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Kart: Deutsche Meisterschaft

Ole Glahn träumt von einer Karriere als Profirennfahrer

Telgte

Mit sechs Jahren saß Ole Glahn zum ersten Mal in einem Kart. Was als Vater-Sohn-Ausflug begann, wurde Leidenschaft. Jetzt fährt der Telgter Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Der Zwölfjährige hat einen großen Traum: eine Karriere als Profirennfahrer.

Von Bernd Pohlkamp

Der zwölfjährige Ole Glahn, gefördert von seinem Vater Alexander Glahn, gilt als großes Talent im nationalen Kartsport. Der zwölfjährige Ole Glahn, gefördert von seinem Vater Alexander Glahn, gilt als großes Talent im nationalen Kartsport. Foto: Bernd Pohlkamp

Ole Glahn gehört mit seinen zwölf Jahren zu den hoffnungsvollen Talenten im nationalen Kartsport. Mit sechs Jahren saß der Telgter bereits zum ersten Mal in einem Kart, als er auf der Outdoorbahn in Hagen seine Runden drehte. Was als Vater-Sohn-Ausflug begann, wurde Leidenschaft.

Sein Vater Alexander Glahn, selbst begeisterter Kartfahrer und inzwischen Mechaniker nicht nur in der eigenen Werkstatt, sondern auch bei Beule-Kart in Hagen, schenkte ihm ein Kinder-Kart. Schrittweise entwickelte sich Ole Glahn vom Bambini- zum Micro-Fahrer (acht bis zwölf Jahre). In der Micro-Klasse errang er im vergangenen Jahr den siebten Platz in der Deutschlandwertung.

Der Telgter, Jahrgang 2008, kommt aus einer motorsportbegeisterten Familie. Schon seine beiden Großväter, sein Großonkel, Onkel, Tante und sein Vater sind Go-Kart gefahren. Als Schüler der Sekundarschule in Telgte nutzt er die Zeit neben dem Lernen auch mit dem RC-Modellbau und hält sich mit leichtathletischen Disziplinen fit.

Ole Glahn hat schon etliche Siege und Platzierungen eingefahren. Foto: Bernd Pohlkamp

Vor zwei Jahren begann er, offiziell Rennen zu fahren. Er zeigte Talent und begeisterte sich mehr und mehr für den Fahrsport. Die Familie unterstützt ihn bei dem zeitaufwendigen Hobby. So verbringen Vater, Mutter und Sohn die Wochenenden zwischen dem Kartbahnzentrum in Emsbüren und der bekannten Schumacher-Bahn in Kerpen. Dort bekommt das Nachwuchstalent auch die notwendige sportliche und technische Betreuung. Inzwischen hat sich Ole Glahn dem Kart Racing Team von Joachim Beule angeschlossen.

Nach seinen erfolgreichen ersten Rennen in der Micro-Klasse übersprang er gleich eine Klasse und startet in diesem Jahr bereits bei den Junioren. Das sind für ihn neue Herausforderungen, denn ab jetzt fährt er in einem Erwachsenen-Rennkart mit einem 23-PS-Junioren-Motor. Mit diesem Kart erreicht man Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h­­. In der Junior-Klasse trifft Glahn auf Fahrer mit internationaler Erfahrung.

Alexander Glahn

„Manchmal muss ich ihn bremsen,“ sagt Alexander Glahn über seinen hochmotivierten Sohnes. Die Schule gehe vor. Mit seinem eigenen Rennkart hat der Junior schon an einigen Rennen und an der Deutschen Meisterschaft, der „Rotax Max Challenge“, teilgenommen. Bei diesem Wettbewerb fahren Kinder bis zum 15. Lebensjahr in altersspezifischen Rennkarts, die mit einem 125 ccm großen Zwei-Takt-Motor ausgestattet sind. Besonders liebt der Telgter beim Kart-Rennen die Starts. Dabei hat er sich zu einem starken Taktiker entwickelt.

Ole Glahn hat bereits an einigen Rennen des ADAC Youngster Cups teilgenommen, bei denen er Siege und Podestplätze eingefahren hat. Im vorvergangenen Winter errang er auf der Kartbahn in Emsbüren bei einer Clubmeisterschaft mit fünf Rennwochenenden zwischen November und März trotz widrigster Wetterbedingungen den Gesamtsieg in seiner Klasse – seine erste große Auszeichnung.

Zusätzlicher Ballast

Für den Kartsport gilt das DMSB-Kart-Reglement. Das erlaubt, dem Kart Ballast aufzulegen, um damit den Gewichtsvorschriften zu entsprechen. Ole Glahn bringt 40 Kilogramm auf die Waage. Sein Kart hat ein Gewicht von 80 Kilo. Vor jedem Rennen werden Kart und Fahrer gewogen. Um das geforderte Renn-Mindestgewicht von 147 Kilogramm zu erreichen, hat Alexander Glahn dem Kart seines Juniors, das die Startnummer 218 trägt, Bleigewichte hinzugefügt.

Intensiv haben sich die Glahns auf die Rotax Max Challenge Germany, die an diesem Wochenende in Wackersdorf ausgetragen wird, vorbereitet. Dort betritt der Zwölfjährige in der Juniorenklasse (zwölf bis 15 Jahre) Neuland, umgeben von Topfahrern dieser Altersgruppe. Nach dem Auftakt zur Deutschen Meisterschaft folgen bis Oktober drei weitere Wettbewerbe in Kerpen auf der Schumacher-Bahn, in Mühlsen (Zwickau) und auf dem Vogelsbergring in Wittenborn (Hessen). Danach stehen die Deutschen Meister in den jeweiligen Klassen fest. Die Sieger qualifizieren sich für das Weltfinale in Bahrain im Dezember dieses Jahres.

Auch Perspektiven neben der Kartbahn

Ole Glahn geht zuversichtlich in die Rennen. Mit seinen Vereinsfreunden, die bereits in der Juniorenklasse erfolgreich waren, kann er gut mithalten. Er verlässt sich auch auf seinen großen Eifer und seinen starken Willen. „Ich möchte in diesem Jahr die Extrawertung ,Bester Junior-Rookie’ erreichen, möglichst viel Erfahrung in diesem professionellen Umfeld sammeln und mich auf die Meisterschaft 2022 vorbereiten“, nennt er als Ziele.

Er will künftig die weiteren Kartklassen durchlaufen und sich mit den Besten messen. Und Ole Glahn möchte seinen Traum weiter verfolgen: eine Karriere als Profirennfahrer. Sein Vater sieht auch Perspektiven neben der Kartbahn. „Es gibt viele berufliche Möglichkeiten, die der Motorsport einem gut ausgebildeten und erfolgreichen Kartfahrer bietet“, sagt Alexander Glahn.

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