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Fußball: Regionalliga West

Kok, Ghindovean, Holtby – die Hintergründe zu den Preußen-Transfers

Münster

Das Fenster ist zu, und in den letzten Stunden kam noch mal richtig Bewegung rein bei Preußen Münster. Thomas Kok und Darius Ghindovean kamen dazu, Joshua Holtby ging. Welcher Transfer mit welchem zusammenhing, woher die Tipps kamen, wer ablösefrei war, wer über die Saison hinaus gebunden ist – hier gibt es Antworten.

Von Thomas Rellmann

Darius Ghindovean verstärkt die Preußen. Foto: Imago/Werner Scholz

Kurz vor Toreschluss wurde es plötzlich noch mal hektisch an der Hammer Straße (wenn auch nicht nur dort). Nach Lukas Frenkert, der um den Jahreswechsel vom FC Schalke 04 II zurückkam, holte Preußen Münster mit Darius Ghindovean (MSV Duisburg) und Thomas Kok (FK Jerv/Norwegen) zwei weitere Winter-Neuzugänge. Mit Joshua Holtby verabschiedete sich jedoch auch ein Akteur ohne großen Anlauf. Ihn zieht es zum Regionalliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach II.

Sportdirektor Peter Niemeyer atmete einmal tief durch. Einige Optionen waren spät geplatzt, dazu wollten höherklassige Vereine weniger Profis abgeben, um sich keiner Alternativen im Fall von Corona-Ausbrüchen zu berauben. „Ich bin umso glücklicher mit unseren Neuen. Beide sind im Saft“, sagte der 38-Jährige. Und beide sind nicht nur für bis zum Saisonende gebunden.

Holtby fragte Ende der Woche an

Weil Holtby erst Ende letzter Woche mit seinem Anliegen in Niemeyers Büro vorstellig geworden war, kam auch die Personalie Ghindovean spät ins Rollen. Der 20-Jährige hat immerhin schon 29 Drittliga-Einsätze für die Zebras (ein Tor) vorzuweisen, kam seit Oktober aber kaum noch zum Zug. Er ist ähnlich wie Holtby für die Achterrolle im 4-3-3 vorgesehen, kann aber auch auf der linken Seite agieren. Für die rumänische U 20 bestritt er vier Partien (ein Treffer), sammelte auch davor in Jugend-Nationalmannschaften Erfahrung. Weitere Abstellungen sind in der Zukunft nicht ausgeschlossen. „Sehr talentiert, technisch stark, großes Laufvermögen“, so umreißt Niemeyer die Qualitäten. Auch wenn der Sportchef weiß, dass der Neuling noch in der Lernphase ist, soll er möglichst eine Soforthilfe sein.

Peter Niemeyer über Thomas Kok

Kok, dessen Vertrag beim norwegischen Zweitligisten FK Jerv mit Abschluss der Spielzeit im Dezember auslief, ist ablösefrei. 15 Monate war der 23-Jährige in Skandinavien Stammspieler und feierte jüngst noch den Aufstieg in die erste Liga. Zuvor bestritt er 74 Partien im niederländischen Unterhaus für den FC Dordrecht sowie seinen Heimatclub Willem II Tilburg, für den er auch in der Jugend kickte. Zwei Jahre spielte er zudem als C-Jugendlicher für den FC Antwerpen in Belgien.

Thomas Kok (l.) ist für das defensive Mittelfeld vorgesehen. Foto: Imago/ProShots

Niemeyer, der sein niederländisches Netzwerk anzapfte, sagt: „Fußballerisch ist er sehr stark, dazu kommt eine hohe Spielintelligenz. Thomas hat bereits auf höchstem Niveau gespielt und bringt eine Extraportion Qualität in unseren Kader.“ In einer Probetraining-Einheit präsentierte er sich beim SCP sehr gut. Allerdings: Dominik Klann überzeugte auf Koks Position zuletzt regelmäßig, so dass es ein enges Rennen auf der Sechs geben dürfe.

Seltenere Einsatzzeiten

Und Holtby, der nach eineinhalb Jahren geht? Seine Einsatzchancen waren in der Tat gering. Seit Anfang Oktober stand der 26-Jährige nur einmal in der Startelf, auch wenn er in dieser Saison 18 von 23 Partien absolvierte (13 davon als Joker). In seiner ersten Halbserie 2020 war er noch Leistungsträger, doch danach wurde der Standardexperte immer seltener gebraucht. Ihn zieht es an den Niederrhein, wo er früher schon im Nachwuchs kickte.

Joshua Holtby Foto: Pier

„Er hat sich immer tadellos verhalten und in jedem Training voll reingehängt“, sagt Niemeyer. „Daher wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen.“ Da Jules Schwadorf häufig verletzt ist, bestand auch akut für die Halbposition im Mittelfeld Bedarf. Mit Ghindovean war ein neuer Mann schnell gefunden. „Adäquater Ersatz war die Voraussetzung“, so Niemeyer – und ist happy, dass der Stress fürs Erste ein Ende hat.

Kommentar: Nicht verschlechtert

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