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Handball: Kaufmann ohne Kempa

Kaiser auf neuen Wegen

Ahlen/Münster

Holger Kaiser hat viele Jahre erfolgreich als Handball-Trainer bei der Ahlener SG gearbeitet. Dabei wollte er ursprünglich nicht auf die Bank. Heute betreibt er lieber Geschäfte als eine Handballmannschaft.

Von Uwe Gehrmann

Vom verschwitzten Trainer zum smarten Entrepreneur: Holger Kaiser betreibt jetzt lieber Geschäfte als eine Handballmannschaft.

Es ist ja gar nicht so sehr die Frage: Wie komm’ ich rauf auf die Trainerbank. Viel schwieriger ist es wohl, wieder runterzukommen. Erst recht, wenn man im Handball-Leben so dermaßen erfolgreich war wie Holger Kaiser.

Der Mann, der die Ahlener SG in zwölf rauschenden Jahren als Trainer und Manager in Personalunion 1999 bis in die Zweite Bundesliga gebracht hat, wollte nämlich eigentlich gerne alles sein, nur eines nicht: Trainer.

„Und da hab’ ich mich gefragt: Warum schon wieder ich?“, erzählt der jetzt 57-Jährige lachend von einem Anruf der SpVgg Versmold Ende der 80er Jahre, die er dann doch mal eben in die Regionalliga geführt hatte.

Solche Art Anrufe gab es öfter in des Kaisers Leben. Sportliche Erfolge brachten das Kind zur Jungfrau. An sich schon schön, aber meist ungewollt.

Inzwischen ist der Münsteraner umtriebiger Unternehmer, der in vielen Pötten rührt. Seit fünf Jahren ist endgültig Schluss mit der Handballerei. „Zwei Jahre mal gar nichts und keinen Anruf beantworten“, hatte sich Kaiser nach dem letzten ernüchternden Geschäftsführer-Posten beim TV Emsdetten vorgenommen. Es reichte halt mit den leidigen Anrufen, die doch nur wieder zu eher ungeliebten Jobs führen.

Seitdem ist Kaiser clean und macht, was er will: Kaufmann ohne Kempa, Deals ohne Dribbling. Aber dafür hat er lange gebraucht.

„Sie haben wohl den genommen, der am wenigstens bedröppelt geguckt hat“, schätzt Kaiser die Kriterien ein, mit denen er als B-Jugendlicher bei der TG Münster seine erste Jugendmannschaft übernommen hat.

Auf den Siegen als Sprossen der Karriereleiter ging es danach immer weiter hinauf – immer der berühmte Anruf dazwischen – vom TuS Hiltrup, über Versmold, Emsdetten, über die Sahnejahre in Ahlen, bis hinein in die erste Liga mit Magdeburg und Flensburg inklusive Supercup und Europapokal. Das immerhin schon nicht mehr als Trainer – Gott sei Dank – sondern als Geschäftsführer.

Ebenso wie beim Wechsel in die Dortmunder Liga-Zentrale der Handball-Bundesliga, wo Kaiser Finanzen, Lizenzierung, Recht und Jugendzertifikat verwaltete. Vom Taktikfuchs in die Verwaltung – Zwischenziel erreicht.

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