Reiten: Familienglück

Vosskötter-Quartett lebt und liebt den Dressursport

Ostbevern

Bei den Vosskötters dreht sich (fast) alles um das Reiten. Zumindest prägt der Dressursport den Tagesablauf von Theresa, Anna-Lena, Franziska und Maximilian, die dabei auch auf die Unterstützung der Eltern bauen können. Dabei war aber auch ein Turnierpony nicht unwesentlich am Familienglück beteiligt.

Karl-Heinz Kock

Ein starkes Team: Theresa (v. l. n. r.), Anna-Lena, Franziska und Maximilian Vosskötter Foto: Vosskötter

Alles begann mit einem Pony, das Theresa Vosskötter von ihrem Onkel Clemens geschenkt bekommen hat. Daraus entwickelte sich in den zurückliegenden 15 Jahren eine Erfolgsgeschichte, die so kaum zu erahnen war. „Zunächst war es nur ein Hobby und nicht turnierorientiert“, berichtet die heute 26-Jährige. „Aber dann ist schnell mehr daraus geworden. Das Meiste gelernt habe ich auf Snoopy, ein Turnierpony, das wir in der Familie immer weitergereicht haben.“ Letztlich führte dies dazu, dass über die Jahre auch ihre drei jüngeren Geschwister Franziska (24), Anna-Lena (22) und Maximilian (20) mit dem kleinen Vierbeiner den Sprung zu den Westfälischen Meisterschaften schafften.

Und die pferdebegeisterten Ostbeverner beließen es nicht bei der Teilnahme. Sowohl Theresa als auch Anna-Lena sicherten sich Titel. Beide durften sich auch schon in jungen Jahren über die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens freuen, für das zehn Siege auf S-Niveau nötig sind. Und auch bei Deutschen Meisterschaften vertraten sie schon die Farben des RV Ostbevern.

Theresa Vosskötter

Dabei setzt das Quartett, das unter fachlicher Anleitung von Heike Ingebrand trainiert, ausschließlich auf den Dressursport. „Das ist unseren Eltern auch ganz lieb“, erzählt Theresa. Zwar war Vater Dietmar früher auch in Vielseitigkeitsprüfungen unterwegs, aber für ihre Kinder bevorzugen sie die Einheiten im Dressurviereck. „Unsere Eltern stehen zu 100 Prozent dahinter, helfen uns organisatorisch, beim Longieren und beim Pferde-Fertigmachen.“

Der zeitliche Aufwand für ihr Hobby ist enorm. „Ich arbeite bis 14 Uhr, danach sind dann den kompletten Nachmittag die Pferde dran. Das macht Spaß und ist eine schöne Abwechslung“, sagt Anna-Lena Vosskötter, die nach Abschluss ihres Bachelorstudiums in BWL nach Monterey (Kalifornien) ging und dort auch von ihren Geschwistern besucht wurde. „Es waren unfassbar schöne sechs Monate, aber ich habe ein halbes Jahr lang kein Pferd gesehen und angefasst.“ Unmittelbar vor Beginn der Pandemie kehrte sie nach Deutschland zurück. „Nach zwei, drei Tagen war es, als wäre ich nie weggewesen. Die Pferde sind von Bereiterin Kathrin Brückner und meinen Geschwistern total fit gehalten worden.“

Anna-Lena Vosskötter

Momentan sind die reitsportlichen Aktivitäten allerdings stark eingeschränkt. „Ich nenne fleißig für Turniere, aber alles wird abgesagt. Dabei laufen die Pferde derzeit so prima“, sagt Anna-Lena. „Aber zu Hause wird fleißig weitertrainiert und die Hoffnung stirbt zuletzt. Sobald es möglich ist, geht es wieder auf Turniere.“ Ihr Erfolgspferd Insterlana hat die Amazone allerdings nicht mehr unter dem Sattel. Die Stute ist 2019 nach Kanada verkauft worden. Aber mit ihrem „Herzenspferd“, dem neunjährigen Valentano, sowie dem achtjährigen Herr Frodo kann sie zwei Wallache satteln, die für höhere Weihen bis hin zum Grand Prix geeignet sind.

Ausbildung der Dressurpferde steht im Mittelpunkt

Ihre Schwester Franziska, die in Münster Ökothrophologie studiert hat und jetzt in Hannover ihren Master in Food and Research Development macht, setzt aktuell auf den zehnjährigen Dark Infinity. Dieser kam als Dreijähriger in ihren Stall, inzwischen ist er schon auf S-Niveau zu Siegen geritten. Damit hat der Wallach genau die Entwicklung genommen, die bei der sportlichen Kombi Vosskötter/Ingebrand im Vordergrund steht. Der Fokus liegt stets auf der Ausbildung der Dressurpferde.

Theresa kümmert sich dabei in erster Linie um den elfjährigen Franziskus – ihr Bruder Maximilian, der sich bei Claas in Harsewinkel in Ausbildung befindet, um den vierjährigen Fynch. „Jeder von uns ist auf seine Weise ähnlich ehrgeizig – ansonsten würden wir unser Hobby nicht mit dem Aufwand betreiben“, schildert Anna-Lena. Lediglich der jüngste der vier Twens schert sportlich schon mal ein wenig aus und versucht sich nebenbei auch als Fußballer bei der DJK RW Milte.

Und was ist aus Snoopy geworden? Das talentierte Pony wurde 2018 nach Bad Homburg verkauft und war im betagten Alter noch fit genug, um einer weiteren jungen Reiterin zu ersten Erfolgen zu verhelfen. Der Kontakt nach Hessen ist nie abgerissen und so hören und sehen die vier Pferdesportler aus der Bevergemeinde von Zeit zu Zeit immer mal wieder Neues von dem Vierbeiner, der den Reitsport-Boom im Hause Vosskötter maßgeblich mitgeprägt hat.

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