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Fußball: Oberliga-Westfalen

RW Ahlen: Der Trainer geht, Kaan-Marienborn kommt

Ahlen

Zumindest in einem Punkt herrscht bei Rot-Weiß Ahlen nun Klarheit bei der Trainerfrage für die kommende Saison: Christian Britscho ist es nicht. Sein Wechselwunsch im Sommer ist jetzt auch offiziell bestätigt. Beiden Seiten fällt die Trennung schwer. Darüber hinwegtrösten könnte ein großes gemeinsames Ziel.

Henning Tillmann

Die nächsten Monate sind für Christian Britscho die letzten bei Rot-Weiß Ahlen. Wie nun auch offiziell bestätigt ist, geht der Trainer am Saisonende auf eigenen Wunsch. Foto: Marc Kreisel

Ein Geheimnis ist es schon längst nicht mehr gewesen. Nun aber ist der sprichwörtliche Deckel drauf. Rot-Weiß Ahlen bestätigte am Freitag auch offiziell per Pressemitteilung, was alle bereits wussten: Die bisher so erfolgreiche Zusammenarbeit mit Christian Britscho endet auf Wunsch des Trainers am Saisonende.

Wohin es für Britscho dann geht, lässt er sich noch immer nicht entlocken, weil es „erstens egal und zweitens einfach auch noch nichts unterschrieben ist“, wie er sagt. Mutmaßlich wird es aber ein Verein deutlich näher an Britschos Wohnort Bochum.

Aufwand auf Dauer zu groß für Christian Britscho

Die langen Anfahrtswege bis in die Wersestadt nennt der 50-Jährige dann auch als den einen entscheidenden Grund für seinen Entschluss. „Es gibt keinen anderen Grund, sondern es ist einzig der Zeitfaktor, denn neben meinem Beruf und der täglichen Fahrt von Bochum nach Ahlen blieb seit 2018 nur sehr wenig Zeit für die Familie und andere Dinge“, wird er vom Verein zitiert.

Im persönlichen Gespräch bestätigt der Polizist, dass es schon vor längerer Zeit ein erstes Gespräch mit dem Sportlichen Leiter Joachim Krug und Aufsichtsratschef Heinz-Jürgen Gosda über seine Situation gab. „Es war für mich ein Prozess. Irgendwann muss man sich eingestehen, dass der Aufwand anfängt, an einem zu zehren. Man ist eben keine 25 mehr.“

„Aufstieg“ kommt dem Trainer weiter nicht über die Lippen

Angesichts der guten Ausgangslage mit Platz drei müsste nun eigentlich der Aufstieg zum Abschied das große persönliche Ziel des Trainers sein. Ist er wahrscheinlich auch, wenngleich sich Britscho dieses Thema auch weiterhin lachend vom Hals hält: „Ich will den Verein doch nicht mit persönlichen Zielen belasten“, sagt der RWA-Coach und gibt den „maximal möglichen Erfolg“ als Ziel aus.

RWA wähnt sich weiter in Topform

Deutlich auskunftsfreudiger wird Britscho, wenn es um die derzeitige Form seiner Mannschaft geht. Auch diese Woche, kurz bevor es nun am Sonntag mit der Partie gegen den 1. FC Kaan-Marienborn im Wersestadion endlich klappen soll mit dem Start nach der Winterpause, ist er aufgrund seiner Eindrücke allerbester Dinge: „Am Mittwoch hatten wir ein Trainingsspiel, bei dem die Jungs gegeneinander gespielt haben. Das war soooo geil mit anzusehen, wie sie alles rausgehauen haben“, sagt Britscho. „Wir befinden uns in einer richtig guten Phase und deshalb freue ich mich einfach total auf das Spiel am Sonntag.“

1. FC Kaan-Marienborn hat sich nach Abstieg gefunden

Gegner Kaan-Marienborn kam zu Saisonbeginn da her, wo die Rot-Weißen mutmaßlich wieder hinwollen: aus der Regionalliga. „Sie hatten am Anfang sicher ein paar Probleme, in der Oberliga anzukommen“, sagt Britscho über den Tabellenzwölften. „Sie haben sich aber gefunden und zuletzt durchgängig gepunktet. Wir wissen, dass wir sie zu bespielen haben und es dauern kann, bis wir sie knacken.“ Fehlen wird dabei Rion Latifaj wegen einer Syndesmosebandverletzung. Kapitän René Lindner hat sich eine leichte Bänderdehnung zugezogen, wird aber voraussichtlich spielen können.

Anstoß: Sonntag, 15 Uhr

Kommentar: Mehr als Floskeln

Nun also doch. Christian Britscho verlässt Rot-Weiß Ahlen im Sommer. Das hatten die Spatzen ja schon von den Dächern gepfiffen. Jetzt ist amtlich. Und im Umkreis des Vereins freut es wohl niemanden. Das alleine ist schon eine Aussage. Denn seit Mitte 2016 hatten sich in kurzer Reihenfolge Mircea Onisemiuc, Erhan Albayrak und zuletzt Michael Schrank daran versucht, RWA in die richtigen Bahnen zu lenken. Es blieb jeweils nur ein kurzes Strohfeuer, sofern der Funke überhaupt übersprang. Den Oberligisten von unten abgeholt und zu einem potenziellen Aufsteiger geformt zu haben, ist also ein großes Verdienst. Britscho und RWA – das hat gepasst. Deshalb darf man nun auch beiden Seiten abnehmen, dass die Trennung schwerfällt und die (frühen) warmen Abschiedsworte mehr sind als höfliche Floskeln. Ob dann am Ende sogar dicke Tränen fließen, hängt natürlich davon ab, ob der krönende Aufstieg gelingt.

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