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Simon Büscher unterläuft Wechselfehler wie Mark van Bommel

Reingefallen: Fünf sind einer zu viel

Vorhelm

„Wahrscheinlich wird ’van Bommel‘ jetzt mein neuer Spitzname“, vermutet Simon Büscher nach seinem unglücklichen Wechselfehler im Spiel gegen die Aramäer Ahlen. Viermal hatte der Trainer von Westfalia Vorhelm II schon getauscht. Seine Entscheidung, nach einer Verletzung in der Schlussphase noch einen fünften Wechsel vorzunehmen, weist deutliche Parallelen zu van Bommels Fehler im DFB-Pokalspiel in Münster auf.

Von Uwe Gehrmann

Reuiger Sünder: Simon Büschers Entscheidung, sich selbst als fünften Spieler einzuwechseln, kostete der Westfalia Vorhelm II am grünen Tisch den Sieg über die Aramäer. Foto: Kreisel

Simon Büscher streut alle Ascheplätze dieser Fußball-Welt auf sein Haupt. „Wahrscheinlich wird ’van Bommel‘ jetzt mein neuer Spitzname“, schüttelt er den Kopf und wird wohl mit dem unglücklichen Wolfsburger Trainer nun bis zum jüngsten Gericht den letzten Kreis der Hölle teilen.

Wie sein sündiger Vorgänger Mark van Bommel im Pokalspiel gegen Preußen Münster hat sich auch der Trainer der Westfalia Vorhelm II in der Fußball-Kreisliga B einmal zuviel auf der Reservebank bedient. Im Spiel gegen die Aramäer Ahlen verletzt sich Philipp Jaspert in der Schlussphase, Büscher zögert, hört sich schnell um („Vier oder fünf?!“) und wechselt sich dann selbst ein. Zack – reingefallen!

Schiedsrichter Kerem Dangir sieht’s, will erst sofort abbrechen, wird dann aber auch unsicher und lässt weiterspielen. „Auch die Meinungen um die Bank herum waren geteilt“, ist Büscher zerknirscht. „Von drei bis fünf Einwechslungen hab’ ich alles gehört. Da wusste keiner Bescheid.“

Also hat er wild entschlossen selbst entschieden. „Leider falsch“, schüttelt er den Kopf. Was bedeutet: Vorhelm wird mit dem 4:2 über die Aramäer der zweite Saisonsieg aberkannt und rutschte schon am Montag von Platz drei auf neun zurück. Die Aramäer schießen von 13 auf Rang acht hoch.

Keine Gnade gibt es von Staffelleiter Sascha Bork. „So was müssen die Vereine wissen, sie werden schriftlich erinnert. Auch auf den Online-Spielberichten steht, dass nur vier Wechsel erlaubt sind“, sagt er und hat jüngst als Linienrichter im Pokal der SpVgg Beckum den Sieg in der Verlängerung gegen Vorhelm gerettet.

Da irrte man in dem Glauben, in der Verlängerung könne man mit Torwart Tarambuskas den fünften Mann auswechseln. Bork hatte das gerade noch blockiert, Westfalias fast sicheren Sieg am grünen Tisch verhindert und steht nun in den Umfragewerten in Vorhelm nur knapp vor Armin Laschet.

Vier Neue sind erlaubt, die – und nur die – kann man nach Lust und Laune hin- und herwechseln. Aber eben keinen Fünften. „Bei den Profis geht das. Warum das bei den Amateuren nicht funktioniert, kann ich nicht nachvollziehen“, sucht Büscher nach dem Sinn. Tatsächlich handhabt das jeder Landesverband immer etwas anders. „Ist eben so“, sagt Sascha Bork „Das hat der FLVW so geregelt, und dann wird das so gemacht.“

Was Simon Büscher ja auch reuig akzeptiert. „ Zu 100 Prozent mein Fehler“, wird er das unter Lebenserfahrung abhaken. Ob ihn das jetzt aber noch ein Schächtelchen Bier für die Mannschaft kostet, war gestern noch nicht raus. „Kann gut sein“, grämt sich der Trainer. „Das, und einige schlaflose Nächte ...“ Wetten, dass van Bommels Fehler in Wolfsburg teurer war?

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