1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. RW Ahlen und die Schulen spielen Doppelpass

  8. >

Fußball: Kooperation

RW Ahlen und die Schulen spielen Doppelpass

Ahlen

Diese Kooperation macht alle beteiligten Seiten glücklich: RW Ahlen und die eingebundenen Grundschulen. Mit Hilfe von AGs werden junge Mädchen so an den Fußball herangeführt. Inzwischen arbeitet der Verein mit fünf Schulen zusammen. Ganz ohne Probleme geht es allerdings nicht.

Von Uwe Gehrmann

Ergül Aydemir (h. v. li.), Rekorin Sabine Hartmeier, OGS-Leiterin Irene Janzen, Lilly Beyer, RW Ahlens Abteilungsleiter Martin Temme und Lara Beyer arbeiten Hand in Hand. Foto: Gehrmann

Irgendwann wird die Aufregung einfach zu groß. Dann muss sie raus. Warten, bis man endlich beim Fußball dran ist? Schlimm! Klein-Gabi zappelt, hampelt auf der Bank, und wenn gar nichts hilft, dann hilft der Handstand-Überschlag, die Wartezeit zu verkürzen. Lara Beyer lacht und ruft die nächsten beiden Mädchen-Teams aufs Parkett. Der Ball reicht Gabi fast bis an die Knie, aber die Doppelpässe klappen schon ganz gut im Sturm auf die Gymnastikmatte, die als Tor herhalten muss.

„Das macht echt Spaß zu sehen, welche Fortschritte die Mädels gemacht haben“, freut sich Lara. Seit Januar bringt sie und ihre Schwester Lilly den Schülerinnen der Barbara-Schule den Fußball nahe. Die beiden Töchter von Frauentrainer Marco Beyer spielen natürlich selbst bei RW Ahlen und sind Teil einer Kooperation, die keine Kompromisse nötig hat und alle Partner glücklich macht.

Sabine Hartmeier, Rektorin der Barbara-Schule

Zuallererst die Kleinen selbst: „Der Sport ist für die Kinder ungemein wichtig“, sagt die Rektorin der Barbara-Schule Sabine Hartmeier. „Er unterstützt das Sozialverhalten und die Selbsterfahrung.“ Und die Leiterin der Offenen Ganztagsschule, Irene Janzen, ergänzt: „Vor allem in Corona-Zeiten war dieses Angebot ein Segen. Die Kinder haben teils schon zwei Stunden vorher vor der Halle gewartet.“ Dass mit dem Angebot der AGs am Nachmittag auch die Eltern entlastet werden, wird als Zugabe gerne mitgenommen. „Wir würden ja gerne noch andere Vereine einladen, mit uns zu arbeiten“, denkt Janzen an weitere Angebote von Tanzen über Tischtennis bis Schach.

Chance für die Vereine

Eine Chance, die die meisten Vereine noch nicht für sich entdeckt haben. RW Ahlen schon: Die Frauenfußballer werben mittlerweile als Partner des gemeinnützigen Vereins InnoSozial in fünf Ahlener Schulen für den Sport – und damit für sich selbst. „Drei Mädels dieser Gruppe trainieren schon bei unserer U 9, die wir auch betreuen“, verrät Lara Beyer. Die 19-Jährige, selbst Leistungsträgerin der Bezirksliga-Mannschaft, hilft so, die Grenzen zwischen Schule und Verein zu verwischen. Und alle Beteiligten machen – so ganz nebenbei – aus einem Sack Flöhe einfach mal so richtig, richtig starke Mädchen.

Kooperation mit fünf Schulen

An fünf Ahlener Grundschulen, rund 70 Mädchen hat man bereits begeistern können, arbeitet man zusammen mit dem Partner RW Ahlen daran, „die Persönlichkeit, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken“, so die Sozialpädagogin Ergül Aydemir, die die AGs für InnoSozial koordiniert. „Hier ist es völlig egal, aus welchem Land man kommt, hier zählt das Gemeinschaftsgefühl.“ Dazu zählen neben dem traditionellen Fußballturnier im Februar oder dem Fußballcamp auch die Schulung für die Betreuer. Aber die müssen derzeit dringend aufgestockt werden. „Wir suchen neue Assistenten, die unser Projekt weitertragen“, bittet Aydemir um Hilfe. Jungs und Mädchen von 15 bis 20 Jahren können sich gerne melden, einmal in der Woche mit den Fußball-Kids zu arbeiten.

Startseite