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Leichtathletik: Volksbank-Münster-Marathon

Kenianische Doppelsiege vor stattlicher Kulisse

Münster

Die Siege beim Volksbank-Münster-Marathon gingen nach Kenia. Samuel Lomoi musste nach seiner Ankunft versorgt werden, so platt war er. Monica Cheruto triumphierte bei den Damen. Beide hatten Landsleute im Nacken.

Von André Fischer

Schnellste Frau in Münster: Foto: Jürgen Peperhowe

Sein Körper ist zierlich. Die Beine sind dünn – 55 bis 60 Kilogramm, so viel mehr wird Samuel Lomoi nicht mit sich herumtragen. Der Kenianer dominierte am Sonntag die 19. Auflage des Volksbank-Münster-Marathons. Nach 2:12:14 Stunden war er im ­Finish in Münsters guter Stube auf dem Prinzipalmarkt sichtlich geschafft. Kurz sackte er auf die Knie, holte tief Luft, um denn abseits mit einem Becher Cola seinen Energiehaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Zwischenzeitlich wurde er gar ärztlich versorgt – der junge Afrikaner hatte sich vielleicht doch zu viel zugemutet. Zumindest beim Siegerfoto mit seinem Freund und Landsmann Francis Cheruiyot (2:15:18), der Zweiter wurde, hatte er sein Lächeln wieder gefunden. „Es ist ein großer Erfolg für mich“, wirkte er berührt.

Einen kenianischen Doppelsieg gab es auch bei den Frauen. Monica Cheruto (2:35:17) schnappte sich das volle Preisgeld vor Sophy Jepchirchir (2:38:31). Nichts wirklich Neues – die Läuferinnen und Läufer aus dem ostafrikanischen Hochland sind dem Rest der Welt mal wieder davongelaufen. Immerhin waren 26 Nationen vertreten, davon allein 50 Niederländer. Beste Deutsche wurde Johanna Rellensmann (LSF Münster/2:44:09), schnellster nationaler Aktiver war Seriensieger Elias Sansar (TuS Eintracht Bielefeld/2:25,15). Während große Events wie Köln, Düsseldorf und Frankfurt in der Pandemie das Aus ereilte, hielt Münster an seinen Plänen fest – und wurde belohnt. Knapp 2300 Aktive gingen unter dem Applaus Tausender geimpfter, genesener oder getesteter Zuschauerinnen und Zuschauer auf die 42,195 Kilometer. „Wir haben den Mut gehabt, es durchzuziehen“, so „Boss“ Michael Brinkmann.

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