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Motorsport: Fahrertraining

Fahrspaß und Benzingespräche mit Walter Röhrl

Papenburg/Walstedde

Wenn der Walstedder Paul Schlüter zu seinem einmal im Jahr stattfindenden Fahrertraining auf die ATP-Teststrecke nach Papenburg einlädt, dann gehen bei ihm schnell die Zusagen interessierter Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik ein. Denn ein ganz besonderer Gast ist ebenfalls immer mit am Start: Walter Röhrl.

Von Simon Beckmann

Beim Nasshandling lernten die Teilnehmer des Fahrertraining den sicheren Umgang mit ihrem Fahrzeug auf der mit Wasser bedecken Fahrbahn. Foto: Henry-Claude Blenk

Wenn der Walstedder Paul Schlüter zu seinem einmal im Jahr stattfindenden Fahrertraining auf die ATP-Teststrecke nach Papenburg einlädt, dann gehen bei ihm schnell die Zusagen interessierter Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik ein.

Denn ein ganz besonderer Gast ist ebenfalls immer mit am Start: Walter Röhrl – seines Zeichens zweifacher Rallye-Weltmeister sowie vierfacher Sieger der Rallye Monte Carlo.

So auch am vergangenen Wochenende, als die siebte Auflage des außergewöhnlichen „Fahrspaßes“ über die Bühne ging.

Sympathisch und bodenständig

„Es war mal wieder herrlich. Das Wetter war zwar durchwachsen, aber davon haben wir uns nicht großartig stören lassen“, berichtete der Organisator, nachdem er wieder zurück im Lambertusdorf war. „Das ist Jahr für Jahr ein Highlight – vor allem auch, weil Walter so sympathisch und bodenständig ist und ganz viel aus seinem Leben erzählt“, schwärmte der Walstedder von seinem Idol, das er vor vielen Jahren bei einem Nordschleifen-Fahrertraining kennengelernt hatte. „Bis heute erinnere ich mich stets gerne daran zurück.“ Schließlich sei für ihn damals ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen.

Und diesen Wunsch versucht er nun seit einigen Jahren auch anderen zu erfüllen – immer verbunden mit einem bunten Rahmenprogramm und einem Wochenende mit ganz viel Motorsportunterhaltung. So begann das diesjährige Fahrertraining für die 74 Teilnehmer, die unter anderem aus Ahlen, Sendenhorst, Warendorf, Koblenz, Braunschweig, Minden, Haltern oder Meyenburg stammten, am Samstagmorgen wie bereits 2020 in einem Hotel im sauerländischen Balve-Eisenborn. „Dieses Mal waren sogar relativ viele neue Gesichter mit dabei, weil einige Stammgäste aufgrund von coronabedingten Terminüberschneidungen abgesagt hatten“, berichtete Schlüter, der sich freute, mit Schauspieler Norbert Heisterkamp – bekannt aus „Alles Atze“, „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ oder „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ und vielen mehr – einen weiteren neuen Motorsportbegeisterten begrüßen zu dürfen. „Das war grandios. Norbert hat richtig viel Gag mit reingebracht“, blickte der Organisator schmunzelnd zurück.

Beeindruckende Kolonne

Nach einer kurzen Begrüßung und einem Frühstück startete der motorisierte Tross – darunter mehr als 20 Porsche, zwei getunte Scirocco, zwei BMW M3, zwei Audi RS6 und ein Nissan GTR – dann mit einer Rundtour durch das Sauerland. „Das war schon eine beeindruckende Kolonne. Wir sind mit 40 PS-starken Wagen zusammengeblieben“, erzählte Schlüter. Das habe natürlich für viele Schaulustige und etwas Aufregung gesorgt. „Zum ersten Mal wurden wir auch von der Polizei kontrolliert. Das hatte sich aber schnell erledigt“, sagte der Organisator.

Die nächste Station war dann der Nettedrom in Osnabrück. „Das E-Go-Cart-Fahren kam im letzten Jahr so gut an, dass wir dieses Mal wieder dort Stopp gemacht haben“, erläuterte der Walstedder. Für eineinhalb Stunden konnten die Motorsportbegeisterten wieder mit 60 PS über die rund 470 Meter lange Strecke heizen. „Das war schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die ATP-Teststrecke“, witzelte Schlüter. Zudem sei Walter Röhrl dort bei einer Siegerehrung für ein Rennen des „E-Kart international“ gefragt gewesen.

Von Osnabrück führte der Weg im Anschluss direkt ins Hotel nach Papenburg, wo am Abend eine Talkrunde mit Walter Röhrl, die von Heinz Sasse (ADAC) moderiert wurde, und einige „Benzingespräche“ stattgefunden haben.

Porsche auf Platz eins

Fahrzeuge am Limit und hohe Geschwindigkeiten waren dann am nächsten Tag auf der ATP-Teststrecke angesagt. Nach einer kurzen Unterweisung wurden die Motorsportbegeisterten in drei Gruppen aufgeteilt, die insgesamt drei Stationen absolvieren mussten. Beim Nasshandling demonstrierte etwa der erfahrene Instruktor Stefan Windgätter den Teilnehmern, wie sie ihre Fahrzeuge am sichersten auf nassem Untergrund bewegen können. Bei der Fahrdynamik waren Geschicklichkeit und Schnelligkeit gefragt. „Jeder Fahrer musste den abgesteckten Slalom-Parcours zwei Mal durchfahren. Die beiden Zeiten wurden am Ende zusammenaddiert“, erklärte Schlüter. Für die Zeitnahme zeigten sich in diesem Jahr erneut Heinz Sasse und Rolf Schackenberg verantwortlich. Auf Platz eins landete hierbei Stefan Hollenhorst mit seinem Porsche Turbo S (1:28 Minuten). Zweiter wurde Louis Uhlig mit seinem Scirocco (1:31). Knapp dahinter mit jeweils 1:34 Minuten belegten der Sendenhorster Ulli von Dinklage mit seinem Nissan GTR und Markus Schmitfranz mit seinem Porsche Carrera den geteilten dritten Platz. Willi Havers aus Ahlen fuhr mit seinem Porsche Turbo S und 1:36 Minuten auf Rang vier. Mit Dr. André Gürsesli erreichte ein anderer Wersestädter den 13. Platz (1:46). Diesen teilte er sich mit dem Warendorfer Christian Heitgrieß.

Bei der dritten Station brachte Walter Röhrl den Teilnehmern die Ideallinie und die korrekten Bremspunkte auf dem „kleinen Hockenheimring“ näher. Zudem plauderte die Rallye-Legende aus dem Nähkästchen, gab Autogramme und signierte die Fahrzeuge. „Die Leute hängen Walter immer an den Lippen. Das ist richtig spannend“, sagte Schlüter. Ebenfalls bestand im freien Training die Möglichkeit, gemeinsam mit Röhrl über den Asphalt zu heizen – eben ein Traum, der für die Teilnehmer in Erfüllung ging.

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