Radsport: Gippinger Radsporttage

„Brutal schnell“ – Patrick Altefrohne im ersten Bundesliga-Rennen

Telgte

So fit er sich im Vorfeld gefühlt, so hart er auch trainiert hatte: Bei seiner Premiere in der Rad-Bundesliga hat Patrick Altefrohne gelitten. „Es war schlimmer als erwartet – ein lehrreiches Rennen für mich“, sagte der Telgter nach dem Saisonstart in Gippingen.

Von Ralf Aumüllerund

Der Telgter Patrick Altefrohne erlebte eine extrem harte Bundesliga-Premiere. Foto: kenopictures

Die Rad-Bundesliga, so heißt es beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR), gilt als „Sprungbrett für Amateure in den Profibereich“. Spätere Größen der Szene wie Tony Martin, Linus Gerdemann und John Degenkolb haben in dieser Rennserie erste Erfolge gefeiert. So weit wird Patrick Altefrohne natürlich nicht mehr kommen. Für den 30-Jährigen vom TV Friesen Telgte ist es schon ein Hochgefühl, in dieser Saison erstmals mit seinem Leeze-Team aus Münster in einem Bundesliga-Rennen mitzurollen.

Fieser Anstieg nach dem Start

Wobei: Die Begriffe Hochgefühl und Mitrollen treffen nicht so ganz das, was Altefrohne am Samstag bei seiner Premiere in diesem Format erlebt hat. Das erste Rennen der Männer-Bundesliga 2021 wurde erstmals in der Schweiz ausgetragen, im Rahmen der Gippinger Radsporttage. Beim Internationalen Elite-Amateur-Rennen mussten die Pedaleure zehn Runden über jeweils 10,1 Kilometer zurücklegen. Fies: eine knapp zwei Kilometer lange Steigung mit 150 Höhenmetern direkt nach dem Start.

So fit er sich im Vorfeld gefühlt hatte, so hart er in den vergangenen Monaten auch trainiert hatte: In der Schweiz hat der Mann gelitten. „Es war schlimmer als erwartet – ein lehrreiches Rennen für mich. Das war schon brutal schnell“, sagt Altefrohne.

Die Ziellinie sah er nicht und kam somit auch nicht in die Wertung. Weil der Abstand zu groß geworden war, zog die Rennleitung ihn nach elf von 14 Runden aus dem Wettkampf. „Ich war 110 Kilometer im Rennen, fast drei Stunden lang“, so Altefrohne, der sich in großer Gesellschaft befand: „Von 198 Startern sind nur 88 gewertet worden.“

Die harten Rennkilometer

In der ersten Runde noch gut dabei, klaffte in der zweiten am Ende des Bergs schon ein stattliches Loch zum Hauptfeld. Das Peloton war nach rund 25 Kilometern endgültig auf und davon. Altefrohne gehörte zu einer „Gruppe der Abgehängten“, wie er es nennt. Am Anfang knapp 20 Fahrer, am Ende nur noch vier. „Irgendwann ist dann auch die Wagenkolonne vorbeigezogen, bevor wird rausgenommen wurden.“ Vorher aufgeben? Keine Option für den Telgter: „Ich wollte unbedingt weiterfahren, um mir die harten Rennkilometer zu holen – die, die man im Training nicht macht.“

Eine Pause zum Erholen nach dem Extrem-Saisonstart gönnt er sich nicht. Am kommenden Wochenende plant er zwei Starts. Zunächst am Samstag in Elsdorf bei der Landesverbandsmeisterschaft NRW im Einzelzeitfahren. „Die Strecke ist mit 9,8 Kilometern sehr kurz und damit sehr schnell. Wenn ich in die Top 20 fahre, wäre das schon gut“, sagt er.

Bei einem Jedermann-Rennen über 100 Kilometer am Sonntag in Meiningen (Thüringen) wollen Altefrohne und seine fünf Kollegen des Leeze-Teams auf den Tagessieg in der Einzelwertung fahren. Ist ja wieder ein ganz anderes Niveau als in Gippingen.

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