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Handball: Oberliga

ASG besiegt LIT in einer irren Partie

Ahlen

Es war kein Handball-Spiel, es war eine Partie am Rande des Wahnsinns. Die Ahlener SG besiegte LIT NSM knapp und verdient. In den 90 (!) Minuten zuvor aber jagte eine Kuriosität die nächste.

Cedric Gebhardt

Andreas Tesch war das personifizierte Stoppschild für die Angriffsmaschinerie des Gegners und trieb die LIT-Angreifer mit 14 Paraden zur Verzweiflung. Foto: René Penno

Dieser Eintrittspreis war jeden Cent. Im Oberliga-Spitzenspiel schnürten die Ahlener SG und LIT NSM den Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle ein All-Inclusive-Paket bestehend aus einem 90 (!) Minuten langen, extrem umkämpften Spiel, zwei Platzverweisen, etlichen Zeitstrafen, kuriosen Wechselfehlern, mitunter ähnlich kuriosen Treffern und einem ständigen Auf und Ab der Gefühle. Kurzum: Es war beste Unterhaltung. Mit dem besseren Ende für die Ahlener SG, die zwar etwas glücklich, letztlich aber trotzdem verdient mit 26:24 (15:12) gewann.

„Ich bin um fünf Jahre gealtert“, bekannte Handball-Abteilungsleiter Ronald Zent nach der Schlusssirene, die einer Erlösung gleichkam. Beide Teams paarten extremen Ehrgeiz mit unbändigem Durchhaltevermögen. Und beiden war (gerade zu Beginn) große Nervosität deutlich anzumerken. Die Partie war gerade sieben Minuten alt, da erlebte sie ihren ersten Höhepunkt. Beim Stand von 3:2 für die Hausherren räumte Björn Wiegers bei einer Abwehraktion Felix Bahrenberg ab, der minutenlang benommen liegen blieb. „Otzi“ sah daraufhin die Rote Karte.

Früher Platzverweis sorgt für hitzige Stimmung

„Er kommt in vollem Lauf auf mich zu und ich treffe ihn. Aber ich mache eine normale Abwehrbewegung, das war keine Absicht. Wir betreiben nun mal einen Vollkontaktsport“, konnte Wiegers seinen Feldverweis nur bedingt nachvollziehen. Von nun an waren die Gemüter und damit auch die sehr körperbetont geführte Begegnung deutlich erhitzter. Trotz einer Vielzahl an technischen Fehlern auf beiden Seiten, gelang es der ASG zunächst, sich weiter bis auf 7:3 (14.) abzusetzen. Spielfluss entstand dadurch nicht, es blieb ruppig und zerfahren.

Nach einer Erstversorgung durch die medizinische Abteilung kehrte Gäste-Akteur Felix Bahrenberg Mitte der ersten Hälfte von nun an treu begleitet durch Pfiffe der ASG-Fans zurück auf die Platte – und er machte den Gastgebern nun das Leben schwer. Der Halblinke von LIT traf binnen vier Minuten viermal. Dennoch lagen die Ahlener über 10:6 (22.) und 14:10 (27.) zur Halbzeit mit 15:12 vorn. Auch deshalb weil Andreas Tesch im Tor einen ganz starken Tag erwischt hatte und mehr als ein halbes Dutzend LIT-Angriffe zunichte machte.

ASG verliert den Faden, aber nicht den Kopf

Nach dem Wechsel erhöhte Niklas Seifert rasch auf 16:12 (32.) und die Gäste dezimierten sich nach einem Foul und einem Wechselfehler selbst. Die nun folgende doppelte Überzahl verschleuderte die ASG jedoch stümperhaft. Sie erzielte lediglich einen Siebenmeter des vom Punkt insgesamt siebenmal erfolgreichen Marvin Michalczik. Die ASG kam nun völlig vom Kurs ab. Ihr gelang 13 Minuten lang kein Feldtor mehr.

Bald selbst in Unterzahl, sahen die Ahlener, wie sich ihr Vorsprung in Windeseile auflöste. Nach 43 Minuten hatten die Gäste den 17:17-Ausgleich erzielt. In Überzahl gingen sie nun nach einem Fehlpass von Mattes Rogowski sogar mit 18:17 erstmals in Führung. LIT-Keeper Linus Happel wuchtete den Ball gegen die zu dieser Zeit ohne Torwart spielende ASG über das gesamte Feld ins Netz. Sekunden später sah auf der Gegenseite Jannik Gartmann nach einem Foul an Kevin Wiegers die Rote Karte. Mit dem fälligen Siebenmeter egalisierte Michalczik zum 18:18, ehe Nico Wunderlich gegen die nun ihrerseits ohne Torhüter spielenden Gäste mit einem Treffer über das gesamte Feld zum 19:18 die eigene Offensive reanimierte.

Die Schlussphase hat es in sich

Die ASG war nun wieder in der Spur und baute ihre Führung bis auf 24:21 (54.) aus. Doch nach Zeitstrafen gegen Kai Bekston und Philipp Lemke sowie einem Wechselfehler von Ferdi Hümmecke standen die Ahlener zeitweise nur noch mit drei Spielern auf der Platte. LIT nutzte das, um mit einem Drei-Tore-Lauf abermals zum 24:24 (56.) gleichzuziehen. Doch ein erneut nervenstarker Marvin Michalczik vom Punkt und Nico Wunderlich mit zwei Treffern sowie Andreas Tesch mit zwei gehaltenen Siebenmetern ließen die Waage in der Schlussphase abermals zu Gunsten der ASG kippen.

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