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Tennis: Inhaber Frank Müller leidet

Tennishalle Ostbevern weiter geschlossen: „Jede Woche zählt“

Ostbevern/Telgte

Seit Anfang November muss die Tennishalle in Ostbevern geschlossen bleiben. Inhaber Frank Müller sehnt den Wiedereinstieg herbei, langsam wird es brenzlig für den Unternehmer. Er hofft auf eine Öffnung spätestens zu Beginn der Osterferien – und hat schon mal ein Zeichen gesetzt.

Von Ralf Aumüllerund

Seit viereinhalb Monaten gähnende Leere: Frank Müller darf seine Tennishalle in Ostbevern seit Anfang November nicht mehr öffnen. Langsam wird es für ihn brenzlig. Foto: Aumüller

Über die Vorzüge des Föderalismus muss man mit Frank Müller derzeit nicht diskutieren. Die landesspezifischen Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie offenbaren die Schwachstellen des Systems – und bringen den Telgter, jedenfalls im Lockdown, auf die Palme. Was ja verständlich ist, denn Frank Müller besitzt und betreibt die Tennishalle in Ostbevern.

Bei ihm geht seit Anfang November nichts mehr, so will es die Corona-Schutzverordnung in NRW. Ein paar Kilometer weiter, in Niedersachsen, durfte und darf weiter gespielt und trainiert werden. Die Coaches und Hallen-Inhaber dort verdienen Geld, während jene in NRW leiden. „Absurd“, findet Müller das – diese Ungleichbehandlung wohlgemerkt, nicht die Pandemie-Maßnahmen an sich.

Frank Müller

Spieler aus der Umgebung, die sonst in Ostbevern einen Court buchen würden, fahren jetzt regelmäßig ins benachbarte Bundesland. Müller hatte gehofft, mit den aktuellen Lockerungen in NRW wieder öffnen zu dürfen, zumindest für Einzel. Darf er aber nicht. Vier Plätze hat seine Halle an der Raiffeisenstraße. „Acht Leute auf circa 2500 Quadratmeter – das würde gehen“, sagt der 52-Jährige. Das Hygienekonzept habe auch vor dem erneuten Lockdown funktioniert. „Wir könnten jetzt ohne Weiteres einsteigen“, versichert er.

Hoher Inzidenzwert könnte Öffnung verhindern

Müller spekuliert nun auf den 22. März, wenn in NRW weitere Lockerungen möglich sind. Dann könnte es allerdings, je nach Inzidenzwerten, zu einer kuriosen Situation kommen: In anderen Hallen fliegen die Filzkugeln wieder, nur in Ostbevern lässt die Gemeinde das nicht zu, weil die Infektionszahlen weiter so hoch sind wie zurzeit. „Das wäre bitter, müsste man dann aber auch verstehen“, sagt Müller.

Freiluft-Tennis frühestens Mitte April

Eine Alternative wäre Tennis im Freien. Zu zweit ist das wieder erlaubt. Bringt aber nichts, weil die allermeisten Vereine im Kreis keine Ganzjahresplätze haben. Die Felder müssen erst noch aufgearbeitet werden, damit sie – wohl frühestens ab Mitte April – wieder bespielbar sind und auch den ganzen Sommer über strapazierbar bleiben.

Einnahmen fehlen

In jedem Fall hofft Müller auf einen Neustart in seiner Halle zu Beginn der Osterferien. „Jede Woche zählt“, sagt der Kleinunternehmer fast flehentlich. Spontane Platzbuchungen, Trainerstunden, das Bistro – ihm fehlen seit viereinhalb Monaten drei Einnahme-Säulen. Die Novemberhilfen hat Müller bekommen. Jetzt beantragt er Überbrückungshilfe. Das Geld vom Staat deckt aber gerade mal, wenn überhaupt, die laufenden Betriebs-, nicht die Lebenshaltungskosten.

Frank Müller

„Die Lage ist jetzt so schwierig, wie ich im November befürchtet habe. Wie extrem sie ist, hängt davon ab, wie viel ich am Ende zurückzahlen muss“, erklärt Müller. Bis Ende des Jahres hatte er sich mit den Hallenstunden-Abonnenten geeinigt. Wenn er weiß, wie lange die Spielstätte noch dicht bleibt, führt er die Gespräche über den Zeitraum ab Januar.

Frank Müller

Muss man sich Sorgen um den Fortbestand der Halle im Ostbeverner Gewerbegebiet machen? Frank Müller überlegt kurz, ehe er antwortet. „Ich sage mal: nein. Das ist ein bisschen mein Lebenswerk, das ich unbedingt fortführen will. Und ich schulde es auch allen, die bei mir spielen.“

Im Januar hat er renoviert, viel in Eigenleistung: im Vorraum, in den Umkleiden und den Duschen. „Das sollte auch ein Zeichen sein: So, es geht weiter – jetzt und in den nächsten Jahren.“

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