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Fußball: ASK und FSG Ahlen „Haymana“ feiern Aufstiege

Hier gibt‘s keine Ausländer

Ahlen

Sowohl der ASK Ahlen als auch die FSG Ahlen „Haymana“ feiern derzeit ihren Aufstieg in die nächsthöhere Fußball-Liga. Nicht als Türken unter Deutschen, sondern als Sportler unter Sportlern, wie sie betonen. „Wir wollen Ahlen gut vertreten und nicht unter uns bleiben“, öffnet der ASK-Vorsitzende Secaattin Akbas die Vereinstüren für alle.

Von Uwe Gehrmann

Ahlener Champions unterm Halbmond: Die FSG Ahlen „Haymana“ rückt in die A-Liga hoch. Nächsten Sonntag steigt die Riesenparty auf der Südenkampfbahn. Foto: Kreisel

Gedankt wurde einfach allen für Engagement und Hilfe beim Aufstieg. Trainer Bülent Kara vergaß niemanden, auch nicht den deutschen Betreuer und seine rechte Hand Marcus Langen, der einen genauso warmen Applaus bekam, wie alle. „Unser einziger Ausländer im Team“, zwinkert Kara. Und klärt lieber sofort auf: „War natürlich Spaß.“

In der Tat, beim kommenden Meister und Bezirksliga-Aufsteiger ASK Ahlen legt man höchsten Wert darauf, eine Ahlener Mannschaft zu sein. Keine Türken, keine Deutsche, keine sonst was – nur Fußballer.

„Wir wollen Ahlen gut vertreten und nicht unter uns bleiben“, öffnet der Vorsitzende Secaattin Akbas die Vereinsgrenzen für alle. Der zukünftige Bezirksligist ist mit seinen Aufgaben ge- und einem Spartenclub entwachsen. „Wir sind angekommen, ich kann es immer noch nicht ganz glauben“, sagt Akbas. „Ein toller Traum hat sich erfüllt.“

Gilt auch für den Verein ein paar Straßen weiter. Mit dem 3:1 in Stromberg ist FSG Ahlen der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. „Wir haben jedes Spiel wie ein Finale bestritten“, sagt Osman Güvenc, demnächst auch Trainer einer A-Liga-Truppe. Und auch hier verleugnet man die türkischen Wurzeln zwar nicht, will aber im Kreis der deutschen Vereine akzeptiert werden. „Die A Beckum ist eine klasse Liga mit tollen Mannschaften. Wir haben da gute Freunde und wollen uns erstmal etablieren“, bleiben Güvencs Ziele eher bescheiden.

Auch der ASK geht vorsichtig an die Zukunft heran. „Wir haben großen Respekt vor der Bezirksliga. Aber große Änderungen sind in der Mannschaft vorerst nicht geplant“, traut Secaattin Akbas seinem Club eine ordentliche Rolle zu. „Wir sind der zweitstärkste Ahlener Verein nach RW Ahlen. So was verpflichtet auch.“

Der FSG „Haymana“ Ahlen schließt sich an. „Wo sind unsere Grenzen?“, will Osman Güvenc ausloten und vorerst nur kräftig mitmischen. Nicht als Türken unter Deutschen, sondern als Sportler unter Sportlern. Und so sind zu den großen Partys alle eingeladen, die sich mitfreuen wollen.

Nächsten Sonntag schon auf der Südenkampfbahn mit der FSG nach dem letzten Spiel gegen Neubeckum, und eine Woche drauf mit dem ASK am Pfingstmontag gegen Lette im Sportpark Nord.

„Da haben Legenden gespielt, und jetzt dürfen wir da drauf“, ist Akbas glücklich über die Feiern unter Gleichgesinnten. Ausländer kennt hier und dann sowieso keiner.

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