Fußball: Regionalliga West

Klatsche auf Schalke – RW Ahlen wieder Letzter

Ahlen

Was absolut nicht passieren durfte, ist passiert: Im Abstiegskampf der Regionalliga West hat der Bonner SC seine Partie beim SV Straelen gewonnen (1:0), während Rot-Weiß Ahlen bei der U23 des FC Schalke verloren hat – und zwar haushoch. Drei Punkte Rückstand sind es nun auf Bonn, zwei auf Lippstadt und auch das vormals deutlich bessere Torverhältnis der Wersestädter ist fast zunichte.

Henning Tillmann

Das wäre es gewesen: Abwehrchef Kevin Kahlert probiert es hier mit einem halben Fallrückzieher. Die Szene brachte durchaus Gefahr. Aber eben kein Tor. Kurz darauf musste Kahlert verletzt raus und die Gastgeber gingen in Führung. Für RWA der Anfang vom Ende. Foto: Marc Kreisel

1:6 lautete das aus Ahlener Sicht leider desaströse Endergebnis. In den Schlussminuten hatten die Gastgeber kurzen Prozess und aus einer schon deutlichen wie verdienten 3:1-Führung einen Kantersieg gemacht. Der Treffer durch Diamant Berisha (77.) sowie die jeweils zweiten Tore des bärenstarken Jan-Luca Schuler (80.) und von Jason Ceka (88.) wirkten wie veritable Nackenschläge für die um Schadensbegrenzung bemühte Elf von Andreas Zimmermann.

Die hatte immerhin zwischenzeitlich durch einen von Timon Schmitz verwandelten Elfmeter nach Foul an Gianluca Marzullo den Ehrentreffer zum 1:3 erzielt. Doch auch dieses eine Tor konnte nicht den Klassenunterschied der Partie verdecken. Die Schalker wirkten taktisch und technisch deutlich besser, ganz anders noch als beim 1:1 in der Hinrunde. Das Endergebnis mag deshalb um zwei Tore zu hoch ausgefallen sein – verdient war der Erfolg auf jeden Fall.

Schalke vor der Pause besser, aber nur knapp in Front

Schon vor der Pause waren die Königsblauen die bessere Mannschaft gewesen, hatten mehr gefährliche Szenen in der Box, dazu noch einen Pfostentreffer in der 5. Minute durch Schuler. Aber die Partie war dennoch in den ersten 45 Minuten ausgeglichener, als es das Endergebnis vermuten lässt. Sebastian Mai (23.) und Kevin Kahlert (11.) hatten Gefahr für den Schalker Kasten heraufbeschworen, scheiterten jedoch. Auf der anderen Seite rettete Bernd Schipmann gegen Jason Cekas Distanzschuss (17.).

Schalkes Idrizi nutzt Kahlert-Verletzung zum 1:0

Dem einzigen Tor vor der Pause ging eine nicht ganz unumstrittene Szene voraus. Denn zum Zeitpunkt des 1:0 durch Blendi Idrizi (26.) lag Ahlens Abwehrchef Kevin Kahlert nach einem Zusammenprall mit Bernd Schipmann und/oder Schalkes Jan-Luca Schuler am Boden. Genau war das nicht zu erkennen. Idrizi aber nutzte die unübersichtliche Szene, während Kahlert wenig später ausgewechselt werden musste und kurz darauf mit einem lädierten Jochbein sogar ins Krankenhaus gebracht wurde. Für ihn kam in der 30. Minute Gianluca Marzullo.

RWA fordert Elfmeter, bekommt aber zunächst keinen

Kurz vor der Pause gab es zudem noch eine weitere umstrittene Szene: Die Ahlener fordert Elfmeter, nachdem Bennet Eickhoff im Schalker Strafraum zu Fall gebracht worden war. Wahrscheinlich hatte Mika Hanraths aber zuvor den Ball gespielt. Es blieb also beim 0:1 zur Pause.

Doppelschlag kurz nach der Pause

In die zweite Hälfte starteten die Ahlener durchaus motiviert und mit guten Ansätzen. Die Hoffnungen auf etwas Zählbares wurden aber sehr schnell zunichte gemacht. In der 52. Minute hatte Henri Matter seinen Freistoß noch ans Lattenkreuz genagelt. Doch nur zwei Minuten später war Ceka nach Pass von Schuler zur Stelle und markierte das 2:0 (54.). Für die Vorentscheidung sorgte Schuler dann wiederum nur vier Minuten später selbst, als er einen Pass von Diamant Berisha per Drehschuss verwertete (58.).

Einen kleinen Funken Hoffnung verbreitete kurzzeitig Schmitzs Elfmetertreffer. Doch Berisha konterte schnell mit einem Traumtor aus 30 Metern rechts oben ins Eck. Und danach wurde es richtig bitter für die Ahlener...

RWA-Trainer erkennt klar besseren Gegner an

Dafür, muss man sagen, reagierte Ahlens Coach Andreas Zimmermann mit geradezu stoischer Gelassenheit. Knapp zwei Stunden nach Schlusspfiff wirkte er aufgeräumt, trotz der bitteren Pleite. „Nicht nur das Ergebnis müssen wir verarbeiten, auch unseren Auftritt. Das war nicht wie in den vergangenen Wochen“, gestand er ein, fand aber auch gleichzeitig lobende Worte für den Gegner. „Schalke war einfach stark, muss man auch sagen, die haben richtig guten Fußball gespielt. Wir haben keene Chance gehabt. Die waren eindeutig besser“, sagte Zimmermann gewohnt offen in seinem typischen berlinerischen Dialekt.

Zimmermann: „Ich habe immer gesagt, es geht bis zum letzten Spieltag“

Für seine Mannschaft sei so ziemlich „alles zusammengekommen“: ein gebrauchter Tag, ein gut aufgelegter Gegner, der Verlust eines Führungsspielers und schließlich auch noch der Sieg eines Konkurrenten im Abstiegskampfs (Bonn). „Aber Lippstadt hat auch verloren und steht jetzt unten drin. Wir müssen uns also schütteln und dann geht‘s nächste Woche weiter“, so Zimmermann. „Ich habe immer gesagt, es geht bis zum letzten Spieltag.“

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