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Radsport-Urgestein Dieter Kircheis verstorben

Ein fürsorglicher Macher

Ahlen

Am 23. Dezember ist Dieter Kircheis im Alter von 65 Jahren verstorben. Seine Familie, die Radsportfreunde Ahlen und seine Mitstreiter vom Münsterland-Giro werden ihn vermissen. Nachruf auf einen, der wusste, wie man anpackt.

Cedric Gebhardt

Dieter Kircheis (rechts), hier mit Peter Süsselbeck, in seinem Element: Streckenvorbereitungen für den Münsterland-Giro. Foto: Alexander Bertram

Die Radsportfreunde Ahlen trauern um ihren langjährigen Vorsitzenden Dieter Kircheis. Er ist am 23. Dezember nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren verstorben.

In Ahlen geboren und aufgewachsen, arbeitete Kircheis Zeit seines beruflichen Lebens als Bergmann auf der Zeche Westfalen und nach deren Schließung auf der Zeche Heinrich Robert in Hamm. 1990 schloss er sich im Alter von 35 Jahren den Radsportfreunden (RSF) Ahlen an. Als begeisterter Radsportler nahm er an diversen C-Rennen und Seniorenrennen teil. Parallel dazu engagierte er sich ab 1996 als 2. Vorsitzender des Vereins. Ein Amt, das er bis 2001 bekleidete, ehe er Uwe Wartemeier im Jahr darauf als 1. Vorsitzender beerbte.

Das Knie beendet die aktive Karriere

Bis 2003 nahm Kircheis selbst als aktiver Fahrer an Rennen teil, bis ihm hartnäckige Knieprobleme zu schaffen machten. Nach einer Operation konnte er sein Bein nicht mehr richtig beugen, weshalb er auch nicht mehr Radfahren konnte. Es war ein schwerer Schlag für Kircheis, der sich dafür umso mehr abseits der Strecke ins Zeug legte.

1999 hatte er sich bereits bei der Organisation des Ahlener Cityrennens mit den Profis Erik Zabel und Rolf Aldag stark eingebracht. Ab 2003 zeichnete er dann für die erste der vier Etappen umfassenden Junioren-Münsterlandrundfahrt verantwortlich, die vier Jahre in Folge in Ahlen stattfand. Zugleich engagierte er sich im Vorstand der Radsport Initiative Münsterland (RIM).

(Nicht nur) bei der Jugend wurde Kircheis als fürsorglicher Mensch wahrgenommen, der den Nachwuchs auch ins Trainingslager begleitete. Darüber hinaus war Dieter Kircheis als Mann der ersten Stunde einer derer, die 2006 den Münsterland-Giro aus der Taufe hoben. Dort war er als Koordinator das Verbindungsglied zu den Kommunen und sorgte dafür, dass die Helfer angemessen geschult wurden.

Höhe- und Tiefpunkt im selben Moment

2006 war auch das Jahr seines womöglich größten Höhepunkts und eine seiner schwersten Stunden. So hatte es Kircheis durch seine Kontakte fertig gebracht, dass das Abschiedsrennen des Profis Rolf Aldag am 29. April in dessen Heimatstadt Ahlen stattfand. Mit dabei waren auch Radsport-Größen wie Erik Zabel und Jens Voigt. Ein echtes Freudenfest, das allerdings vom tödlichen Sturz Ralf Kuntschiks beim Seniorenrennen überschattet wurde.

Für seine Entscheidung, das Abschiedsrennen Aldags dennoch stattfinden zu lassen, mussten Kircheis und die Veranstalter seinerzeit viel Kritik einstecken. Ausnahmslos Zuspruch erhielt er derweil dafür, die Westfalenmeisterschaft nach Ahlen gelotst zu haben, wo sie im Juni 2012 rund um die Zeche Westfalen stattfand.

Bis 2015 blieb Kircheis Vorsitzender der Radsportfreunde Ahlen. Danach engagierte er sich vornehmlich beim Münsterland-Giro. Dort war er für Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit wie auch seine liebevolle westfälische Art bekannt. Dieter Kircheis hinterlässt seine Frau Brigitte.

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