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Fußball: Regionalliga West

1:2 gegen Gladbach II – RW Ahlen wähnt sich im falschen Film

Ahlen

Man kennt die Szene aus Horrorfilmen: Gerade, wenn das Opfer aufatmet und sich in Sicherheit wiegt, dann kommt das Monster mit der Axt aus dem Gebüsch. In Ahlen hatte es einen Namen: Torben Müsel.

Kalt erwischt: Torwart Robin Brüseke und Mike Pihl können es nicht fassen. Foto: Wegener

Sofort nachdem Mönchengladbachs Cagatay Kader seinen Strafstoß an die Latte gedonnert hatte, alle Ahlener jubelnd abdrehten, war es Müsel, der den abgeprallten Ball durch die allerkleinste Lücke ins lange Eck platzierte. Dieses abrupte 2:1 samt der Roten Karte gegen Zuhs, der Kader selbst zum Elfmeter auf die Bretter geschickt hatte (79.), beendete den Gruselfilm bei RW Ahlen, der Rest war nur noch Abspann und eigentlich ebenso wenig blutig oder spannend wie die Minuten zuvor.

„Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf, die Jungs haben alles rausgehauen“, wurde Trainer Andreas Zimmermann nicht müde, das Positive zu sehen. „Die Reaktion auf das verlorene Pokalspiel hat gestimmt.“

Was stimmt, ist, dass diese Niederlage den Charakter eines klassischen Unentschieden trug. Spätestens nach der Pause verlor sich das Geplänkel – vom Elfmeter-Drama abgesehen – in einem schwammigen Mittelfeld-Geschiebe, bei dem gerade noch Distanz-Schüsse von Dej (vorbei) und Marzullo (in der Nachspielzeit gehalten) für gelinde Aufmerksamkeit sorgten. Glück für die Gäste, dass eine Unkonzentriertheit das Treffen entschied.

Ahlens Welt war nur kurz rosig

Eigentlich die Fortsetzung aus Halbzeit eins, in der das Duell schon nach dem 1:1 verflachte. RW Ahlens Welt war noch rosig, als Gueye, erstmals von Beginn an als spielender Zehner, den Stellungsfehler von Gaal schon nach drei Minuten mit einem langen Ball über Gladbachs starken Torhüter zum 1:0 nutzte. Da die Gastgeber aber vor nur noch 582 Zuschauern nicht nachsetzten, zwang Noß den Zufall mit einem abgefälschten Schuss ab der Strafraumgrenze zum Ausgleich (25.). Dass man nicht ganz das Toreschießen vergessen hatte, bezeugten Versuche von nochmal Gueye, der einen Kopfball zu schwach Torwart Olschowsky in die Arme nickte (35.), und Gladbachs Kemper, dessen Versuch aus der zweiten Reihe von Brüseke pariert wurde (43.).

Der Rest bis zu einer absehbaren Punkteteilung wäre eigentlich nur eine Frage der Technik gewesen. Aber einmal nicht hingeschaut, einmal im Glauben, man sei davongekommen, und schon wird ein braver Film für die ganze Ahlener Familie doch noch zu einer Horror-Show.

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