1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Ein Stürmer im Abstiegskampf

  8. >

Fußball: Gianluca Marzullo ordnet ein und blickt voraus

Ein Stürmer im Abstiegskampf

Ahlen

Ein freier Donnerstag kommt den Spielern von RW Ahlen sehr, sehr recht und auch etwas überraschend. Denn Trainer Andreas Golombek ist eigentlich kein Freund des Müßiggangs.

Von Henning Hoheisel

Abteilung Attacke in Ahlen: Gianluca Marzullo und Jan Holldack Foto: IMAGO/OTTO KRSCHAK

Bei Rot-Weiß steht in dieser Winter-Vorbereitung vor allem die Defensive im Fokus. Noch und nöcher feilt der neue Trainer Andreas Golombek mit seinem Team am Abwehrverhalten, damit im knallharten Abstiegskampf der Regionalliga regelmäßiger die Null steht. Wie ein Stürmer der alten Schule über diesen Ansatz denkt? Ahlens Gianluca Marzullo verrät es.

Eine Dreiviertelstunde hat er am Freitagnachmittag noch Zeit zum Luftholen, ehe es in Richtung Ahlen zum Training geht. Auch diese Einheit dürfte es vermutlich wieder in sich haben, von nichts kommt nichts. „Wir arbeiten viel im läuferischen Bereich, das ist schon intensiv“, sagt Gianluca Marzullo. Ein Jammern ist das nicht, der 32-jährige Angreifer ist lange genug dabei, um zu wissen, dass eine Vorbereitung auch mal zäh sein kann.

„Das ist wichtig, damit wir in der Rückrunde genügend Körner haben“, spricht der Stürmer seinem Trainer aus der Seele. „Aber in der Mannschaft ziehen wirklich alle gut mit, auch darauf wird es ankommen“, so Marzullo. Spätestens seit Beginn der Vorbereitung wissen sie bei Rot-Weiß alle, was die Stunde geschlagen hat: Vorbei ist es mit der Schönspielerei, von nun an ist harte Arbeit im Kollektiv gefordert, um den Sturz in die Oberliga zu verhindern. Wie es überhaupt so weit kommen konnte, obwohl der Club doch nach Höherem strebte und sich entsprechend verstärkte?

„Klar, wir haben jetzt eine andere Qualität im Kader“, sagt Marzullo, „da ist es logisch, dass man sich neue Ziele setzt.“ Er selbst habe die neuen Ambitionen in Ahlen im Sommer etwas differenzierter betrachtet: „Man darf nicht vergessen, wo der Verein herkommt. Vor zwei Jahren sind wir nur durch Corona dringeblieben“, erinnert der Angreifer an noch trübere Zeiten, die gar nicht so lange her sind.

Die Frage nach dem Warum und Wieso ist jedoch müßig, das weiß auch Marzullo. „Wir müssen jetzt das Beste daraus machen und schnellstmöglich über den Strich kommen. Je später wir das schaffen, desto schwieriger wird es“, so der erfahrene Stürmer.

Gelingen soll das, wie gesagt, mit einem defensiveren Ansatz. Wodurch der Job für Marzullo und seine Kollegen aus der Vorwärtsabteilung schwieriger wird. „Wir stehen jetzt etwas tiefer, wodurch für uns die Wege nach vorne weiter sind. Da kann es auch schon mal passieren, dass in entscheidenden Szenen die Kraft fehlt“, berichtet Marzullo aus dem Innenleben der Offensive. Doch auch das ist kein Jammern, der Stürmer stellt klar: „Wir können es uns gar nicht mehr erlauben, draufloszustürmen.“

Startseite