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Fußball: Regionalliga West

Brüseke: Immer nur nett . . . !?

Ahlen

Das Tor ist sein Revier, das Wersestadion soll es auch werden: Robin Brüseke kommt als neuer Schlussmann zu Rot-Weiß Ahlen – und hat reichlich Erfahrung mit im Gepäck.

-uwe-

Alles im Griff, vor allem den Ball: Robin Brüseke bringt viel Drittliga-Erfahrung mit nach Ahlen. Foto: Dünhölter

Man muss ja sein neues Wohnzimmer auch mal kennenlernen; wissen, wo alles ist oder wie man es findet. Und wenn man das ab jetzt sauber halten muss, vor allem die Tore, dann sollte man sich auch auskennen.

RW Ahlens Torwart-Trainer René Grabowski hat den Neuen am Dienstag beim ersten Training herumgeführt, das Wersestadion gezeigt, die Katakomben. Und – nun ja – Robin Brüseke ist höflich beeindruckt. „Ich bin sehr gespannt, das macht einen guten Eindruck“, ist der zukünftige Torhüter des Regionalligisten erstmal nett. Immer eine gute Idee, wenn man den Arbeitgeber wechselt.

Obwohl: Der 28-Jährige punktet am Tag seiner Unterschrift sowieso mit Sympathie und entspanntem Realismus. „Ich finde es gut, dass man hier in Ahlen in Ruhe aufbauen will“, sagt er. „Hätten sie gesagt, sie wollen sofort unter die Top drei, dann hätte ich mir Gedanken gemacht.“

Bodenständig und heimatverwurzelt – zwei Faktoren, die Robin Brüseke nicht nur dazu brachten, es geschlagene 14 Jahre beim SC Verl in der Regional- und 3. Liga auszuhalten, sondern auch sein nächstes Engagement lieber in der Nachbarschaft zu finden. „Hier hab ich meine Familie, Freunde, die Freundin“, sagt er. „Ich muss für einen Regionalliga-Verein keine Deutschland-Reise mehr machen. Schon gar nicht für 500 Euro mehr. Ich habe immer abgewogen, im Zweifel stelle ich das Finanzielle hintenan.“

Dann also Ahlen, das liegt auch nicht so viel weiter von seinem Wohnort Schloß Holte-Stukenbrock weg als Verl.

Seit 2008 für den SC Verl

Da nämlich, wo er sich ab der Jugend im Jahr 2008 den Traum erfüllt hat, „auf der großen Plattform zu spielen“, so der Lehramtsstudent (Germanistik/Sport). Und das mit langem Erfolg: in 193 Spielen ab der Regionalliga in Verl behielt er 57 Mal eine weiße Weste. 2019/20, als Verl in die 3. Liga aufstieg, hielt Brüseke seinen Kasten elfmal sauber. Aber keiner hält ewig.

Der neuverpflichtete Keeper Niclas Thiede verdrängte Brüseke bereits letzten Sommer vergangenen Jahres, sodass Brüseke lediglich im Winter zu zehn Einsätzen kam. Zeit also, dass sich was dreht. „Natürlich war ich nicht glücklich mit der Situation“, gibt Brüseke zu. „Ich will auf den Platz! Ich will spielen!“

Selbstverständlich betont der Neu-Ahlener den fairen Umgang und dass es eine Ehre gewesen sei, Teil der Verler Vereinsgeschichte sein zu dürfen. Aber letzten Endes kommt hinten doch nur eines raus: „Man sitzt auf der Auswechselbank und denkt: Da, wo der andere gerade spielt, da wär ich auch gerne“, will das ein unterforderter Brüseke bei RW Ahlen endlich wieder ändern. „Das ist gesunder Ehrgeiz“, sagt er und weiß: Immer nur nett ist nämlich auch keine Lösung.

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