Fußball: Regionalliga West

„Es wird ein echtes Abenteuer“: Bernd Schipmann reist zur philippinischen Nationalmannschaft

Ahlen

Bernd Schipmann ist bald Nationalspieler der Philippinen. Der 26-jährige Torhüter reist zunächst ins Trainingslager nach Katar und bestreitet dann die WM-Qualifikation. Das hat auch massive Auswirkungen auf seine Dienste bei RW Ahlen.

Uwe Gehrmann

Im Anflug auf die internationale Bühne: Foto: Wegener

Flieger, grüß’ mir die Sonne – in einer Woche ist Abflug. Bernd Schipmann reist nach Katar ins Trainingslager der philippinischen Fußball-Nationalmannschaft, um bis in den Juni die dritte Runde zur WM-Qualifikation zu spielen. Weil seine Mutter Lilia von den Philippinen stammt, hat der 26-jährige Torwart von RW Ahlen die doppelte Staatsbürgerschaft. Unser Mitarbeiter Uwe Gehrmann sprach mit ihm über diese einmalige Chance.

Herr Schipmann, Reisen nach Katar und Shanghai, Testspiele gegen Syrien und Palästina, dann die dritte Runde gegen China, Guam und die Malediven. Davon träumt man, oder?

Schipmann: Ja, das kann ich mir jetzt nicht entgehen lassen. Am 17. Mai geht’s los. Ich denke, am Samstag auf Schalke war mein letztes Spiel für RW Ahlen. Rafael Hester und Veith Walde werden ja nicht ohne Praxis in die letzten Partien gehen können.

Sie haben dem Philippinischen Verband schon öfter abgesagt. Jetzt greifen Sie zu. Warum?

Schipmann: Ich bin seit einem Jahr wieder in einer Topverfassung, natürlich war es ein schweres Jahr für die Mannschaft, aber ich habe eine gute Runde gespielt und einige Punkte gerettet. Also wenn nicht jetzt, wann dann? Es wird ja ein echtes Abenteuer. Ich kann mich auf der internationalen Bühne beweisen.

Sie haben in den letzten zwei Jahren hart an sich gearbeitet.

Schipmann: Das stimmt. Deshalb ist es ein bisschen auch eine Belohnung, denn ich habe wirklich viel getan, um wieder in Form zu kommen. Viel mit „Grabo“ gemacht (Torwarttrainer René Grabowski), auf vieles verzichtet und zu Hause zusätzlich trainiert.

Kennen Sie schon Ihre Mannschaftskollegen?

Schipmann: Ich weiß, dass Neil Etheridge von Birmingham City als weiterer Torwart gebucht ist. Unsere Mannschaft hat viel umstrukturiert und in Europa gescoutet. Ich selbst bin in Kontakt mit Gerrit Holtmann vom VfL Bochum und Raphael Obermair vom FC Magdeburg. Typisch philippinische Nachnamen, die kommen auch.

Wie hat der Verein reagiert?

Schipmann: In Ahlen hatten alle Verständnis für meine Entscheidung. Nun ja, es gibt ja auch eine Abstellungspflicht.

Nicht für die nächste Saison. Sie werden nicht wiederkommen, oder?

Schipmann: Genau, das war es für mich. Ich suche eine neue Herausforderung. Es gibt auch schon ein paar Anfragen. Es soll auf jeden Fall ein Schritt vorwärts sein.

Gibt es denn eine schöne Abschiedsparty?

Schipmann: Ich fürchte nicht. Die Stimmung beim Training nach der 1:6-Niederlage auf Schalke war zu ekelig dafür. Schade, das hatte ich mir auch anders vorgestellt. Dennoch: Ich bin für die drei Jahre in Ahlen sehr dankbar. Trainer wie Britscho oder Zimmermann haben mir vertraut, mich gefördert und in die richtige Richtung gelenkt. Das bleibt für immer.

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