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Handball: Berni Recker im Porträt

Ein Leben für den Sport

Ahlen

Sein Verein hat zwischenzeitlich den Namen gewechselt, Berni Recker jedoch nie seine Leidenschaft. Der 83-Jährige schlug sogar eine Offerte des ruhmreichen VfL Gummersbach aus, um seiner Ahlener SG treu zu bleiben.

Von Harald Hübl

Berni Recker Foto: Harald Hübl

„Ohne Handball kann ich nicht“, sagte Berni Recker kürzlich bei seiner Ehrung für 75-jährige Mitgliedschaft in seinem Sportverein, der heute HLZ Ahlener SG heißt. Und wer auf die Stationen seines Sportlerlebens schaut, weiß, dass das nicht nur so dahergesagt ist.

Der 83-jährige Ahlener ist dem Sport von frühster Jugend an verbunden. Über seinen Vater kam er als Sechsjähriger zum Handball, der damals draußen und auf dem Großfeld gespielt wurde. Recker startete seine Karriere beim Spiel- und Sportverein Westfalia Ahlen. 35 Jahre jagte er dem Ball auf Rasen und in der Halle hinterher und absolvierte 750 Spiele in der Ersten.

Auch nach seinem Karriereende blieb er seinem Sport in verschiedenen Funktionen verbunden. 25 Jahre war das Ahlener Urgestein als Jugendtrainer und -wart aktiv. „Da hat mir der VfL Gummersbach mal ein Angebot gemacht, in der Jugendabteilung tätig zu werden“, erzählt Recker. „Das war schon reizvoll, aber ich bin in meiner Heimat geblieben. Das habe ich nicht bereut.“

Stolze 27 Jahre stand er der Handball-Abteilung vor. Schon früh hatte der ehemalige Hauptschullehrer den Traum, die Sportszene in einem Ahlener Großverein zu bündeln. Das sei ein ehrgeiziges Ziel gewesen, räumt Recker ein. „Aber ein lohnendes.“

Im Mai 1970 folgte der erste Schritt, als sich der SSV Westfalia und die Sportfreunde Wacker zum ASV, der Ahlener Sportvereinigung, zusammenschlossen. „Das war nicht einfach“, erinnert sich der 83-Jährige. „Es galt die Frage zu klären, auf welcher Sportstätte die Heimspiele ausgetragen werden sollten. Ich habe vorgeschlagen, im Wochenrhythmus zu wechseln und nach der Saison die Spieler entscheiden zu lassen.“ Und so wurde es dann auch gemacht.

Recker war nie ein Hardliner. Er war Pragmatiker, der auf den Kompromiss als Verbündeten setzte. So auch bei der zweiten Fusion im Jahr 1993. Da führte er die Handballsportgemeinschaft Ahlen mit dem ASV zusammen. „Die HSG spielte in der Oberliga, hatte aber keine Jugendmannschaften“, erzählt Recker. „Der ASV spielte in der Bezirksliga und war breit aufgestellt. Da machte es Sinn, beide Vereine zusammenzuführen, um die Kräfte zu bündeln.“ Das war die Geburtsstunde der Ahlener SG.

Dass die Fusion Sinn gemacht hat, zeigte sich sechs Jahre später, als die ASG als Westdeutscher Meister gefeiert wurde. Im Play-off-Spiel gegen Bad Salzuflen setzte sich Ahlen durch und stieg in die Zweite Bundesliga auf. Eine Sternstunde – nicht nur im Sportleben des Berni Recker.

Auch in schlechten Zeiten nie den Weitblick verloren

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