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Fußball: Regionalliga West

Die Entdeckung des Frust-Prinzips: RW Ahlen mit Remis gegen Fortuna Düsseldorfs U23

Ahlen

RW Ahlen hat auch gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf nachgelegt. Allerdings nur mit einem Unentschieden. Damit erfüllte die Elf von Andreas Zimmermann zumindest teilweise die Prophezeiung ihrer Fans. Die waren die ganze Zeit über präsent, obwohl sie nicht im Stadion waren.

Cedric Gebhardt

Bis drei Minuten vor dem Ende sah alles nach einem Sieg für RW Ahlen aus. Dann erlaubte sich das Team eine defensiven Schnitzer und schon wurde aus drei Punkten am Ende nur noch ein Zähler. Mike Pihl und Torwart Bernd Schipmann sind entsprechend bedient. . Foto: Marc Kreisel

Die Fans von RW Ahlen können seit Monaten nicht an der Regionalliga-Saison ihres Vereins teilhaben. Beim Heimspiel gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf waren sie trotzdem präsent. „Mit dem Siegeswillen der letzten Tag könnt ihr jeden Gegner schlagen“, stand in schwarzen und roten Lettern auf einem weißen Banner, das auf Höhe der Mittellinie im Wersestadion angebracht war.

Nach zwei Siegen in Reihe gegen Essen (2:1) und Lippstadt (3:1) waren die Ahlener bestrebt, die Botschaft der Anhänger erneut mit Leben zu füllen. Das gelang ihnen beim 1:1-Unentschieden zumindest teilweise. Das Ärgerliche: Der dritte Sieg in Serie wäre möglich gewesen. Nachdem das Team in den vergangenen Wochen das Lustprinzip entdeckt hatte, folgte diesmal das Frustprinzip angesichts eines ebenso späten wie vermeidbaren Gegentreffers.

Gestiegenes Selbstbewusstsein

Gegen den Tabellenfünften gingen die Ahlener es betont aktiv an und erspielten sich gleich in den ersten Minuten erste kleine Chancen durch Kevin Kahlert (1.) und Mike Pihl (5.). Das zeugte von gestiegenem Selbstvertrauen. Die Fortuna legte ebenfalls gefällig los, war aber mit zunehmendem Spielverlauf weniger zwingend. Den Ahlener gelang es, die Düsseldorfer ebenso frühzeitig wie effektiv zu stören und so ihr schnelles Offensivspiel zu unterbinden.

Waren die Kräfteverhältnisse bis Mitte der ersten Hälfte noch weitgehend ausgeglichen, verschoben sie sich bis zur Pause zunehmend zugunsten der Gastgeber. Die 1:0-Führung verlieh ihnen Rückenwind. Nach einem Eckball von Jan Holldack, verlängerte Kevin Kahlert die Kugel per Kopf und Rene Lindner erzielte aus dem Gewühl heraus das 1:0 (23.) für RWA.

Flaute nach Wiederanpfiff

Kurz darauf zappelte erneut das Netz – diesmal allerdings erwischte es Gianluca Marzullo (27.) nach Holldack-Pass nur von außen. Bei einem weiteren strammen Schuss Holldacks (29.) parierte zudem Fortuna-Keeper Glenn Dohn. Mit dem knappen, aber durchaus verdienten Vorsprung für RWA ging es auch in die Pause.

Nach Wiederanpfiff verflachte die Begegnung zunächst. Beide Teams beackerten sich, ohne Gefahr zu kreieren. Erst in der 66. Minute tauchte Fortunas Steffen Meuer vor Bernd Schipmann auf, doch dessen Versuch war für den Ahlener Torwart kein Problem. Die Angriffsbemühungen der Ahlener hatten ebenfalls deutlich an Biss eingebüßt, so dass RWA-Trainer Andreas Zimmermann zunächst Gianluca Marzullo und dann auch Jan Holldack vom Feld nahm und dafür mit Ilias Anan und Phillip Aboagye ab Mitte der zweiten Hälfte zwei frische Offensivkräfte aufbot.

Die Hausherren konnten aber nicht mehr für Entlastung sorgen, mussten daher zunehmend viel in die Defensive investieren. „Jungs, acht Minuten noch – gebt alles“, feuerte Aufsichtsrat Heinz-Jürgen Gosda die Spieler auf dem Rasen an. Doch in der 87. Minute war es soweit: Unachtsamkeit in der RWA-Defensive, auch Torhüter Bernd Schipmann sah nicht gut aus, als Timo Bornemnn nach einem Kopfball von Tim Oberdorf den 1:1-Ausgleich markierte.

„Ein bisschen haben wir auch um das Gegentor gebettelt. Das fühlt sich jetzt natürlich scheiße an“, bekannte Andreas Zimmermann. Seine Spieler seien zurecht sauer, „heute nicht den Dreier geholt zu haben“.

Die Leistung aber stimmte, auch wenn sie nicht – wie von den Fans erhofft – zum dritten Sieg in Serie führte. Da war es eben, das Frustprinzip. Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) gastiert RWA bei Fortuna Köln.

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