Boxen: Klarer Sieg im WM-Kampf im Federgewicht

Elina Tissen überlegen zum Titel

Freckenhorst

Nach dreijähriger Pause vom offiziellen Profiboxen ist Elina Tissen zurück. Am Samstag besiegte die Warendorferin die Kenianerin Everline Odero und darf sich nun wieder Weltmeisterin im Federgewicht nennen. Bis ihre Maschine auf Touren war, dauerte es aber eine Weile.

Christian Havelt

Das Urteil war nicht überraschend: Mit 3:0-Richterstimmen siegte Elina Tissen sehr deutlich. Ringrichter Dominik Kuhhaupt (Sassenberg) hält den Arm der Siegerin bei der Verkündung hoch. Foto: R. Penno

Elina Tissen ist wieder Weltmeisterin. Knapp drei Jahre nach ihrem bisher letzten offiziellen Profiboxkampf besiegte die 34-jährige Warendorferin am Samstagabend die Kenianerin Everline Odero im eigenen Boxstall in Freckenhorst einstimmig nach Punkten. Damit hält sie wieder den Titel im Federgewicht nach Version des Verbandes WBF.

WM-Kampf ohne Zuschauer

Der Kampf fand pandemiebedingt ohne Zuschauer statt. „Das war schon etwas komisch ohne Fans, aber ich bin froh, dass ich überhaupt wieder boxen durfte“, sagte Tissen. „Meine Gegnerin hat mir einiges abverlangt, aber ich hatte meinen Fokus auf dem Kampf und nicht auf dem Drumherum.“ Die Warendorferin machte ihrem Spitznamen „The Machine“ im Laufe der Runden immer mehr Ehre, steigerte sich stetig und hatte ihre Gegnerin in der letzten Runde kurz vor dem K.o. Einen weiteren Durchgang hätte Odero wohl nicht mehr überstanden.

Eindeutiges Urteil: Nur ein Richter spricht eine Runde der Gegnerin zu

So war es ein klares Urteil: 100:90, 100:90 und 99:91 werteten die drei Punktrichter. Damit bekam Tissen zweimal alle zehn Runden zugesprochen, einmal neun. Es dürften wohl die ersten zwei Minuten gewesen sein, die der dritte Punktrichter für Odero gegeben hatte.

„Die Maschine hat etwas gebraucht, bis sie richtig ins Rollen kam“, sagte Tissen selbst. Doch Runde für Runde kam die 34-jährige besser in den Kampf und beherrschte ihre Gegnerin mehr und mehr. Das schlug sich in harten Treffern auf den Körper und an den Kopf Oderos nieder. Vor allem gegen die wuchtigen Links-Rechts-Kombinationen fand die Kenianerin, die versuchte auf Konter zu boxen, letztlich keine Mittel.

Nah am Niederschlag, aber Odero rettet sich über die Zeit

In der zehnten und letzten Runde war die nun 17-fache Weltmeisterin ganz nah am Niederschlag ihrer Kontrahentin dran. Eine Faust nach der anderen traf krachend Oderos Kopf, die aber Nehmerqualitäten bewies und sich bis zum Schlussgong rettete. „Nach der langen Zeit hat Elina alles richtig gut umgesetzt“, lobte Trainer Maiki Hundt (Beckum) seinen Schützling. Tatsächlich schien es, als sei der letzte offizielle Kampf erst gestern und nicht bereits vor drei Jahren gewesen.

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