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Europameisterschaft der U17-Juniorinnen

Finale gebucht: Marie Michalczik und DHB schlagen Frankreich

Ahlen

Souverän wäre wohl ein zu schwacher Ausdruck. Furios trifft es für diese Leistung besser. Die deutschen U 17-Juniorinnen mit der Ahlenerin Marie Michalczik (BVB Dortmund) haben Frankreich im Halbfinale der Handball-Europameisterschaft mit 27:21 von der Platte gefegt und damit eine Medaille sicher. Die soll nun im Finale gegen Norwegen vergoldet werden.

Henning Tillmann

Groß war der Jubel bei der Deutschen U 17-Handball-Nationalmannschaft. Die DHB-Auswahl steht nach dem Sieg gegen Frankreich nun im Finale der Europameisterschaft. Foto: Robby Kunze

Ein Eintrag in die Geschichtsbücher des Verbands ist ihnen schon jetzt sicher. Erstmals seit 16 Jahren stehen die deutschen U17-Handballerinnen wieder im Finale einer Europameisterschaft und nehmen sicher eine Medaille mit nach Hause. Am Sonntag könnte daraus sogar erstmals eine goldene werden. 1999 musste sich die U17-Auswahl noch mit Bronze begnügen, 2001 war es Silber. Mindestens diesen Erfolg hat die Mannschaft von Chefcoach Maik Nowak und Co-Trainerin Zuzana Porvaznikova nun in der Slowakei wiederholt.

Möglich gemacht hat das ein in dieser Deutlichkeit unerwarteter 27:21-Erfolg am Freitagabend im Halbfinale gegen Frankreich. Pünktlich zu ihrem ersten K.o.-Spiel nach den schon souveränen Auftritten in Vor- und Hauptrunde hatten die DHB-Mädels noch einmal eine ganze Schippe drauf gelegt und gegen die Französinnen einen Topstart erwischt.

Starker Abwehrverbund macht den Unterschied

Einmal mehr war der Garant des Erfolges eine sattelfeste Deckung zusammen mit den starken Paraden der beiden Torhüterinnen Charley Zenner und Laura Waldenmaier. Mit im Schnitt nur 19 Gegentoren war der deutsche Abwehrverbund schon im bisherigen Turnierverlauf der beste gewesen – und sorgte auch im Halbfinale für die nötige Sicherheit. Zwar ließ die DHB-Auswahl zu Beginn selbst einige Treffer liegen, brachte ihre Gegnerinnen aber andererseits schier zur Verzweiflung. Bis zur 12. Minute war den Französinnen erst ein Tor gelungen (4:1). Nach einer guten Viertelstunde führten die Deutschen mit 7:3. Die lagen auch zur Pause noch knapp, aber verdient mit 13:10 vorne.

Danach lief es fast noch besser: In den ersten sieben Minuten nach Wiederanpfiff bauten Michalczik und Co. ihre Führung auf 18:11 aus, was schon mehr als ein Fingerzeig war. Selbst als Charley Zenner nach einem Kopftreffer raus musste und für sie Laura Waldenmaier im Tor übernahm, gab es keinen Bruch im Spiel. Im Gegenteil: Waldenmaier parierte einen Siebenmeter und Lea Neubrander sowie Julia Weise erhöhten vom zwischenzeitlichen 22:18 zum vorentscheidenden 24:19. Damit war der Triumph gesichert.

Deutschland als einziges Team noch ungeschlagen

„Es war einfach klasse, eine so geile Teamleistung! Noch nie ist es so geil gewesen“, beschrieb eine immer noch atemlose Marie Michalczik ihre Eindrücke. Und auch ihr Trainer Maik Nowak konnte kaum eine Schwäche im Auftritt seiner Mannschaft feststellen. „Alle Zahnräder haben heute ineinander gegriffen, das war ein Zusammenspiel von Mannschaftsleistung und Charakter“, lobte Nowak auf der verbandseigenen Homepage dhb.de.

Die Deutschen sind damit nach sechs Auftritten in der Slowakei das einzige noch ungeschlagene Team des Wettbewerbs. Lediglich in der Hauptrunde hatte es ein Unentschieden gegen die Ungarinnen gegeben. Diese hatten im vorangegangen Halbfinale gegen Norwegen (zwei Niederlagen) mit 21:26 das Nachsehen.

Finale am frühen Sonntagabend

Am frühen Sonntagabend (17.30 Uhr) treffen nun die beiden Finalisten aufeinander. „Wir nehmen eine Medaille sicher mit nach Hause. Aber natürlich holen wir uns jetzt die goldene“, formuliert es Michalczik selbstbewusst. Wer würde es ihr verdenken, nachdem sie mit ihrer Mannschaft so souverän durch das Turnier gefegt ist?

Das Finale ist im Livestream unter www.dhb.de/u17live zu sehen.

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