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Fußball: Regionalliga West

Trainers Lob mit schmalen Lippen

Ahlen

Da muss Andreas Zimmermann tief graben, um das Gold heraufzuholen. Wieder zwei Rückstände aufgeholt, sagt der Trainer. Wieder etliche Chancen herausgespielt, sagt er auch. Und hat natürlich Recht.

Von Uwe Gehrmann

Hakan Sezer bejubelt das 2:2. Foto: Wegener

Was er aber meint, ist: Das war zu wenig. Mit zwei dummen Gegentoren und nur zwei Treffern bei Möglichkeiten bestimmt zu einem 6:2-Sieg, da kann ein tatsächliches 2:2 im Heimspiel gegen den 1. FC Bocholt nicht gerade rundum glücklich machen.

„Es gibt keine leichten Gegner, man muss sich jedes Tor, jeden Punkt und jeden Sieg hart erarbeiten“, verteidigt Zimmermann besser als seine Defensivreihen, die wenigstens – wie so oft – zu Beginn und unter Druck ins Wanken geraten.

Und so passiert es, dass Ahlen schon nach elf Minuten zweimal zurückliegt. Zuerst vertändelt Temin den Ball ungezwungen gegen Fakhro, der das 1:0 einschlenzt (6.). Dann verträumt die rechte Abwehrseite die Attacke über Nnaji, der Platzek zum 2:1 über den Innenpfosten bedient. Wenigstens hatte Holldack, am Samstag in der Startelf und einer der angriffslustigsten, noch Skoda zu dessen Kopfball zum 1:1-Ausgleich vorgelegt (8.).

7:0 Ecken für Ahlen zur Pause

Es war das Mindeste an diesem Tag, denn der Angriff hatte erneut eine Qualität, die die Hintermannschaft nicht immer bestätigte. Mit diesmal einem Haken: Tore sollten schon dabei herauskommen. Bis zur Pause servierte Holldack noch Twardzik und Özkara, die beide frei verzogen, einmal parierte Bocholts starker Torwart Wickl einen Holldack aus der Distanz. 7:0 Ecken für Ahlen zur Pause, und immer noch 2:1 für die Gäste. Zum Mäusemelken!

Auch danach rollt ein Angriff nach dem anderen auf die Box des Aufsteigers zu, meist vergeblich. Nachdem Brüseke gegen Abel aus dem Gewühle heraus einen dritten Gegentreffer verhindert und Buluts Abseitstor zurückgepfiffen wird, beweist Trainer Zimmermann noch einmal ein glückliches Händchen.

Neue Impulse in der Offensive

Sezer und Kaiser sollen der Offensive neue Impulse geben (64.) und setzen das gehorsam und sofort im Teamwork um. Kaisers Schuss hält Wickl noch, ist aber gegen Sezers Nachsetzen zum 2:2 machtlos (67.).

Natürlich hoch verdient, aber kein Grund, zufrieden zu sein. Wickl wehrt noch einmal nach einer Dej-Ecke Sezer ab, und Özkara trifft nach Sezers Vorlage über das Gebälk (85.).

„Hat Spaß gemacht, ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft“, sagt Zimmermann mit ins Gesicht gemeißeltem Lächeln. „Ich sehe grundsätzlich das Positive.“ Hat er auch ein Recht zu. Recht haben ist aber dann doch was anderes.

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