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Fußball: Regionalliga West

Christian Britscho: „Wir sind Feierabendfußballer“

Wattenscheid/Ahlen

Er hat es wieder getan: Nach Rot-Weiß Ahlen im Jahr 2020 hat Christian Britscho unlängst die SG Wattenscheid in die Regionalliga gecoacht. Im Interview spricht der 52-Jährige über alte und neue Zeiten.

Von Uwe Gehrmann

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Christian Britscho enterte mit der SG Wattenscheid die Regionalliga und freut sich nun auf RW Ahlen – seinen Ex-Club – als Mitbewerber in der kommenden Saison. Foto: Marc Kreisel

Regionalliga-Aufstiege? Kann er! Erst 2020 mit RW Ahlen, dann wechselte er zum Neuaufbau zur vormals insolventen SG Wattenscheid – und machte es jetzt gleich nochmal. Christian Britscho (52), Polizeibeamter aus Bochum, löst selbst die kniffeligsten Fälle.

Glückwunsch, Herr Britscho, in der Oberliga als Vizemeister hinter dem 1. FC Kaan-Marienborn aufgestiegen. Gar nicht so leicht, Wattenscheid lag am Boden, oder?

Christian Britscho: Danke sehr. Ja, der Neuaufbau, das waren meine intensivsten Jahre im Fußball bisher. Einerseits hatten wir ein leeres Blatt Papier. Der Neuaufbau war sehr arbeitsintensiv und aufwändig. Andererseits konnten wir ohne irgendwelche Rücksichten auf irgendwen eine völlig neue Mannschaft zusammenstellen. Und die Jungs haben überragend zusammengepasst.

Tradition, Aufstieg, frühere Insolvenz – die Parallelen zu Ahlen liegen auf der Hand.

Britscho: Das stimmt. Auch ein cooles Stadion mit viel Charme, das Training auf einem hervorragenden Geläuf. Dazu der Bergbau und Menschen, die harte Arbeit zu schätzen wissen. Aber damals in Ahlen, da stand ja alles. Manager Joachim Krug hatte für die erste Transferperiode alles vorbereitet.

Die SG Wattenscheid musste sich ja erst einmal finden, ehe es aufwärts ging. Was war der Dosenöffner in der Saison?

Britscho: Vielleicht etwas langweilig, aber es war der Faktor Zeit. Unsere erste Saison wurde ja nach neun Spieltagen abgebrochen. Das gab Raum, um Automatismen und Teamgeist weiterzuentwickeln. Das hat sich später ausgezahlt. Andere haben vielleicht mehr Potenzial als wir, dafür hatten wir ein funktionierendes Gesamtpaket.

Hört sich nicht nach Selbstüberschätzung nächste Saison an.

Britscho: Ganz sicher nicht. Wir sind und bleiben Feierabendfußballer. Nichts wird sich an den Abläufen und der Struktur ändern. Nicht absteigen ist der einzige Wunsch, den wir haben.

Aber mindestens zweimal geht’s nun gegen Ahlen.

Britscho: Ja, und darauf freu’ ich mich schon sehr. Es war damals ein seltsames Gefühl, nach dem Abbruch mit Ahlen aufzusteigen. Toll, wieder im Wersestadion zu spielen. Ich habe immer noch Kontakte nach Ahlen und verfolge die Entwicklung aufmerksam. RW Ahlen scheint sich auf den Weg zum Halb-Profitum zu machen. Davon sind wir in Wattenscheid weit entfernt.

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