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Handball: HV Westfalen + HK Hellweg

Saison-Abbruch: Ahlener SG feiert Aufstieg – drei Wildcards für Eintracht Dolberg

Ahlen

Die Handball-Saison wird vorzeitig beendet und nach Norwegischem Modell gewertet. Danach freuen sich die ASG-Handballerinnen über die Meisterschaft. Drei Teams von Eintracht Dolberg erhalten Wildcards für einen möglichen Aufstieg. Und auch die Herren der Ahlener SG haben berechtigten Anlass zur Hoffnung.

Cedric Gebhardt

Die Handballerinnen der Ahlener SG freuen sich über ihren Aufstieg in die Verbandsliga. Foto: Ahlener SG

Jetzt haben die Vereine endlich Gewissheit. Der Handballverband Westfalen hat die Saison 2019/2020 wegen der Corona-Pandemie vorzeitig für beendet erklärt. Das sogenannte norwegische Modell kommt in der Abschlusstabelle zur Anwendung: Die gesammelten Punkte werden durch die Anzahl der Spiele dividiert, dann mal 100 genommen und die erste Stelle nach dem Komma als abschließender Wert aufgeführt. Für die Abschlusstabelle gilt daher eine Quotientenregelung.

ASG-Aufstiegsparty wird nachgeholt

Und nach der stehen die Landesliga-Handballerinnen der Ahlener SG als Meister und Aufsteiger in die Verbandsliga fest. „Wenn man sieht, wo wir herkommen und wo wir nun gelandet sind, ist das Wahnsinn. Diesen Erfolg haben sich die Mädels redlich verdient. Es ist der gerechte Lohn für die harte Arbeit der letzten Monate“, sagt Trainer Uwe Landau. Feiern konnte das Team den Erfolg bislang nicht. „Aber das werden wir eines Tages nachholen, wenn es wieder möglich ist“, versichert Landau.

Neben den ASG-Handballerinnen winkt auch gleich drei Teams des SV Eintracht Dolberg ein möglicher Aufstieg. Da auch der Handballkreis Hellweg die Regelung des HV Westfalen übernommen hat, finden sich die Dolberger mit ihrer Damen- und Herren-Mannschaft auf Platz zwei wieder, was ihnen eine Wildcard beschert. Heißt: Wenn der Verein möchte, kann er den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse annehmen, er muss es aber nicht. Mit der Vergabe von Wildcards umgeht der Verband mögliche Härtefälle, indem er auch denjenigen Clubs die Möglichkeit zum Aufstieg gibt, für die er theoretisch zum Zeitpunkt des Saison-Abbruchs noch möglich gewesen wäre.

Komplexe Abwägungen in Dolberg

Dies betrifft die Damen und die Herren von Eintracht Dolberg, die jeweils als Bezirksliga-Zweiter in die Landesliga aufsteigen könnten. Ob die Teams davon Gebrauch machen, entscheiden sie im Laufe dieser Woche. Zuvor soll es eine Videokonferenz zwischen Trainern, Abteilungsleiter Markus Ebel sowie den Vorständen Frank Penger und Jörg Selberg geben. „Wir werden alle Vor- und Nachteile abwägen. Wir müssen uns fragen, wie sinnvoll dieser Schritt für uns wäre. Denn für meine Mannschaft käme der Aufstieg eigentlich um ein Jahr zu früh. Andererseits wird es bei potenziell sieben Aufsteigern aus der Kreisliga in die Bezirksliga auch die Leistungsdichte in der kommenden Saison eine andere sein. Auch das müssen wir berücksichtigen, zumal es uns um eine nachhaltige Entwicklung und Förderung der Mannschaft geht“, sagt Herren-Trainer Andreas Schwartz. Nur Spiele auf Augenhöhe brächten sein Team wirklich weiter. Noch kniffliger ist die Sache, weil auch die mit einer Wildcard ausgestattete zweite Herren-Mannschaft potenziell aus der Kreisliga in die Bezirksliga aufsteigen kann – aber nur für den Fall, dass auch die Erste ihre Wildcard nutzt. „Wir müssen die Situation also wirklich für uns komplexer beleuchten und alle Argumente abwägen, bevor wir eine Entscheidung treffen“, sagt Schwartz.

Klassenerhalt für ASG 2

Gewissheit und damit Planungssicherheit hat dagegen die Ahlener SG 2 in der Verbandsliga. Da es in dieser Saison nur Auf- aber keine Absteiger geben wird, kann sie verlässlich für die neue Saison planen. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir drin bleiben, auch wenn ich die Saison gerne zu Ende gespielt hätte. Ich bin mir auch sicher, dass wir den Klassenerhalt auch aus eigener Kraft geschafft hätten“, sagt Trainer Uwe Bekston.

Bis zum 20. Mai müssen die Vereine in Westfalen und bis 24. Mai auch im Kreis Hellweg ihre Mannschaften für die nächste Spielzeit gemeldet haben. Wird der Rahmenterminplan eingehalten und Sport nach dem 31. August erlaubt, würden am zweiten und dritten September-Wochenende die Punktspiele der Saison 2020/2021 beginnen. „Ich rechne allerdings mit einem späteren Saisonstart, wahrscheinlich eher Ende Oktober, Anfang November“, sagt Uwe Landau. Das aber ist Zukunftsmusik. Fürs Erste hat er mit seiner Mannschaft Planungssicherheit.

Einen Zustand, den die Ahlener SG auch in der 3. Liga Nord-West dringend anstrebt. Zwar ist es kaum vorstellbar, dass der DHB, der den Regionalverbänden die Empfehlung eines Saisonabbruchs gegeben hatte, anders entscheidet. Eine entsprechende Beschlussvorlage hat das Präsidium auch dem Bundesrat vorgelegt. Dort jedoch wartet es noch auf Zustimmung. Die wird für Mittwoch erwartet. In wenigen Tagen also wird sich wohl auch die Mannschaft von Sascha Bertow und ein weiteres Jahr in der 3. Liga über den Klassenerhalt freuen dürfen.

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