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Bundeschampionate: Borgholzhausener brilliert mit Stute Charmante

Henrik Griese beschenkt sich selbst zum „40.“

Warendorf

Ein besseres Timing geht kaum. Einen Tag vor seinem 40. Geburtstag Hendrik Griese mit Charmante die ersten Finalqualifikation der sechsjährigen Springpferde bei den Bundeschampionaten in Warendorf gewonnen. Damit hatte er nicht gerechnet. Am meisten freute sich der Berufsreiter aber darüber, dass er seinem Sport überhaupt wieder bei Wettbewerben nachgehen kann.

Dietmar Lohmann

„Schnell, aufmerksam, fleißig, ehrgeizig.“ So charakterisiert Henrik Griese seine Stute Charmante. Mit der Westfälin gewann er die erste Finalqualifikation bei den sechsjährigen Springpferden. Foto: Dietmar Lohmann

Es war wohl eine glückliche Fügung. Mit seinem gestrigen Sieg in der ersten Finalqualifikation der sechsjährigen Springpferde machte sich Henrik Griese selbst das schönste Geschenke zu seinem heutigen 40. Geburtstag. „Sie ist ein sehr verheißungsvolles Pferd. Sie kämpft auch für mich“, schwärmte der Borgholzhausener nach seinem Triumph und fiel seiner Charmante um den Hals.

Bemerkenswerter Sieg einer unerfahrenen Stute

Mit der Chaman-Tochter war er bester von 99 Startern, siegte ohne Fehler in 64,95 Sekunden. Am Samstag ab 8.30 Uhr werden die Karten wieder neu gemischt, wenn Griese und seine schicke Westfälin in der zweiten Qualifikation um den Einzug ins Finale (Sonntag ab 14 Uhr) kämpfen. „Wenn wir das schaffen, wäre ich schon sehr zufrieden. Sie hat noch nicht so viel Erfahrung auf diesem Niveau. Um so bemerkenswerter ist der Sieg heute.“

Ganze Familie hilft bei der Ausbildung von 22 Springpferden

Nicht ganz so gut war es zuvor mit seinem Wallach Zinordanos, einem Zento-Sohn, bei den siebenjährigen Springpferden gelaufen: gute Zeit, aber nicht platziert wegen eines Abwurfs. Über den Triumph mit Charmante, der mit dem Ehrenpreis des Holsteiner Verbandes Hengsthaltung belohnt wurde, freute sich auch Joyce Lehmann. „Sie hat erheblichen Anteil an meinen Erfolgen. Ohne sie wäre das nicht möglich“, lobt Griese seine rechte Hand, die als Stallmanagerin, Bereiterin und Pferdepflegerin vorzügliche Arbeit leistet. Charmante und Zinordanos sind nur zwei von 22 Springpferden, die auf der elterlichen Anlage in Borgholzhausen ausgebildet und versorgt werden. Elke und Horst Griese, aber auch Ehefrau Janina und Tochter Lena gehen dem gelernten Bürokaufmann, Pferdewirt und Pferdewirtschaftsmeister dabei tatkräftig zur Hand: „Es ist fantastisch, was sie leisten. Dank ihrer Unterstützung kann ich mich voll und ganz auf das Reiten konzentrieren.“

Griese: „FN hat das Beste aus der Lage gemacht“

Vor zwei Jahren war Henrik Griese mit seinen Pferden nach Borgholzhausen zurückgekehrt – nach fast fünf Jahren als Betriebsleiter auf der Reitsportanlage Falkental in Lemgo. Die Entscheidung, Profireiter zu werden, war bereits vor 20 Jahren nach seinem Wehrdienst bei der Sportförderkompanie in Warendorf gefallen.

Trotz der Corona-Pandemie hat Henrik Griese nie wirklich überlegt, ob er bei den 27. Bundeschampionaten in Warendorf starten soll oder nicht: „Es ist toll, dass der Reitsport wieder in Gang kommt. Die FN hat das Beste aus der Lage gemacht und hier vorzügliche Bedingungen geschaffen. Das müssen wir Reiter honorieren. Die Pferde sammeln hier unheimlich wichtige Erfahrungen.“

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