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Fußball: Regionalliga West

Mat(s)ch-Ball verwandelt – RW Ahlen holt Punkt gegen Spitzenreiter Dortmund

Ahlen

Der Karren ist noch nicht aus dem Dreck gezogen. Den Punkt gegen den womöglich kommenden Regionalliga-Meister haben die RWA-Fußballer aber sauber eingetütet. In der Schlammschlacht von Ahlen war das vermutlich das Einzige, was nach 110 Minuten voller Wetterkapriolen, einer Spielunterbrechung und einem Tor auf jeder Seite noch rein geblieben war. Vielleicht bis auf die Freude des Trainers.

Henning Tillmann

Torschütze und Vorlagengeber: Sebastian Mai (links) und Foto: Marc Kreisel

Denn die war bei Andreas Zimmermann zwei Wochen nach der 1:2-Pleite gegen den Vorletzten aus Bonn am Samstagnachmittag wieder merklich zurückgekehrt. Das gerechte wie überraschende 1:1 (0:0) zwischen dem Schlusslicht Ahlen und Tabellenführer Dortmund verfehlte seine Wirkung nicht. Großen Anteil hatte sicher die starke kämpferische Leistung, die er zuvor gesehen hatte.

Raschl lässt Dortmund jubeln, Mai Rot-Weiß Ahlen

Eine Leistung, die sich endlich mal auszahlte: Sebastian Mai hatte das 0:1 von Dortmunds Tobias Raschl aus der 63. Minute nur wenig später mit einem strammen Strich an die Unterkante der Latte wieder ausgeglichen (68.). Die Vorlage hatte ein starker Phillip Aboagye geliefert. Es war ein blitzsauberer Konter auf einem von Hagel und Platzregen komplett aufgeweichten Stück Rest-Rasen.

Zimmermann hatte also nach einem vielleicht etwas glücklichen, aber sicher nicht unverdienten Remis gut lachen. „Hat das nicht Spaß gemacht?“, fragte er erstmal rhetorisch in die Runde, bevor er sich die Antwort auch selbst gab. „Das war Fußball pur heute. Wir haben eine Topmoral gezeigt bei diesen Verhältnissen und trotz des Rückstands. Jeder war für jeden da. Mir hat das Spiel jedenfalls riesen Spaß gemacht“, sprudelte es aus Ahlens Coach heraus. Fast schien es, als strahlte er dabei mit dem zaghaft hervorkommenden Sonnenschein um die Wette.

20 Minuten Spielunterbrechung wegen Gewitters

Sein Schuhwerk freilich hatte in dieser Wasserschlacht, die nach gerade mal 20 Minuten wegen eines heftigen Gewitters unterbrochen werden musste, reichlich gelitten. Bei seiner Elf auf dem Platz war es sogar gleich die komplette Montur.

Denn die Ahlener hatten schon vor der Unterbrechung, erst recht aber danach, geackert bis zum Umfallen und sahen danach aus wie der wandelnde Albtraum für jede Waschmaschine. Die Minuten zwischen Wiederanpfiff und Halbzeitpause waren wegen des triefnassen Rasens grenzwertig regelkonform.

Ausgeglichenes Spiel schon vor der Pause

Die Rot-Weißen hatten aber selbst, als es nach der (richtigen) Pause besser wurde, dem aufkeimendem Dortmunder Druck widerstanden und ihrerseits für Gefahr gesorgt. Beim BVB waren es Alaa Bakir, Ansgar Knauff (47.) und Neu-Profi Steffen Tigges (49. und 60.), die die besten Chancen hatten. Bei den Ahlenern waren es zwei Mal Phillip Aboagye (12. und 88. Minute) sowie Mike Pihl (55.), die die besten Chancen hatten. Ungefähr paris war das Verhältnis also auch hier.

Deshalb gab es hinterher nicht wirklich viel an dem Punkt zu mäkeln. Sicher, die Platzverhältnisse hatten eher den Ahlenern in die Karten gespielt. Die BVB-Zweite hatten dadurch ihr feines Kurzpassspiel nicht so zur Geltung bringen können wie gewöhnt. Aber auch auf tiefem Geläuf muss man eben gegen diese hoch gelobte Truppe erstmal bestehen und sich auch noch Chancen erarbeiten.

Yasin Altun

Das hatten die Hausherren, weshalb sie anschließend auch zurecht stolz auf sich waren. „Absoluter Wahnsinn, wie wir uns reingehauen haben. In der Mannschaft ist Herz und Leben. Man hat heute gesehen, dass die Jungs wollen“, gab Mittelfeldmann Yasin Altun zu Protokoll. Bei seinem nicht minder matschbesudelten Teamkollegen Koray Kacinoglu klang es kaum anders: „Kämpferisch war der Punkt auf jeden Fall verdient. Wir haben heute jede Menge Gras gefressen. Jeder hat sich komplett reingeworfen“, lobte der Verteidiger. „Genau heute hat man gesehen, was Abstiegskampf eigentlich bedeutet.“

Zwei Wochen nach der vermeintlich vorentscheidenden Pleite im Abstiegskampf gegen die Konkurrenz aus Bonn haben die Rot-Weißen mit dem einen Punkt gegen den BVB den Mat(s)ch-Ball verwandelt, den ihnen das Wetter bot. Der Rettungsanker im Abstiegskampf ist ausgeworfen, die Schwimmweste angelegt. Und das Donnerwetter des Trainers durften sich dieses Mal die Gegner anhören.

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