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Volleyball: Bundesliga Frauen

3:2 gegen Erfurt – der USC Münster dreht verlorenen geglaubten Tiebreak

Münster

Das war ein Krimi zur besten Sendezeit – mit Überlänge. 130 Minuten dauerte das Duell zwischen dem USC Münster und Schwarz-Weiß Erfurt, in dem die Thüringerinnen im Tiebreak alle Chancen zum Auswärtssieg hatten. Doch Münster drehte Satz fünf und behielt zwei Punkte am Berg Fidel.

Mia Kirchhoff, die sich hier gegen den Erfurter Block mit der Ex-Münsteranerin Demi Korevaar und Corina Glaab (r.) durchsetzte, gewann mit dem USC am Samstagabend eine hart umkämpfte Partie im Tiebreak. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Hoffnungen, wie im Vorjahr nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten dazustehen, haben sich für den USC Münster zwar nicht erfüllt. Doch dieser 3:2 (25:21, 26:24, 19:25, 19:25, 15:13)-Erfolg über Schwarz-Weiß Erfurt ist für den Verlauf der Saison vielleicht sogar mehr wert als nur zwei Zähler. Es war ein Sieg der Moral, lagen die Unabhängigen nach einer 2:0-Satzführung doch im Tiebreak schon fast aussichtslos mit 1:6 im Hintertreffen. „Der Sieg ist für den Kopf unheimlich wichtig. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie zurückgekommen ist und das Spiel noch gewonnen hat“, sagte Trainerin Lisa Thomsen nach den 130 aufreibenden Minuten.

Der USC benötigte schon beim Start in die Partie ein wenig Anlaufzeit. Die ersten drei Ballwechsel entschied gleich einmal der Gast für sich, der seinen Vorsprung auf 9:5 ausbaute. Dann aber kamen die Unabhängigen langsam in Schwung. Mia Kirchhoff gab mit dem 6:9 das Startsignal und läutete damit den 5:0-Lauf ein. Münster war erstmals vorne, hatte sich aber noch nicht vollends freigespielt.

Schröder mit zwei Assen

Beide Teams leisteten sich in der Folge mehrere Fehler, als Beispiel dienen bis zum 16:14 fünf Aufschlagfehler (drei USC, zwei SWE). Nur gut, dass es Juliane Schröder besser machte, die Mittelblockerin servierte mal eben zwei lupenreine Asse. Da aber auch Erfurts Corinna Glaab von der Linie Druck erzeugte und eben diesen auf den USC ausübte, rückten die Thüringerinnen wieder bedrohlich an Münster heran (19:18). Eine enge Kiste dieser erste Satz, in dessen Endphase der SWE ein, zwei Fehler mehr als der USC machte. Natalie Wilczek verpatzte einen weiteren Aufschlag, Antonia Stautz schmetterte ins Aus – Münster sagte artig Danke und beendete durch Maria Schlegel den Eröffnungsdurchgang.

Auch im zweiten Abschnitt blieb der Gastgeber zunächst das bessere, solidere Team. Kapitänin Iris Scholten punktete verlässlich und bekam durch Schlegel, Kirchhoff und auch Neuzugang Daniela Öhmann die nötige Unterstützung. Dazu streute Katerina Valkova hier und da mal einen Aufschlagpunkt ein. Das sah gut aus, es lief – zumindest bis zum 16:11. Da gab es einhergehend mit einer Erfurter Steigerung einen Bruch im USC-Spiel. So fanden die Schwarz-Weißen zurück in den Satz und hatten nach einem erfolgreichen Angriff der ehemaligen Münsteranerin Demi Korevaar beim 24:23 sogar die Chance, diesen zu gewinnen. Doch Valkova mit einer frechen Stellerfinte sowie Kirchhoff holten das Momentum zurück. So war es Schröder vorbehalten, mit einem weiteren ihrer effektiven Aufschläge Abschnitt zwei zu beenden.

Weiter zu fehlerhaft

Münster hatte sich gerade so zur 2:0-Führung gerettet, die Tendenz aber setzte sich nach dem Seitenwechsel fort. Erfurt blieb am Drücker, weil Münster die Ordnung und damit die Durchschlagskraft abhanden gekommen war. Über 2:5 und 4:10 geriet der USC in einen Sieben-Zähler-Rückstand (5:12), musste so langsam seine Aufholjagd starten. Doch die begann allenfalls zaghaft, richtig in Schlagdistanz kam die Thomsen-Truppe nicht mehr (15:20, 18:22). Erfurt blieb stabil und erzwang folgerichtig einen vierten Satz.

Irgendwie war Münsters Faden gerissen, es fehlten die Mittel gegen die gut arbeitende Block-Feld-Abwehr des SWE. Öhman, Scholten und Kirchhoff scheiterten bis zum 4:9 am Erfurter Block, der häufig die Finger am Ball hatte. Der USC kam kaum noch durch, verzweifelte und biss sich bei allem Einsatz die Zähne aus.

Joker Kömmling wird zur Matchwinnerin

So ging es in den Tiebreak, in dem Münster zunächst nicht viel glückte. Doch die beim Stand von 1:5 eingewechselte Elena Kömmling brachte neue Energie – und mit zwei Punkten neue Hoffnung. Aus einem 1:6 und 2:7 machte der USC erst ein 8:9 und dann durch einen weiteren Kömmling-Zähler ein 11:10. Der SWE, der schon beide Hände am Sieg hatte, schwächelte, wackelte. Und fiel letztlich, weil die 22-jährige Kömmling erst Erfurts Topscorerin Vera Mulder (23 Punkte) zum 14:12 blockte und dann den zweiten Matchball persönlich verwandelte. Der Rest war Jubel und Erleichterung.

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