keiner Sekunde langatmig, sondern von der Intensität her fortwährend hochklassig. Diese Preußen sind ziemlich erwachsen geworden und verdienen sich gerade den Respekt der Konkurrenz.

Es spricht für sie, dass sie ein bisschen damit haderten, den einen Treffer nicht gesetzt zu haben. Für Trainer Kieran Schulze-Marmeling war die Reaktion ebenso wie die Punkteteilung „völlig okay. Das waren 90 richtig, richtig gute Minuten.“ Beleg: Er wechselte nur zweimal.

Preußen arbeiten gut gegen den Ball

Vor allem im Spiel gegen den Ball war seine Elf fast perfekt aktiv, bissig und extrem aufmerksam bis in die Viererkette, der ein präsenter Keeper Roman Schabbing den Rücken stärkte. Aus dem Pressing des Favoriten lösten sich die Münsteraner effektiv und schafften auf den Außen wiederholt Überzahlaktionen. „Wir haben dem Gegner unser Spiel mehr und mehr aufgedrückt“, sagte Schulze-Marmeling und erlebte gegen Schluss, dass Kollege Sebastian Tyrala mit dem Punkt zufrieden war.

Der prominenteste TuS-Kicker, der bis 2025 gebundene Weltmeister Kevin Großkreutz (34), stellte sich im defensiven Mittelfeld als Ballverteiler in den Dienst der Mannschaft. Die kam physisch beeindruckend in die Gänge, aber Preußens geballte Widerstandskraft sorgte für Augenhöhe. Bemerkenswert, welchen Sprung zum Beispiel der 19-jährige Jakob Korte gemacht hat, der als Sechser mit Intelligenz und Übersicht besticht. Ihn erdrückt die Verantwortung kein Stück, auch weil, wie Kevin Schacht, alle bereit sind, Meter zu machen und Duelle zu führen.

Wenig echte Torszenen

Echte Torszenen waren Mangelware, dafür standen die Teams jeweils zu sicher und hielten die Konzentration hoch. Die Preußen schlugen ein paar Flanken weniger gut und ließen es ein paarmal an der Besetzung in der Box mangeln. Gegen den Ball durften sie sich keinen Fehler leisten. „Bövinghausen macht aus wenigen Szenen schnell viel“, wusste Schulze-Marmeling. Der TuS ließ nach dem Wechsel den besten (sechsfachen) Torschützen Elmin Heric in die Spitze rücken, aber mehr als halbe Möglichkeiten gönnten ihm die konstant guten Jano ter Horst und Ali Cirak nicht.

Schacht sorgte für eine Szene und hatte selbst eine Chance vor der Nase – wiederholt fehlte nur der letzte Tick oder die kleine Portion Glück. Wie aus dem Nichts zog für den TuS Marko Onucka aus 17 Metern ab und traf nur die Torlatte (70.). Elias Demirarslan hielte dagegen und prüfte Joshua Mroß (76.), den 105-fachen Regionalliga-Torwart. Mit Ansumana Nyassi kam noch mal ein sehr schneller Preuße, der ins Dribbling gehen kann. „Wir wollten bis zum Schluss unbedingt. Das hat die gesamt Elf auch ausgestrahlt“, sagte der Preußen-Coach. Und war stolz nach diesem 0:0 der besten Sorte, in dem Schiedsrichter Leonidas Exuzidis (Castrop-Rauxel) zum Gefallen aller Aktiver viel laufen ließ.

SCP: Schabbing – Mause, Pohl, ter Horst, Cirak, Demirarslan – Korte – Schacht, Di Pierro (66. Heering), Selutin (76. Nyassi) – Steinfeldt

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