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2G-Regelung im Sport

Kritik, aber auch Erleichterung bei den Vereinen

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Der Amateursport geht ab sofort in veränderter Form über die Bühne. Aber er geht. Die Reaktionen fallen darauf durchaus unterschiedlich aus. Ein Vereinsvertreter hätte sogar eine vorzeitige Pause vorgezogen.

Von Henning Hoheisel

Ohne Nachweis einer Impfung oder Genesung kein Eintritt: Ab dem kommenden Wochenende gilt die 2 G-Regelung. Foto: Wegener

Von heute auf morgen ist wieder alles anders: Seit dieser Woche gilt im Amateursport die 2G-Regelung. Egal in welcher Disziplin, ungeimpfte Spieler oder Athleten, aber auch Zuschauer sind von nun an außen vor. Für die Vereine hat das sportlich, aber auch organisatorisch Folgen. Am Mittwoch verkündete der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), dass die Saison im Amateurfußball – mit Ausnahme der A- und B-Jugend – unter Beachtung der 2G-Regel fortgesetzt wird. Keine erneute Unterbrechung des Spielbetriebs also, das dürfte bei vielen Vereinen Erleichterung ausgelöst haben, nicht jedoch bei allen.

Michael Twittmann etwa, Vorsitzender der Spielvereinigung Oelde, sieht das Ganze eher skeptisch. Und das liegt nicht allein daran, dass er in den vergangenen Tagen viele, viele Telefonate zu führen hatte, um die neuen Vorgaben in die Tat umsetzen. „Es wird mal wieder alles auf das Ehrenamt abgewälzt“, sagt er. Grundsätzlich ist Twittmann ein Befürworter der 2G-Regelung im Freizeitbereich, die besagt, dass nur Personen, die gegen das Corona-Virus geimpft oder aber genesen sind, teilnehmen dürfen. „Wenn man es richtig machen will, müsste es sogar 2G+ sein“, betont Oeldes Vorsitzender.

Michel Twittmann, Vorsitzender SpVgg Oelde

Was ihm sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass die Vereine nun von einem auf den anderen Tag damit konfrontiert waren, die Kontrollen von Spielern, Trainern und Zuschauern zu organisieren. „Für kleine Amateurvereine ist das ein riesiger Aufwand. Das ist wirklich ganz schlecht gelöst“, so Twittmann. Er hätte es befürwortet, wenn die restlichen Spieltage vor der Winterpause ins neue Jahr verlegt worden wären.

Peter Tripmaker dagegen, Vorsitzender der Beckumer SV, begrüßt die Fortsetzung in den Ligen mit 2 G: „Das bedeutet zwar einen Mehraufwand“, sagt er, „aber bevor wir wieder ganz dicht machen müssen, nehmen wir das gerne in Kauf.“

Droht Wettbewerbsverzerrung?

Wettbewerbsverzerrung inklusive? – Das ist ein hartes Wort im Sport, das im Gespräch mit den Vereinsvertretern über die 2G-Regel jedoch häufig fällt. Diese kann schließlich, je nach Impfquote, Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Teams haben. Bei Landesligist BSV sind laut Tripmaker derzeit drei Spieler noch nicht geimpft. Dabei handele es sich auch um Leistungsträger. Diese hätten sich zwar jetzt dazu entschieden, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen, fallen in den restlichen Partien bis zur Winterpause aber aus.

Andreas Tiemann, HVW-Präsidiumsmitglied

Klare Worte kommen derweil aus dem Lager der Handballer. „Wir spielen ganz normal weiter, ganz einfach“, sagt Andreas Tiemann, Mitglied des Präsidiums des Handballverbands Westfalen (HVW) und zuständig für den Spielbetrieb. Nach der Aktualisierung der Coronaschutzverordnung in NRW sei eine Unterbrechung kein Thema gewesen.

„Wir im Handball haben eine gute Impfquote. Ich habe viele Rückmeldungen von Vereinen bekommen, die bei fast 100 Prozent sind“, so Tiemann. Ein weiterer Grund für die Fortsetzung des Spielbetriebs: Auf die Vereine komme kein zusätzlicher Aufwand zu, da Spieler und Zuschauer bereits vorher überprüft werden mussten, ob sie getestet, geimpft oder genesen sind. „Ob wir nun auf 2G oder 3G prüfen, ist ja egal“, erklärt Tiemann.

Bianca Penger, Vorstandsmitglied bei Eintracht Dolberg

Auch in Dolberg, eine der Handball-Hochburgen im Kreis, gehen sie gelassen mit der Thematik um. „Bei den Senioren haben wir wirklich eine sehr hohe Impfquote“, sagt Bianca Penger, Vorstandsmitglied des SVE. Beim Nachwuchs rechnet Penger hingegen mit der einen oder anderen Spielabsage, schließlich seien bei den A- und B-Junioren längst noch nicht alle Spieler geimpft. „Bei Jugend-Teams, die eh nicht breitbesetzt sind, wird es dann natürlich eng“, sagt Bianca Penger, die die neuen Regeln im Amateursport angesichts der Alternative dennoch begrüßt: „Grundsätzlich bin ich gegen eine Unterbrechung.“

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