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Fußball: Kreisliga

Spieler im Kreis sehen zu oft Rot

Lette

Die Vereine im Fußballkreis Beckum sehen noch zu oft Rot. Das haben die Vorfälle der vergangenen Wochen und Monate gezeigt. Ungeachtet des Maßnahmenkatalogs, den der Kreisvorstand und die Vereine vor der Saison verabschiedet hatten. Deshalb lud der Vorstand nun die Fairplay-Beauftragten zu einem Treffen ein. Die Resonanz auf die Einladung fiel allerdings gering aus.

Von Henning Hoheisel

Was läuft gut, was eher schlecht? Beim Treffen der Fairplay-Beauftragten der Clubs aus dem Fußballkreis Beckum wurden die Teilnehmer zum Mitmachen aufgefordert. Wolfgang Fehst (v. l.) vom TuS Wadersloh, Sebastian Gouw von Fortuna Walstedde und Michael Twittmann von der Spielvereinigung Oelde mussten kurz überlegen, ob sie einen grünen oder roten Punkt auf das Flipchart kleben Foto: Hoheisel

Vor dieser Saison hatten Vorstand und Vereine des Fußballkreises Beckum gemeinsam einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um das Fairplay auf den Plätzen wieder zu fördern. Diverse Vorfälle in der Hinserie zeigen jedoch, dass es bislang bei guten Vorsätzen geblieben ist. Deshalb lud der Kreisvorstand jetzt zu einem Treffen der Fairplay-Beauftragten der Clubs. Die Beteiligung war jedoch mau.

In der Schlussphase dieser knapp 90 Minuten von Lette wurde es noch emotional. Sowohl Kreisvorsitzender Peter Wiethaup als auch Hendrik Rottkord als Chef des Kreisschiedsrichterausschusses ließen ihrem Frust freien Lauf. „Es sind immer die gleichen Gesichter, mit denen wir Dinge anstoßen können. Wir sind maximal enttäuscht von der Resonanz“, sagte Wiethaup.

Kreisvorsitzender Pedter Wiethaup

Rottkord dagegen blickte auf die Hinrunde zurück und bemängelte – nicht zum ersten Mal – die seiner Meinung nach mangelhafte Selbstreflexion bei manch einem Verein. Er nannte das Beispiel eines Spielers, gegen den aufgrund eines Kopfstoßes eine vergleichsweise lange Sperre ausgesprochen wurde: „Das Erste, was der Verein macht, ist, zu versuchen, diesen Kopfstoß zu verharmlosen und die Sperre zu minimieren.“ Dann appellierte Rottkord: „Spieler werden in Schutz genommen von den eigenen Funktionären. Wir kommen aber nur weiter, wenn ihr Vereine eure Mitglieder sensibilisiert.“

Nur zehn von 28 Vereine entsenden Beauftragten

Ob an diesem Abend im Heimathaus Lette die richtigen Adressaten für diese mahnenden Worte saßen, darf bezweifelt werden. Nur 10 von 28 Clubs waren der Einladung des Kreisvorstands gefolgt. Wobei Einladung nicht ganz richtig ist. Bei dem Treffen der Fairplay-Beauftragten handelte es sich um eine Pflichtveranstaltung. Bei Nichtteilnahme wird ein Ordnungsgeld von 30 Euro fällig.

Bereits 26 Verhandlungen vor der Spruchkammer wurden in der Hinrunde geführt. Zum Vergleich: In der kompletten Vorsaison waren es 40. Auch die schon vier Spielabbrüche tragen dazu bei, dass die Entwicklung als bedenklich eingestuft werden sollte.

Und das, obwohl Vereine und Kreisvorstand doch verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht hatten, mit denen das Fairplay wieder zum Normalzustand wird. Dass es diesbezüglich weiter Steigerungsbedarf gibt, wurde auch am Montag deutlich: Die Teilnehmer sollten bewerten, was schon gut funktioniert und was nicht, indem sie rote und grüne Punkte unter die entsprechenden Vorgaben kleben. Bei den Fragen rund um das Fairplay vor und nach dem Spiel war grün die dominierende Farbe, da lief es also gut. Während der Partien jedoch sahen die Vereinsvertreter im Verlauf der Hinserie anscheinend noch zu oft Rot.

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