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Fußball: Trainingsauftakt im kleinen Kreis

Mission Abstiegskampf beginnt

Ahlen

Klein, aber fein – so könnte die Losung von Regionalligist RW Ahlen lauten, mit der die Mission Klassenerhalt in den kommenden fünf Monaten gestemmt werden soll. Mehr Klasse, weniger Masse – dazu gehört auch der Kalorienabbau, den Trainer Andreas Golombek seinen Schützlingen beim schweißtreibenden Auftakttraining bescherte.

Von Uwe Gehrmann

Er kriegt ihn, er kriegt ihn nicht: (v. l.) Christian Skoda, Gianluca Marzullo und Patrik Twardzik halten den Ball in den eigenen Reihen. Hauptsache, das klappt auch in der Rückserie. Foto: Henning Wegener

Spätestens nach der fünften Runde um den Rasenplatz spürt man jeden Spekulatius, jede Marzipankugel zu viel. Aber keiner wird geschont, ein Trainingsauftakt in Zeiten des Abstiegskampfes ist nun mal nichts für Feiglinge.

Dass sich die Läuferschar unter der gnadenlosen Regie von Trainer Andreas Golombek schnell in schwer atmende kleine Rudel auflöst, könnte Methode haben. Denn RW Ahlen will abspecken; sowohl um die Hüfte als auch zu einer kleinen Gruppe, die den sportlichen Überlebenskampf effektiver bewältigen kann. Und so bleibt man am gestrigen ersten Tag noch unter sich. „Nein, beim ersten Training muss ich da nicht so viele dabei haben“, weiß Trainer Andreas Golombek, dass Hektik und Stress schon noch früh genug zurückkommen.

Überhaupt hat es der Trainer ja nicht so mit großen Menschenmassen. „29 Leute, das sind zu viele. Wir wollen ein kleiner Haufen sein“, glaubt Golombek, dass man im kleinen Kreis den Abstiegskampf eher besteht als in dicht gedrängten Mengen.

Wer allerdings gehen soll oder – noch spannender – auch wirklich gehen wird, das ist noch nicht raus. „Vier bis fünf Leute“, so Golombek habe man im Visier. „Es könnten aber noch mehr werden.“ Da die aber noch Vertrag haben, gestalten sich die Verhandlungen als – sagen wir mal – vielschichtig. Ebenso kompliziert wie das Anheuern neuer Verstärkungen, die ja sowohl finanziell als auch numerisch abhängig sind von der Streichliste. Man will ja nicht ab 4. Februar gegen Wiedenbrück mehr Aktive durchschleppen als jetzt schon. „Jetzt erst öffnet sich der Markt“, bittet der Ahlener Trainer um Geduld.

Aber auch nicht zu viel. Manager Joachim Krug stellt die Verpflichtung von zwei, drei erfahrenen Spielern als Verstärkung vielleicht schon für nächste Woche in Aussicht. Zusätzlich wohl noch einen neuen Torwart: Robin Brüsekes Operation an der Daumensehne ist zwar glatt verlaufen, das Problem aber ist die zu lange Reha-Phase. Elvin Kovac und Yusuf Temin sind als Reserve wohl einer zu wenig.

Eher unausgesprochen, wenn auch offensichtlich ist es, dass vor allem die Defensive bis hin zu einem „Sechser“ aufgestockt – oder: abgelöst? – werden soll. Ebenso absehbar ist es, dass es die U-23-Spieler sein werden, die als erste weichen sollen. So bedauerlich es auch Joachim Krug findet, aber „nun müssen die erfahrenen Spieler den Karren aus dem Dreck ziehen“. Heißt: kein Platz mehr für junge Wilde. Keine Zeit für Experimente. Kaum Einsatzminuten für die Jungen. „Das ist nicht schön, und wir haben es uns anders vorgestellt“, gibt der sportliche Leiter zu. „Aber jetzt gilt nur, vier Mannschaften hinter uns zu lassen.“ Wie gesagt, im Kampf gegen den Abstieg ist alles erlaubt und schön ist wenig.

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