1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Erste Schritte zur Deeskalation

  8. >

Fußball: Schiedsrichter

Erste Schritte zur Deeskalation

Ahlen

Mit Augenkontakt und klarer Kommunikation wollen die Schiedsrichter der Akteuren begegnen, wenn ein Spielabbruch droht dieser vermieden werden soll. Zwei Erkenntnisse, die das Deeskalationstraining, das der Verband jedem Kreis anbietet, hervor brachte.

Von Henning Hoheisel

Besuch aus der Verbandsspitze: Auch Andree Kruphölter, FLVW-Vizepräsident für den Amateurfußball, schaute bei dem Deeskalationstraining für Schiedsrichter vorbei. Foto: Kreisel

Selbst ein erfahrener Schiedsrichter wie er hat bei dieser Schulung noch etwas gelernt. „Auch ich konnte dort etwas mitnehmen“, sagt Hendrik Rottkord, Chef der Schiedsrichter im Fußballkreis Beckum, über das Deeskalationstraining für Unparteiische am Wochenende. Zwei Referenten von der Polizei haben Tipps und Tricks gegeben, wie sich brenzlige Situationen auf dem Platz lösen lassen.

Der Termin war schon lange ausgemachte Sache, bekam dann jedoch per Zufall noch einen aktuellen Bezug. Genau an dem Tag, als die Neuansetzung nach dem Abbruch der Kreisliga-A-Partie zwischen Barisspor und Liesborn publik wurde, trafen sich im Clubheim des SC Roland zwölf Schiedsrichter, um über genau solche Szenen zu sprechen.

„Der FLVW bietet dieses Deeskalationstraining federführend in den Kreisen an, um Abbrüche und Übergriffe auf Schiedsrichter zu verhindern“, erklärt Hendrik Rottkord, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses. Zwölf Unparteiische – elf aus dem Kreis Beckum, einer aus dem benachbarten Gütersloh – bekamen in Theorie und Praxis dargelegt, wie sie in für sie bedrohlichen Lagen beschwichtigend auf die Spieler einwirken können. Um zu verhindern, wie der Name des Trainings schon sagt, dass Situationen auf dem Feld eskalieren.

Kreis Beckum will weiter präventiv arbeiten

Im Vergleich zum Ruhrgebiet oder anderen Ballungszentren in Deutschland geht es auf den Plätzen im Fußballkreis Beckum noch relativ entspannt zu. Doch das erwähnte Beispiel der Partie zwischen Barisspor und Liesborn, die nach 75 Minuten abgebrochen wurde, zeigt es: Auch in diesen Breitengraden sind Unparteiische nicht vor Momenten dieser Art gefeit. „Wir als Kreis wollen weiter präventiv arbeiten, damit solche Situationen auf unseren Sportplätzen nicht vorkommen“, erläutert Hendrik Rottkord.

Doch wie soll sich ein Schiedsrichter denn verhalten, wenn sich ein Spieler ungerecht behandelt fühlt und seinem Frust freien Lauf lässt? Wichtig sei laut der beiden Referenten, die solche Schulungen auch bei der Polizei geben, Augenkontakt, das Ausstrahlen von Selbstbewusstsein und vor allem eine klare Kommunikation.

Unparteiische dürfen sich nicht unterwerfen

Rottkord nennt ein Beispiel: „Wenn ein Spieler schnell und aggressiv auf den Schiedsrichter zuläuft, sollte der die Hand ausstrecken und laut und bestimmt ,Stopp!‘ rufen.“ Der Unparteiische dürfe nicht den Eindruck erwecken, seine Macht demonstrieren zu wollen, sich aber auch nicht unterwerfen.

„Das sind natürlich nur kleine Bausteine“, sagt Hendrik Rottkord über die Ansätze des Deeskalationstrainings in Roland. Am liebsten wäre es es ihm sowieso, wenn er und seine Schiedsrichterkollegen gar nicht in Bedrängnis geraten würden.

Startseite