Von Dubai bis zur Arktis

Läufer Bernhard Teicher war schon auf allen Kontinenten unterwegs

Ostbevern

Nur wenige Menschen können von sich behaupten, dass sie auf allen sieben Kontinenten unterwegs gewesen sind. Zu ihnen gehört Bernhard Teicher aus Ostbevern. Der 77-Jährige hat aber in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht nur sämtliche Erdteile besucht, er frönte auch überall seiner Laufleidenschaft.

Karl-Heinz Kock

Bernhard Teicher (vorne) bei seinem ersten Marathon im April 1986 in Bremen. Danach sollten noch unzählige auf der ganzen Welt folgen. Foto: privat

Nicht nur in Amerika, Afrika, Asien, Ozeanien und Europa, sondern auch in der Arktis und in der Antarktis hat er seine Sportschuhe geschnürt. Insgesamt startete der begeisterte Sportler bei 102 Marathon- und 32 Ultraläufen. Dabei legte er mehr als 6000 Kilometer zurück, wobei die zahlreichen Trainingskilometer zur Vorbereitung nicht einmal mitgerechnet sind.

Als Kind unsportlich - Teicher steigert sich durch seinen Ehrgeiz

Allerdings war dieser Weg keineswegs vorgezeichnet. „Als Kind war ich total unsportlich“, erinnert sich Teicher. Aber ihn zeichnete stets großer Ehrgeiz aus. Als Jugendlicher nahm er an Radsportveranstaltungen teil und half beim Aufbau von Bahnen für Sechs-Tage-Rennen. „Dort habe ich bei den Großen reingerochen.“ Anschließend spielte er in der dritten Fußballmannschaft des BSV – gemeinsam mit Ostbeverner Orginalen wie Bubi „Schlappohr“ Bücker und Charly Bruns. Er fing an zu joggen, war beim Volksradfahren und Volkswandern aktiv, versuchte sich beim Aikido und erwarb Übungsleiterscheine für Leichtathletik und Männergymnastik.

Härtestes Rennen war bei 50 Grad in der Sonne in Dubai

Familiäre und berufliche Verpflichtungen schränkten seine sportlichen Ambitionen in der Folge ein. „Aber laufen konnte man immer“, erläutert der vierfache Vater und zehnfache Großvater. Dabei spezialisierte er sich auf Marathonläufe und Ultrastrecken zwischen 50 und 100 Kilometern. Ob in Paris, Barcelona oder Alaska, in Kapstadt, Los Angeles oder Honolulu – überall hat Bernhard Teicher schon seine Fußspuren hinterlassen. Im Rahmen einer Weltreise nahm er zudem an einem Halbmarathon in Buller (Neuseeland) teil und durchquerte die Sandwüste in Dubai. „Das war das Härteste – bei 50 Grad in der Sonne. Den Pokal des Wüstenlaufes habe ich deshalb auch immer noch bei mir im Wohnzimmer stehen.“

Bernhard Teicher (vorne) aus Ostbevern läuft in einer Wüste bei Dubai im April 1998. Foto: privat

Mehr als 50 Länder besucht – sogar das kommunistische Kuba

Während einer Rundreise durch die Karibik legte er auf dem Weg zwischen Miami, Haiti und den Bahamas laufend zehn Kilometer auf einem Kreuzfahrtschiff zurück. „Ein schwerer Marathonlauf fand auch auf Kuba statt. Wir konnten uns dort frei bewegen und haben bei Einheimischen gewohnt. Der Kontakt dahin kam über die Jusos und deren damaligen Vorsitzenden Gerhard Schröder zustande.“

Zu vielen anderen Zielen reiste der Ostbeverner durch Kontakte und Freundschaften, die im Läuferlager entstanden sind. Mehr als 50 Länder hat der ehemalige Regulierungsbeauftragte bei der Provinzial auf diese Art und Weise kennengelernt. Dazu gehören auch Spanien und Portugal, die er auf den zahlreichen Jakobswegen auf der iberischen Halbinsel erwanderte.

Der 77-Jährige ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und fährt Rad

Nach mehreren Hüftoperationen hat der Pensionär sein einstmals größtes Hobby aufgegeben. Es geht inzwischen nicht mehr zum Kilometerfressen nach Südamerika oder in die Westsahara. „Seit sieben, acht Jahren ist das Laufen abgehakt. Ich habe auch keine Lust mehr auf große Reisen. Ohne Läufe geht es für uns immer nach Borkum“, berichtet Teicher.

Gleichwohl spielen Sport und Bewegung immer noch eine wichtige Rolle in seinem Leben. „Ich mache Spinning und gehe zum Aqua-Jogging, wenn es sich anbietet. Im Teutoburger Wald wandere ich auch gerne größere Strecken.“ Und wenn der Ausdauerathlet mit dem Trekking-Rad unterwegs ist, kehrt er auch ein wenig zu seinen Wurzeln als Teenager zurück. Dabei kommt gerne mal eine dreistellige Zahl an Kilometern zusammen. „Ich muss halt nur im Hellen zu Hause sein“, berichtet der Ostbeverner, „damit sich meine Frau keine Sorgen macht.“

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