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Fußball: Regionalliga

Golombek wird deutlich:„Schluss mit der Schönspielerei“

Ahlen

Der Ball ruht. Winterpause. Genau der richtige Moment für die Verantwortlichen, um Bilanz zu ziehen, über Verbesserungen nachzudenken. Andreas Golombek, Trainer von Rot-Weiß Ahlen, hat genau das nach der ärgerlichen wie unnötigen Niederlage in Wattenscheid getan. Der Coach des Fußball-Regionalligisten macht eine Bestandsaufnahme und blickt nach vorne. Der 54-Jährige tut dies durchaus kritisch.

Von Jörg Staubach

Kung-Fu? Wattenscheids Kim Sane im Anflug auf Mike Pihl. Der aber nicht getroffen wurde. Foto: Wegener

Dick eingemummelt in eine warme Decke, den linken Arm im Gips nach der Operation wegen des Sehnenabrisses, hatte es sich vor dem Spiel Robin Brüseke auf der Ersatzbank bequem gemacht. Während des Spiels saß ein anderer Ahlener Torhüter auf diesem Platz. In kurzer, grüner Hose und ohne dicke Decke trotz der frostigen Temperaturen. Sein Name. Rene Grabowski. Richtig – der Torwarttrainer.

Ungewohnte Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und hat man keinen anderen Torhüter, dem man einen Regionalliga-Einsatz (jetzt schon) zutraut, nimmt man halt den Herr Grabowski. Eine Not- und keine Dauerlösung. Und so wird sich RWA in der Winterpause auf die Suche nach einem Ersatztorhüter machen (müssen).

Torhüter Robin Brüseke

Überhaupt soll sich ja noch viel tun, der Kader vor allem verkleinert werden. „An den richtigen Stellschrauben drehen, dann wird sich auch wieder der Erfolg einstellen“, ist Robin Brüseke überzeugt, der hofft, Anfang Februar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.

Sein neuer Trainer hat vor allem eine Stellschraube entdeckt, an der unbedingt drehen will. „Es muss Schluss sein, mit dieser Schönspielerei. Wir stecken mitten im Abstiegskampf, da heißt es kämpfen, Bälle raus aus der Gefahrenzone. Und sich nicht auswärts einen Konter nach dem anderem einzufangen.“

Golombek, einst selber ein eher kompromissloser Abwehrrecke, sieht da schon Fehler der näheren Vergangenheit. „Wenn man den Jungs ständig erzählt, was für tolle Fußballer sie sind, dann glauben sie das irgendwann auch. Und dann will man Dinge spielerisch lösen, die anders gelöst werden müssen.“

Niederlagen nach ähnlichem Strickmuster

Argumente, die sicherlich nicht von der Hand zu weisen sind. Fünf Niederlagen in Folge, alle nach ähnlichem Strickmuster und mit ähnlichen Webfehlern bei 5.15 Toren sprechen halt für sich. Nur 19 Punkte auch. Ärgerlich vor allem deshalb, weil Ahlen in vielen nicht gewonnenen Spielen besser, zumindest aber auf Augenhöhe war. „Wir müssen uns auch mal für gute Leistungen belohnen, dann gehts auch wieder aufwärts“, ist Jan Holldack, der nach Ablauf des Zimmermannschen Rezepts mit ihm in der Viererkette wieder das Ahlener Ass im Angriffsspiel ist. Heinz-Jürgen Gosda nahm die Niederlage in der Lohrheide überraschend gelassen. „Weiter gehts. Weiter, immer weiter.“

Aufsichtsratsvorsitzender Heinz-Jürgen Gosda

Andreas Golombek hatte der Blick auf die anderen Ergebnisse durchaus ein wenig beruhigt: „Es hat sich doch gar nicht geändert für uns“, fiel sein Urteil dann aber doch zumindest teilweise positiver aus, als es ist. Zwar hatten auch Straelen (bei erst 9 Punkten dürfte da auch nichts mehr gehen), die jungen „Geißböcke“ des 1. FC Köln (20 Spiele/20 Punkte) und der SC Düren (20 Spiele/23 Punkte)ihre Spiele verloren. Doch die SG Wattenscheid „schnuppert wieder“, wie es RWA-Kapitän Kevin Kahlert auf den Punkt bringt. Nur einen Zähler liegt die Elf des ehemalige Ahlener Trainer Christian Britscho, im Hinspiel noch 8:0 abgefertigt, hinter „Golos“ Mannen.

Wer jetzt auf das ein Ahlener Spiel weniger verweist, sollte aber bedenken, dass das Nachholspiel gegen den Wuppertaler SV gehen wird. „Ist schon richtig. Wir wollten Wattenscheid auf Distanz bringen, jetzt nehmen wir ein solches Ergebnis mit in die Pause. Ist halt blöd gelaufen,“ so Golombek.

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