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Fußball: Regionalliga West

RW Ahlen bleibt ein Kellerkind: 1:2 bei Fortuna Köln verloren

Ahlen

RW Ahlen tritt auf der Stelle. Der heimische Regionalligist musste am Freitagabend bei Fortuna Köln eine weitere Niederlage hinnehmen. 1:2 hieß es nach 90 Minuten.

Von André Fischer

70 Minuten ohne Ideen, ohne Mumm: Foto: Marc Kreisel

Neue Besen kehren gut! Das sagt ein altes Sprichwort. Aber die alten fegen die Ecken rein, heißt es weiter. Nun ist Andreas Golombek mit 54 Jahren keiner, der noch als Jungspund durchgeht. Aber er ist zumindest die Erfahrung in Person. Einer, der den Fußball-Regionalligisten RW Ahlen im Kampf gegen den Abstieg in die Oberliga wieder zum Leben erwecken soll – und kann. Nur ist er halt kein Zauberkünstler, das hat der Nachfolger von Andreas Zimmermann auf dem Cheftrainerposten bei seiner Unterschrift deutlich gemacht. Denn: Besenrein war das wahrlich nicht, was der heimische Viertligist am Freitagabend unter Flutlicht über weite Strecken zum Besten gab. 1:2 (0:2) hieß es nach biederer Magerkost der Gäste über 70 Minuten. So dürfte der Weg raus aus dem Keller äußerst beschwerlich werden. RW friert auf Rang 15 fest.

Das Kölner Südstadion. Seit dem Stadionbau 1978 steht es für nostalgischen Fußballcharme. Nach einer einzigen Saison in der Bundesliga 1973/74 fristeten die Rheinländer 26 Jahre lang als Zweitligist ein durchaus bemerkenswertes Dasein im deutschen Profifußball unter dem einflussreichen Ex-Mäzen und -Präsidenten Jean Löring, ehe es bergab ging. Immerhin 40 bis 50 Fans aus der Wersestadt begleiteten ihren Club in diese Arena mit Tartanbahn, in der Tradition geatmet wird. Das, was sie sahen, erwärmte sie bei drei Grad Außentemperatur indes herzlich wenig. Bis auf ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Mike Pihl und Hüseyin Bulut nach 23 Minuten, das in einer scharfen Hereingabe in die Box ohne Abnehmer mündete, brachte RW nicht wirklich viel auf das feuchte Grün. Die Fortuna, vor der Saison hoch gehandelt, blieb im ersten Abschnitt ebenfalls blass. Hatte aber immerhin zwei helle Momente. In der 35. Minute bediente Adrian Stanilewicz mit seinem Zauberfuß Jules Schwadorf, dessen Kopfball Ahlens Schnapper Elvin Kovac, der den verletzten Robin Brüseke vertrat, noch parierte, gegen den Nachschuss war er machtlos. Sieben Minuten später stiefelte Jan Wellers eine Flanke von Stipe Batarilo-Cerdic mit der Innenseite gekonnt in die linke untere Ecke. Karneval in der Südstadt – und zwei absolute Tiefschläge für die in der Tabelle weiter dem Abgrund entgegen taumelnden Ahlener.

Angeknockt ging RW in die zweite Hälfte, in der die Fortuna nur das Nötigste tat. Und das beinahe bereut hätte, denn in den letzten 20 Minuten muckten die Jungs aus dem westlichen Münsterland denn doch auf. Tobias Reithmeir (75.) und Patrik Twardzik (83.) beschäftigten endlich mal Kölns Tormann André Weis, dem zuvor die Finger einzufrieren drohten. In der 90. Minute wurde Ahlen für seine offensiven Bemühungen doch noch belohnt, Reithmeir bugsierte eine Kopfballvorlage von Hakan Sezer über die Linie. Fünf Minuten gab es von Schiedsrichter Timo Gansloweit on top – zu wenig, um das Ding noch zu drehen. Trainer Golombek weiß zumindest, wie Abstiegskampf geht. Ein schwacher Trost. Der neue Besen wird seine Mannen vor dem Gang zur SG Wattenscheid 09 am 10. Dezember wieder aufrichten müssen. Viel Zeit bleibt nicht.

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