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Fußball: Startelf-Debüt für SV Berghofen

Elisa Kschiedels Weg aus dem Münsterland in die 2. Bundesliga

Kreis Warendorf

Elisa Kschiedel hat es geschafft. Vor Kurzem hat die 23-Jährige ihr Startelf-Debüt für den SV Berghofen gegeben. Die Drensteinfurterin ist damit in der 2. Bundesliga angekommen. Zufriedengeben will sie sich damit aber noch lange nicht. Für die Zukunft hat sie ehrgeizige Ziele.

Matthias Kleineidam

Elisa Kschiedel, hier im Trikot ihres ehemaligen Vereins Wacker Mecklenbeck, ist inzwischen in der 2. Liga angekommen und möchte in Berghofen zur festen Größe werden. Foto: IMAGO/Rene Traut

In der Jugend trug sie das Trikot des SV Drensteinfurt, kurzzeitig spielte sie für den SV Rinkerode, Fortuna Walstedde und die Warendorfer SU. Mittlerweile hat sie den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft. Kürzlich gab Elisa Kschiedel gegen Bocholt ihr Startelf-Debüt für die Spielvereinigung (SV) Berghofen.

Was war es für ein Gefühl nach der langen, viereinhalb Monate dauernden Zwangspause wieder auf dem Platz zu stehen und gleich zur Anfangsformation zu gehören? „Es hat sich echt gut angefühlt“, sagt die 23-Jährige. „Ich habe ja einen recht unkonventionellen Weg eingeschlagen. Dass sich die harte Arbeit gelohnt hat, war ein schönes Gefühl.“

Vollgas in der Vorbereitung

Kschiedel hatte auch damit gerechnet, bei Mitaufsteiger Borussia Bocholt (0:2) zur ersten Elf zu gehören. Schließlich hatte sie in der nur dreiwöchigen Vorbereitung richtig Gas gegeben. „Ich bin erstmals seit langer Zeit verletzungsfrei geblieben. Am Anfang der Saison hatte ich Probleme wegen einer Stoffwechselerkrankung, bin deswegen auch schlecht reingekommen. Jetzt hatte ich drei Wochen Zeit, komplett beschwerdefrei zu trainieren“, sagt Kschiedel, die in Drensteinfurt wohnt.

Dort hatte sie als Vier- oder Fünfjährige bei den Minikickern mit dem Fußballspielen angefangen. „Ich habe eigentlich immer bei den Jungs gespielt“, blickt sie zurück. Von 2002 bis 2009 spielte sie für den SVD. Ihre Trainer waren unter anderem Julian Palmieri (damals Heinsch) und Elmar Fengler, der heute die Alten Herren II coacht. 2010 wechselte Kschiedel zu den U13-Juniorinnen des SV Rinkerode, ein Jahr später wurde sie in die U17-Mädchenmannschaft von Fortuna Walstedde hochgezogen.

Noch kein Durchbruch beim VfL Bochum

2012 verließ sie aus sportlicher Sicht die Stadt. Bis 2015 spielte sie dreieinhalb Jahre für die Warendorfer SU – mit den U17-Juniorinnen in der Regionalliga, der zweithöchsten Spielklasse in dem Bereich, und mit den Frauen ebenfalls. Es folgten drei Jahre bei Wacker Mecklenbeck in der Westfalen- und Landesliga, ehe sie sich Anfang 2019 dem VfL Bochum anschloss. Für den Ruhrgebiets-Club lief sie unter Laura Marienfeld, die nun auch ihre Trainerin in Berghofen ist, in der Westfalenliga auf.

Elisa Kschiedel feierte gegen Bocholt ihr Zweitliga-Startelfdebüt für den SV Berghofen. Foto: Matthias Kleineidam

Den Durchbruch schaffte Kschiedel dort aber nicht. Vor eineinhalb Jahren zog sie sich in einem Spiel einen Oberschenkelbruch zu. „Da ist mir jemand drauf gesprungen“, erinnert sie sich ungern zurück. „Deswegen bin ich nicht mehr hochgekommen in die Erste. Ich wurde in die zweite Mannschaft abgestellt.“ Und auch dort gab es keine Perspektive für Kschiedel.

Besser lief es, als sie ein Probetraining bei der SV Berghofen absolvierte, die 2020 den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. „Sie wollten mich haben“, sagt Kschiedel. Bislang hat die 23-Jährige acht Pflichtspiele für die SVB bestritten. Im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel (2:1) und RB Leipzig (1:4) wurde sie eingewechselt. In der 2. Liga (Staffel Nord) war sie im ersten Spiel gegen den FSV Gütersloh (1:0) und im dritten gegen RB Leipzig (1:2) nicht dabei. Beim 1:0-Erfolg gegen den FC Carl Zeiss Jena, beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg und beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld durfte sie immerhin in der Schlussphase ran, in Bocholt und zuletzt bei Turbine Potsdam II (1:5) die komplette erste Halbzeit.

Namhafte Konkurrenz

Die Fahrt zum Training im Dortmunder Stadtteil erledigt sie mit dem Auto. Etwa 40 Minuten muss sie für eine Strecke einplanen. Am Wochenende ist sie auch schon mal zwei Tage unterwegs. „Es kommt immer drauf an, wo wir spielen“, sagt Elisa Kschiedel. Wenn das Team weit fahren muss – zum Beispiel nach Potsdam, Jena oder Leipzig –, geht es am Tag vor der Partie vormittags los. „Dann übernachten wir vor Ort und nach dem Spiel geht es direkt zurück.“

Neben RB Leipzig und Arminia Bielefeld spielen auch andere namhafte Gegner wie Borussia Mönchengladbach in der 2. Bundesliga. „Ein bisschen Respekt hat man vor großen Namen immer. Man weiß nie, was dahintersteckt“, sagt Kschiedel, die Anhängerin von Borussia Dortmund ist und den ehemaligen französischen Nationalspieler Thierry Henry als Fußballer gut fand.

Verstecken muss sich der vergleichsweise kleine Verein aus Berghofen aber nicht. In der Liga gehe es unglaublich eng zu. Jeder könne jeden schlagen, sagt die Drensteinfurterin, die zwischendurch arbeitsbedingt in Essen wohnte, Technisches Management und Marketing an der Hochschule Hamm-Lippstadt studiert und nebenbei für einen Energiekonzern im Großkundenvertrieb arbeitet.

Ehrgeizige Ziele

Ihre Position im Team? „Das ist schwierig zu sagen. Momentan bin ich eher außen im Mittelfeld oder auf der Sechs im Einsatz“, sagt Kschiedel, deren rechter Fuß ihr stärkerer ist. Früher war sie Abwehrspielerin. „Jetzt bin ich ein bisschen offensiver geworden.“

Was die sportlichen Ziele betrifft, hat sie klare Vorstellungen. Mit ihrer Mannschaft, die nach acht Partien auf acht Punkte kommt, will sie den Klassenerhalt perfekt machen. Das wird nicht einfach.

Schließlich steigen in der Neuner-Staffel die letzten drei Teams ab, der Tabellensechste muss ein Entscheidungsspiel gegen den Sechstplatzierten der 2. Liga Süd bestreiten. Und ihre persönlichen Ziele? „Ich will mich erst mal etablieren und eine wichtige Stütze für die Mannschaft werden.“ Wichtig sei ihr natürlich auch, verletzungsfrei zu bleiben.

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