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Fußball: RW Ahlen will Heimserie gegen KFC Uerdingen verteidigen

Druck? Nicht gegen Uerdingen

Ahlen

Seit acht Heimspielen hat Rot Weiß Ahlen nicht mehr verloren. Gegen Schlusslicht KFC Uerdingen soll die Serie natürlich auch nicht reißen. Fehlervermeidung und Chancenverwertung sind bei den Rot-Weißen gefragt.

Von Uwe Gehrmann

Um alles muss man sich selbst kümmern: Ahlens Tormann Daniel Szczepankiewicz übernimmt hier im Feld den Job seiner Innenverteidiger. Aber er muss auch mit Kritik leben. Foto: Wegener

Es gibt Fragen, die kann man sich sparen. Unter all den philosophischen, religiösen Rätseln oder der Frage nach dem Urgrund des Universums ragt vor allem eine sinnlose Mutmaßung hervor: Herr Zimmermann, empfinden Sie Druck?

„Nö, überhaupt nicht“, lässt der Trainer RW Ahlens sein Verwundern mitschwingen, wie man denn auf so einen Unsinn kommen könne. Druck? Gegen KFC Uerdingen? Undenkbar. Ja, man hätte es ahnen können.

Andreas Zimmermann, statt sich um dumme Fragen zu sorgen, interessiert nicht so sehr, dass der Gast des Samstags als Liga-Letzter fünf Punkte hinter RW Ahlen liegt und deshalb natürlich zu den Pflichtzubesiegenden gehört, nein, ihn interessiert gerade mal, dass die Serie von acht Heimspielen ohne Niederlage Bestand hat. Was allerdings irgendwie auf dasselbe hinausläuft.

Uerdingen hat Anfangsschwäche überwunden

„Wir sind im Soll, es ist alles in Ordnung“, verweist der Trainer auf die bisherige Bilanz, die das 0:4 in Oberhausen zuletzt nur bedingt trüben konnte. Aber genau das könnte ja den Stress erhöhen, gerade jetzt Uerdingen aus dem Wersestadion zu fegen. Aber auch da ist Zimmermann nicht einverstanden. „Das Uerdingen, das 0:6 gegen Oberhausen oder 2:8 gegen Köln verloren hat, das gibt es nicht mehr“, befürchtet er, dass seine Ahlener etwas spät kommen, um die anfängliche Schwäche des Gegners auszunutzen. Der hat offenbar längst dazugekauft und gelernt, um sich vom Boxsack auf Augenhöhe zu entwickeln.

Nun setzt der Fußballlehrer darauf, dass auch seine Jungs lernfähig sind. „Fehlervermeidung, Chancenverwertung“, reduziert er seine Forderungen aufs minimalistisch Wesentliche. Als wenn’s so einfach wäre ...

Ahlens Umschaltspiel muss verbessert werden

„Das Umschalten in die Defensive muss besser werden“, hat Zimmermann aus Oberhausen mitgebracht. „Manche Situation haben wir unterschätzt.“

Was er übrigens auch Zweittorhüter Daniel Szczepankiewicz mitgibt: „Vielleicht ein bisschen sorglos, er hatte Szenen, die noch einmal brandgefährlich wurden“, beurteilt er die Leistung des Keepers vielsagend als „ausbaufähig“.

Aber man habe eben keinen anderen, so Zimmermann, der neben Dal immer noch auf den verletzten Stammkeeper Velichkov verzichten muss. U 19-Torwart Yusuf Temin bekommt zwar gute Kritiken, die ihn aber weder älter noch erfahrener machen.

Gleichzeitig testen die Ahlener noch ihren angeschlagenen Kapitän „Kalle“ Kahlert, der die Frage nach Einsatz oder nicht, als ebenso sinnlos bewertet wie die nach Druck gegen Uerdingen oder warum 302 Neuronen und 6400 chemische Synapsen dem Fadenwurm für ein rudimentäres Bewusstsein reichen. Man weiß es einfach nicht.

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